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Reportage

Samen setzen Drohnen ein

Publicerat torsdag 15 januari 2015 kl 13.48
"Die Älteren finden, dass ich ein Idiot bin"
(2:17 min)
Rentier grast (Foto Martina Holmberg / TT)
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Leichte Beute für eine Drohne (Foto Martina Holmberg / TT)
Drohne im Anflug (Flug: Cordial Pix/Flickr)
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Drohne im Anflug (Flug: Cordial Pix/Flickr)

Unbemannte Luftfahrzeuge könnten das Leben der Rentierzüchter in Nordschweden revolutionieren.

Bislang erfordert das Zusammentreiben der Tiere noch harte Knochenarbeit. Nun sattelt erstmals ein Hirte auf Drohnen um.

Getragen von sechs kleineren Propellern schwebt die Drohne, die etwa so groß ist wie ein Gullideckel, gleichmäßig über einer Herde Rentiere und verbreitet einen Höllenlärm. Auf dem unbemannten Luftfahrzeug ist eine Sirene montiert. Rentierzüchter Henrik Andersson steuert das Gerät mithilfe eines Bildschirms und treibt seine Tiere in die gewünschte Richtung.

Ende der Knochenarbeit

„In Zukunft werde ich meine Tiere nicht mehr auf dem Schneemobil zusammentreiben müssen. Jedenfalls dann nicht mehr, wenn die Drohnen weiterentwickelt sind. Dann werde ich stattdessen im Auto sitzen und die Arbeit aus der Ferne erledigen können“, so Andersson.

Bei den Kollegen im benachbarten Norwegen sind die Drohnen bereits im Einsatz – Andersson ist der erste schwedische Rentierzüchter, der sich die technischen Hilfsmittel angeschafft hat. Voll und ganz auf Drohnen umsatteln geht aber noch nicht, wie er sagt.

„Wenn die Hersteller die Geräte weiterentwickeln, könnte es nur einige wenige Jahre dauern, bis die Rentierzüchter nur noch Drohnen einsetzen. Vor allem an der Batteriezeit müssen die Hersteller arbeiten. Gestern hat sie bei meiner Drohne nur für eine halbe Stunde gereicht.“

Traditionalisten zeigen Skepsis

Rentierzucht war schon immer ein Knochenjob, der technische Fortschritt hat dementsprechend große Auswirkungen auf das Gewerbe. Früher liefen die rentierzüchtenden Samen noch auf Langlaufskiern ihren Tieren hinterher. Später revolutionierten Schneemobile die Hirtenarbeit, was auf große Skepsis seitens der Traditionalisten gestoßen war. Eine Skepsis, die nun auch Henrik Andersson zu spüren bekommt.

„Die älteren Samen in unserer Gemeinde, die sagen alles Mögliche zu mir. Zum Beispiel, dass ich ein Idiot bin“, lacht Andersson, „Aber so ist es immer, wenn etwas Neues auftaucht. So haben sie ja auch damals reagiert, als die Schneemobile kamen. Aber wenn es funktioniert, dann ist es eine gute Sache.“

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