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IS-Extremisten in Schweden

Lehrer als Augen und Ohren des Staatschutzes?

Publicerat torsdag 22 januari 2015 kl 11.13
"Wir sind Augen und Ohren der Säpo"
(4:26 min)
Klassrum i en svensk skola, Säkerhetspolisen Säpo. Foto: TT
Die Säpo nimmt im Klassenzimmer Platz (Foto: TT)

Der schwedische Staatsschutz (Säpo) wendet sich offenbar an Schulen, um junge Leute auszumachen, die sich Terrorgruppen im Ausland anschließen könnten.

Wie der Schwedische Rundfunk berichtet, hat im nordschwedischen Umeå dazu ein Treffen mit rund 200 Lehrern stattgefunden. Ob ähnliche Aktionen auch in anderen Städten laufen, ist nicht sicher, denn die Säpo gibt sich verschwiegen.

Der schwedische Staatsschutz (Säpo) hat ein Auge auf junge Leute, die sich offenbar auf dem Weg machen wollen, um sich extremistischen Terrorgruppen wie etwa der IS im Nahen Osten anzuschließen. Laut Säpo sind dies mindestens 130 Menschen aus Schweden. Es könne sich aber auch um bis zu 350 Personen handeln.

Die Regierung arbeitet mit Hochdruck an einem neuen Gesetz, um solche Reisen besser verhindern zu können. Gleichzeitig versucht die Säpo offenbar auch präventiv zu agieren.

So hat zum Schulbeginn nach Neujahr im nordschwedischen Umeå ein Treffen mit Lehrern der Oberschule stattgefunden, um Lehrer und Schulleiter über die Radikalisierung junger Leute zu informieren. Thomas Thelberg ist Lehrer am Gymnasium und Vertreter der Lehrergewerkschaft in Umeå. Er hat mit 200 anderen Lehrern an dem Treffen teilgenommen:

„Wir sind ja nah an den jungen Leuten dran, weil wir sie um uns haben. Das ist eine Risikogruppe und wir können beobachten und Veränderungen wahrnehmen. Wir können vielleicht diejenigen entdecken, die gefährdet sind.“

Informationstreffen mit Lehrern 

Die Säpo hat auf dem Treffen über den Islamischen Staat und über das Märtyrertum informiert und auf welche Anzeichen man als Lehrer aufmerksam sein muss. Von Seiten der Säpo ist man jedoch sehr zurückhaltend mit Informationen über das Herangehen an Lehrer und Schulen. So will man nicht darlegen, in wievielen Orten ähnliche Aktionen laufen.

Für Thomas Thelberg wurde jedoch deutlich, dass die Lehrer die Augen und Ohren der Säpo bei den jungen Menschen sind. Thelberg findet es wichtig, sich um seine Schüler auch in diesem Sinne zu kümmern. Auch wenn es zusätzliche Arbeit bedeute:

„Das wird eine zusätzliche Arbeitsbelastung, weil man ja mehr Faktoren in der Arbeit berücksichtigen muss. Das erhöht den Druck, weil man ja die Augen auf diese Risiken haben muss, welchen die jungen Leute, die dorthin fahren wollen um zu kämpfen, zusätzlich ausgesetzt sind.“

"Keine Spitzeldienste"

Von Seiten der Säpo wird betont, dass es sich nicht um Spitzeldienste der Lehrer handele, wie Pressesprecher Fredrik Milder dem Schwedischen Rundfunk erklärt:

„Extremistische Ansichten zu haben, ist nichts was die Säpo direkt verfolgt. Und es gibt auf gar keinen Fall eine Pflicht, uns darüber zu berichten. Es besteht Meinungsfreiheit. Wir agieren, wenn es sich um Verbrechen handelt. Wir können dafür sorgen, dass Lehrer und Schulleiter bessere Kenntnisse haben. Das ist wichtig für uns und das ist wichtig für die Schulen.“

Lehrer Thomas Thelberg hat dies offenbar aber etwas anders verstanden. Er sieht sich aufgefordert, Auffälligkeiten auch zu melden: „Ja natürlich, dem Rektor oder dem nächsten Chef und vor allem auch der Säpo.“

Die Säpo möchte aber offenbar, dass die Lehrer selbst schon Einfluss auf gefährdete junge Menschen nehmen, wie Fredrik Milder sagt: „Man muss darüber reden. Darüber was die jungen Menschen in unserer Gesellschaft als problematisch empfinden und wogegen sie sind. Es ist wichtig, die Ansichten von jungen Menschen wahrzunehmen.“

Häufig ganze Familien 

Gleichzeitig ist vor allem in den Städten die Arbeit in Gang gebracht worden, wie man den sogenannten Dschihad-Reisen entgegenwirken kann. Ein Beispiel ist die Region Göteborg. Dort hat man festgestellt, dass es nicht ausschließlich junge Männer sind, die sich in die Krisenregionen begeben. Von 50 registrierten Fällen, handelt es sich bei der Hälfte um ganze Familien, die in den Irak oder nach Syrien gereist sind, wie Sven-Johan Dahlstrand von der Göteborger Sozialbehörde dem Schwedischen Fernsehen bestätigt.

„Das ist wirklich sehr unterschiedlich. Manche fahren dorthin um zu kämpfen, manche heiraten oder unterstützen einfach die Arbeit in diesen Gruppen. Wir haben auch von Kindern und Familien gehört.“

Die Stadt Göteborg arbeitet seit dem vergangenen Frühjahr damit, festzustellen wie viele sich den Kämpfern anschließen und was getan werden kann, um weitere davon abzuhalten. Konkrete Maßnahmen gibt es noch nicht, sind aber dringend nötig, so Sven-Johan Dahlberg.

„Wir müssen langfristig denken und uns mit Argumenten wappnen, um der Einflussnahme wirksam begegnen zu können. Das gehört ja schon zu unserer Arbeit in den Schulen und Sozialämtern sowie bei den Vereinen und Vereinigungen. Aber ich finde, wir müssen noch bessere Methoden entwickeln, um dem Problem beizukommen.“

Åsa Sundman (SR), Anders Ekwing (SVT)/Dieter Weiand

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