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Doppelagent Stig Bergling

Spion kehrt nach Schweden zurück

Publicerat onsdag 3 augusti 1994 kl 11.25
Stig Bergling röker en stor cigarr.
Stig Bergling 1979 (Foto: Archiv Scanpix)

Heute in den frühen Morgenstunden kam der schwedische Staatsschutz mit einer Meldung, an die kaum jemand noch geglaubt hatte: der berüchtigte Spion Stig Bergling ist nach sieben Jahren auf der Flucht zurückgekehrt. Er ließ sich auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda festnehmen. Die Bergling-Affäre gilt als einer der größten Spionageskandale Schwedens.

Als redselig, prahlerisch und ausschweifend war Stig Bergling bei seinen Kollegen in Polizei und Militär bekannt. 1958 begann er seinen Dienst auf einer Polizeiwache in Stockholm. 1969 wechselte er zum schwedischen Geheimdienst, Säpo, über. Anfang der siebziger Jahre wurde Bergling Verbindungsmann zwischen Säpo und der Sicherheitsabteilung der schwedischen Streitkräfte. Zu seinen Aufgaben gehörte dabei auch das Ausspionieren sowjetischer Diplomaten in Schweden.

Als V-Mann reizte er seine Möglichkeiten gehörig aus. Bergling hatte bei beiden Behörden Zugang zu Dokumenten und Material, deren Informationsgehalt Schweden jahrzehntelang schaden konnte, wenn sie in die falschen Hände gerieten. Bergling war auch mit der Organisation der Sicherheitspolizei und der Contraspionage gut vertraut.

Kopien im Geldschrank

Er kopierte den Inhalt eines ganzen Aktenordners voller geheimer Dokumente und legte die Kopien in seine Safe. Zeitweise war Bergling als UNO-Offizier auf Zypern und im Nahen Osten tätig. Die kopierten Akten bot er dabei dem sowjetischen Militärattaché in Beirut an und lieferte sie auf einer Dienstreise ab.

Seine Ausbildung zum sowjetischen Spion erhielt der Schwede in der DDR.

1975 wurde Stig Bergling von der Säpo in Stockholm beauftragt, die Fehler der russischen Informanden zu analysieren. Die Ergebnisse seiner Arbeit vermittelte er auch nach Moskau, so dass die Informanden kurzerhand zurückberufen wurden.

Ende der Siebzigerjahre war Bergling Chef eines Plutons der Militärpolizei auf dem Sinai. Eine seiner Freundinnen aus Beirut nahm mehrmals Kontakt zur Säpo auf und warnte vor Berglings Spionagetätigkeit. In Stockholm jedoch nahm zunächst niemand die Warnungen ernst.

Im März 1979 nahmen Mitarbeiter der israelischen Spionageabwehr Bergling auf einen Tipp der Säpo hin in Tel Aviv fest. Von der israelischen Geheimpolizei soll er sich bedroht gefühlt haben und gestand, dass er für die Sowjetunion Spionage betrieben habe.

Verurteilt wegen Landesverrat

Israel lieferte Stig Bergling an Schweden aus. Noch im Dezember 1979 wurde er vom Stockholmer Amtsgericht wegen Landesverrats zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Acht Jahre saß der Starspion hinter schwedische Gardinen ab. In der ersten Zeit war er streng isoliert, allmählich durfte er aber wieder Anrufe und Besucher empfangen, vor allem seine Kindheitsfreundin Elisabeth Sandberg, Die beiden heirateten 1986 im Gefängnis von Norrköping, Bergling nahm den Nachnamen seiner Frau, Sandberg an.

1985 und 1987 beschied die schwedische Regierung zwei Gnadengesuche abschlägig und ohne Begründung. Aber der prominente Häftling bekam mehrmals Freigang unter Bewachung.

Filmreife Flucht

Beim 15. Mal, am 6. Oktober 1987 verbrachte Bergling eine Nacht bei seiner Frau in einem Stockholmer Vorort. Was folgte war minutiös geplant:

Während ein Säpo-Mitarbeiter den Vordereingang des Hauses bewachte, vorschwand Bergling als Jogger getarnt durch die Hintertür. Seine Frau, die die Wohnung verkleidet verlassen hatte, fuhr in einem Mietwagen zu einem ausgemachten Ort in Stockholm, wo beide in ein weiteres Mietauto umstiegen.

Als die Flucht am nächsten Morgen bemerkt wurde und endlich landesweit Alarm auslöste, waren die beiden gerade in Mariehamn auf den finnischen Ålandinseln im sowjetischen Konsulat eingetroffen. Dort verloren sich alle sicheren Spuren.

Politische Konsequenzen

Die Flucht löste natürlich einen Skandal im schwedischen Strafvollzollzugs- und Polizeiwesen aus. Justizminister Wickbom, seine politischen Mitarbeiter sowie der Generaldirektor der schwedischen Strafvollzugsaufsicht, Ulf Larsson, mussten ihre Hüte nehmen.

Im Laufe der Jahre wollten Zeugen Stig Bergling, alias Eugén Sandberg, mehrmals in verschiedenen Ländern gesehen haben.

Am 29. Juni 1994 nahm Bergling telefonisch Kontakt mit der schwedischen Staatssicherheit auf und erklärte sich bereit, in die Heimat zurückzukehren. Mit einer Maschine aus Zypern trafen er und seine Frau am Dienstagabend auf dem Stockholmer Flughafen ein.

Der Starspion wurde sogleich festgenommen und ins Untersuchungsgefängnis gebracht.

Elisabet Sandberg blieb auf freiem Fuß. Nach ihr hatte die Polizei 1987 wegen Fluchthilfe gefahndet. Inzwischen ist dieses Vergehen jedoch verjährt.

Sybille Neveling

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