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UN-Auslandseinsatz

Schwedische Soldaten erreichen Mali

Publicerat tisdag 20 januari 2015 kl 11.21
"Wir trainieren im arktischen Klima Nordschwedens"
(4:04 min)
Carl-Magnus R Svensson (Foto: Anders Wiklund / TT)
Carl-Magnus Svensson leitet den schwedischen Einsatz in Mali (Foto: Anders Wiklund / TT)

Für Schweden beginnt einer neuer Auslandseinsatz im Rahmen der Uno.

Seit Freitag sind die ersten schwedischen Soldaten im nordafrikanischen Mali stationiert. Der Blauhelm-Einsatz wird als äußerst riskant eingeschätzt – Kritiker werfen der schwedischen Regierung vor, nur aus internationaler Geltungssucht die eigenen Soldaten in Gefahr zu bringen.

Insgesamt 250 schwedische Einsatzkräfte sollen bis spätestens März im neuerrichteten Stützpunkt in der Nähe von Timbuktu im Norden des Landes stationiert werden. Zwar sollen die Schweden nicht aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen, um eine reine Ausbildungsmission zur Fortbildung der lokalen Militärs handelt es sich aber auch nicht. Vor allem Aufklärungsarbeit sollen die Schweden betreiben, um feindliche Verbände frühzeitig aufzuspüren und so der Zivilbevölkerung und den UN-Truppen mehr Zeit zu verschaffen.

Kampf gegen islamistische Milizen

Etwa 9.000 Soldaten nehmen derzeit an der UN-Mission mit dem Namen Minusma teil. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte auf die blutigen Aufstände im Norden des Landes 2012 reagiert, bei denen lokale Tuareg-Rebellen in Allianz mit islamistischen Milizen weite Teile des Landes unter Kontrolle gebracht und den Präsidenten entmachtet hatten. Das UN-Mandat sieht direkte Kampfeinsätze vor.

Der Einsatz gehört mit zu den gefährlichsten Missionen, die die Uno jemals durchgeführt hat, wie Emma Skeppström, sicherheitspolitische Expertin am Forschungsinstitut der Streitkräfte, gegenüber Radio Schweden erklärt. „Die Sicherheitslage ist äußerst schwierig, es besteht kein Friedensabkommen in dem Land. Das UN-Mandat durchzusetzen wird so erheblich erschwert. Die Beziehung zur Regierung von Mali ist kompliziert, da sie nicht den Willen und die Möglichkeit hat, die Probleme in dem Land zu lösen.“

Blauhelme werden nicht mehr geschont

Die Zeiten, in denen Blauhelm-Soldaten von den verschiedenen Kriegsteilnehmern respektiert und geschont wurden, sind lange vorbei. 30 UN-Soldaten sind bislang in dem Einsatz gefallen, was Sicherheitsexperten als vergleichsweise hohe Verluste einschätzen. Auch gelten von der Uno geführte Missionen allgemein als riskanter als etwa Nato-Einsätze, da mehr unterschiedliche Teilnehmer aufeinandertreffen und es häufig zu Kommunikationsschwierigkeiten kommt, in Mali etwa zwischen französisch- und englischsprachigen Truppen.

Die Schweden aber haben ihr Äußerstes getan, um ihre Truppe so gut wie möglich auf die schwierige Mission vorzubereiten, wie der Leiter des schwedischen Einsatzverbandes, Carl-Magnus Svensson, betont: „Im Hochsommer herrschen in Mali Temperaturen von bis zu 45 Grad, was Soldaten und Material auf eine harte Probe stellen wird. Zur Vorbereitung haben wir unsere Soldaten einem anderen extremen, gnadenlosen Klima ausgesetzt, nämlich dem arktischen in Nordschweden. Auch haben wir sogenannte Wärmekammern eingesetzt, um das Klima in Mali zu simulieren.“

Der Leiter der Hauptabteilung für Friedenssicherungseinsätze bei der Uno, Herve Ladsous, hatte kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur AP die Situation für die Blauhelm-Truppen in Mali als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Anlass war der Beschluss Frankreichs, Teile der Truppen aus der Region abzuziehen.

Hoher Preis für Schweden

Dass Schweden trotz dieser schwierigen Sicherheitslage verhältnismäßig viele Einsatzkräfte zur Verfügung stellt, liegt auch an der politischen Neuausrichtung des Landes. Stockholm hat die Aussicht, ab 2017 als nichtständiges Mitglied dem Weltsicherheitsrat anzugehören und so seinen Einfluss in der UN-Organisation erheblich zu stärken. Dies lässt sich Schweden auch einiges kosten, nicht zuletzt in Sachen Lobbyarbeit im Uno-Hauptquartier in New York. Ministerpräsident Stefan Löfven hat mehrfach betont, dass sich Schweden im Gegensatz zu früher verstärkt an Auslandseinsätzen der Uno beteiligen will.

Die internationalen Ambitionen ziehen allerdings nicht kritiklos an der Regierung vorbei. Selbst eine konservative Tageszeitung wie Svenska Dagbladet kommentierte kürzlich, dass Schweden einen allzu hohen Preis für den anvisierten Platz im UN-Sicherheitsrat bezahle – sowohl finanziell, als auch was das Riskieren der Leben schwedischer Soldaten angehe.

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