Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Doch keine Job-Angebote für IS-Heimkehrer

Publicerat måndag 19 januari 2015 kl 13.58
Erst in den Dschihad, dann ins gemachte Nest?
(3:33 min)
Die Gemeinde Örebro will IS-Aussteigern helfen - mit Jobs und Therapie (Foto: Liv Heidbüchel/Radio Schweden)
Überwiegend ironische und erboste Kommentare zum Vorschlag aus Örebro (Foto: Liv Heidbüchel/Sveriges Radio)

Schweden diskutiert derzeit die Frage, wie am besten mit den islamistischen Rückkehrern aus Syrien und dem Irak umgegangen werden soll. Ein Vorschlag aus dem mittelschwedischen Örebro hat nun die Wellen hoch schlagen lassen.

Wer traumatisiert vom Nahkontakt mit der Terrormiliz „Islamischer Staat" nach Schweden zurückkehrt, der braucht psychologische Hilfe und schnellstmöglich einen Job. Das hatte der Bürgermeister von Örebro, Rasmus Persson von der bürgerlichen Zentrumspartei, vergangene Woche verkündet. Die Kritik folgte auf dem Fuße.

So erklärte der Vorsitzende des Liberalen Jugendverbands, Robin Nilsen, im Schwedischen Fernsehen: „Für die Steuerzahler in Örebro ist es ein Hohn, auf diese Weise Terrorismus zu sponsern. Aber auch für die Opfer des Islamischen Staates und die besorgten Angehörigen von potenziellen IS-Kriegern. Der Vorschlag ist in jeder Hinsicht verabscheuenswert."

Erst bestrafen, dann helfen

Die negativen Kommentare in den sozialen Medien fielen noch herber aus. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit - landesweit liegt sie bei fast 25 Prozent - und der überlasteten Psychiatrie sei der Vorschlag mehr als ungünstig.

Doch so sei der Vorschlag auch gar nicht gemeint gewesen, beeilte sich Bürgermeister Persson zu versichern. „Es geht in keiner Weise darum, IS-Kriegern in der Gemeinde einen Job zu vermitteln. Doch genau wie bei der Arbeit mit anderen Aussteigern aus kriminellen Banden müssen wir auch hier Alternativen bieten können. Es geht aber um Unterstützung und Hilfe, und nicht darum, mit vollen Händen Jobs an ehemalige Dschihadisten zu verteilen."

Selbstverständlich sei das Wichtigste, kriminelle Handlungen angemessen zu bestrafen, erst in einem zweiten Schritt solle es um Hilfestellung gehen. Genau genommen seien auch eher Beschäftigungsmaßnahmen gemeint und keine richtigen Jobs, räumte Persson ein. Insofern würde sich die Unterstützung für Syrien-/Irak-Heimkehrer nicht sonderlich von der Hilfe für andere Jugendliche unterscheiden.

Freischein oder nicht?

Eine, die positiv auf den Vorschlag reagiert, ist Mona Sahlin. Die ehemalige Vorsitzende der Sozialdemokraten ist seit Sommer Beauftragte der Regierung gegen gewaltbereiten Extremismus. Ihrer Meinung nach sollten weit mehr Gemeinden aufwachen und sich um Strategien für den Umgang mit den Dschihad-Rückkehrern bemühen. Denn „Wut, Frustration und ein Gefühl von Ausgeschlossensein" gebe es überall, so Sahlin gegenüber der Tageszeitung Dagens Nyheter.

Unter den namhaften Terrorismus-Forschern in Schweden gehen die Meinungen auseinander. Magnus Norell vom Außenpolitischen Institut befürchtet, dass die positiven Aussichten für Dschihad-Rückkehrer einen regelrechten Anreiz bieten würden, sich der Terrormiliz anzuschließen - schließlich sei nach der Heimkehr bestens für alles gesorgt, so der Terrorexperte gegenüber der Zeitung Aftonbladet.

Magnus Ranstorp von der Führungsakademie der Schwedischen Streitkräfte hält dagegen die vorbeugenden Maßnahmen für wichtig, damit aus gewaltbereiten Extremisten kein Sicherheitsrisiko und keine neuen Anwerber würden.

Im Schwedischen Fernsehen erklärte Ranstorp: „Es geht ja nicht darum, die Gespräche mit dem Staatsschutz oder eine Anzeige zu ersetzen. Viele haben schon eine kleinkriminelle Karriere hinter sich und werden nach ihrer Rückkehr von ihrer Familie stigmatisiert. Vorbeugende Maßnahmen sind wichtig, um die Gewaltbereitschaft zu dämmen. Örebro ist auf dem richtigen Weg."

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".