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Erstmals Zahlen über Genitalverstümmelung

Publicerat fredag 16 januari 2015 kl 14.30
"Lieber einmal mehr nachfragen als gar nicht"
(3:21 min)
Khadra Seerar. Foto: Nic von Schoenberg /Sveriges Radio
Khadra Seerar fordert mehr Nachfragen seitens des medizinischen Personals (Foto: Nic von Schoenberg /Sveriges Radio)

An die 40.000 Frauen in Schweden sind Opfer von Genitalverstümmelung. Das zeigen neue Schätzungen des Zentralamtes für Gesundheits- und Sozialwesen.

Khadra Seerar war erst sieben, als ihre Genitalien verstümmelt wurden – auf der Flucht von Somalia über Eritrea in den Westen. Alle positiven Erwartungen an den Eingriff, die ihre Familie und andere Vertrauenspersonen geweckt hatten, endeten in einem Trauma. Als Neunjährige kam die Somalierin nach Schweden, doch in all den Jahren in der schwedischen Schule kam nicht einmal die Frage nach Beschneidung auf. Offenbar war sie die einzige Betroffene, dämmerte es Khadra Seerar. 

„Am Anfang habe ich nicht so viel darüber nachgedacht“, erzählt sie Radio Schweden. „Aber als ich älter wurde, habe ich verstanden, dass ich hintergangen worden war. Das war wie ein Schock. Plötzlich zu verstehen, dass dies nicht ein Teil des Lebens ist und dass ich das nicht hätte erleben müssen.“ 

Viele Einwandererinnen aus Ostafrika 

Die Berechnungen des Zentralamts für Gesundheits- und Sozialwesen basieren auf der Anzahl Flüchtlinge aus vor allem Somalia, Äthiopien und Eritrea, wo der überwiegende Anteil der weiblichen Bevölkerung beschnitten ist. Die Beschneidung bedeutet für die meisten Frauen die Entfernung der Klitoris, sowie der inneren und äußeren Schamlippen – mit lebenslangen Beschwerden zur Folge. 

Die Behörde schätzt weiter, dass unter den Betroffenen in Schweden 7.000 Mädchen unter 18 Jahren sind. Zum Vergleich: Die Organisation Terre de Femmes hat für Deutschland errechnet, dass dort 25.000 Frauen mit Genitalverstümmelung leben, darunter 2.500 Minderjährige.

Beim Söder-Krankenhaus in Stockholm, das auf die Behandlung von weiblicher Genitalverstümmelung spezialisiert ist, werden jährlich 100 Frauen behandelt. Jede fünfte wird operiert. Auch wenn nicht jede der tausenden in Schweden Betroffenen tagtäglich unter Schmerzen leidet, so trauen sich doch viele gar nicht erst, nach medizinischer oder auch psychologischer Hilfe zu fragen, erklärt Meri Liljegren, Oberärztin an der Frauenklinik des Söder-Krankenhauses.

„Viele haben Beschwerden und leiden im Stillen, weil sie sich daran gewöhnt haben. Es gibt eine große Unkenntnis darüber, dass sich diese Beschwerden lindern lassen. Und man weiß auch nicht immer, wie und wo man Hilfe bekommen kann.“

Die meisten Frauen und Mädchen sind bereits vor ihrer Ankunft in Schweden verstümmelt worden. Mitunter geschieht der Eingriff aber auch bei Besuchen in der Heimat, obgleich dies nach schwedischem Gesetz strafbar ist. Nur in zwei Fällen von Beschneidung im Ausland ist es bisher zu Verurteilungen gekommen. 

Hilfe fängt beim Nachfragen an 

Für Mitte Februar hat die Provinzialregierung Östergötland einen weiteren Bericht im Auftrag der Regierung angekündigt. Dieser soll darlegen, welche Hilfe Betroffene vom schwedischen Gesundheitswesen bekommen und wie mehr Frauen als heute unterstützt werden können. 

Khadra Seerar wünscht sich, dass es in Schweden einen grundsätzlichen Gesundheitscheck von Frauen und Mädchen aus den Ländern gäbe, in denen Beschneidung normal ist. Vorschläge in diese Richtung hatte zwar vor einigen Jahren die damalige Gleichstellungsministerin Nyamko Sabuni vorgebracht, war mit ihrem Ansinnen aber abgeschmettert worden. 

Dass das Personal im Gesundheitswesen mehr nachfragt, wäre aber ein guter Anfang, meint Seerar. 

„Das Personal braucht das Mandat, nachhaken zu dürfen. Dass das Thema nicht länger tabu ist. Es ist besser, einmal zu viel als gar nicht nachzufragen - und dann schlimmstenfalls ein Mädchen zu übersehen, dass diese Hilfe benötigt hätte.“

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