Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Tanzende Geschlechtsteile provozieren

Publicerat tisdag 13 januari 2015 kl 14.39
Videoclip für Kinder bringt Erwachsene auf
(2:42 min)

Ein Fernseh-Werbefilm in eigener Sache sorgt in Schweden für Schlagzeilen.

„Bazillen-Notaufnahme“ heißt das Programm des Kinderfernsehens, das den Kleinen Wissenswertes über den menschlichen Körper und seine Funktionen vermitteln will. In dieser Saison nun sind die Geschlechtsorgane dran – und die Kritik ließ nicht lang auf sich warten.

Als munter gereimter Schlagersong kommen die Kurzinfos über das weibliche und männliche Geschlechtsteil dahergeträllert: Der Pillermann „in vollem Galopp“, und die Muschi ist „voll cool“ – was denn sonst, fragt das Lied. Ja, was denn wohl sonst? 

Von wegen offenes und tolerantes Schweden! Über das Filmchen mit lächelnden Zeichentrickfiguren kann hier längst nicht jeder lachen. Ungeeignet für Kinder, heißt es in den Kommentaren, was die Sexualisierung solle, fragen viele, und GEZ-Gebühr wolle man erst recht nicht „für so etwas“ bezahlen.  

Kein Film für Transsexuelle 

Und dann ist da die andere Seite: Viele Eltern überschlagen sich geradezu vor Glück darüber, dass die Kinder über ihren Körper singen und zwar eben, ohne sich mehr dabei zu denken, wie das derzeit so viele Erwachsene tun. Denn der Song hält Fakten fest: Die Geschlechtsorgane sitzen am Körper, man braucht sie zum Pipi-Machen, sie sind ein gutes Team. 

Gerade Letzteres hätte das Schwedische Fernsehen aber lieber nicht gesagt. „Heteronormativ“ sei diese Einteilung, beschwerten sich einige. Und: Transpersonen seien davon ausgeschlossen. 

Beim Schwedischen Fernsehen zeigt man sich erstaunt über die zahlreichen Reaktionen. Inzwischen gibt es ein FAQ zu dem Video, das den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen will. 

Darin erklärte die Projektleiterin unter anderem, man distanziere sich selbstredend von jeglicher transphobischer Botschaft. Selbst wenn viele Mädchen eine Scheide und viele Jungen einen Penis hätten, so sei dies keine Bewertung. Für eine Transperson jedoch seien diese unschuldigen oder sogar ignoranten Annahmen verständlicherweise hart, dafür habe man Verständnis. 

Gibt es nichts Wichtigeres? 

Johan Holmström hat die Musik zu dem Video geschrieben, seine Kinder lieben den Song. Der Tageszeitung Dagens Nyheter sagte er, es gäbe sicher Wichtigeres, als sich über sein Lied zu echauffieren. Die aufgeregten Eltern täten ihm leid. Und Fehler ließen sich immer finden – wenn man sich nur Mühe gibt. 

Zum Erfolg des Videos dürfte auch Youtube beigetragen haben: Obwohl der Clip für Kinder bis sechs Jahren ist, befand das Videoportal ihn für nicht jugendfrei und heizte damit die Diskussion weiter an. Altersgrenze: 18 Jahre. Inzwischen hat Youtube eine andere Einschätzung vorgenommen. Ergebnis: Bislang wurde das Video fast 1,4 Millionen mal aufgerufen.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".