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Hintergrund

Umstrittenes Slussen-Projekt weiter in der Schwebe

Publicerat måndag 2 februari 2015 kl 14.58
Stockholm kommt um einen Neubau nicht herum
(3:40 min)
Slussen, Stockholm
Slussen wurde in den 1930er Jahren noch als modernste Straßenführung Europas gefeiert (Foto: flickr.com )

Die Zukunft für eines der größten und umstrittensten Verkehrsprojekte in Schweden – der Umbau des Stockholmer Verkehrsknotenpunkts Slussen – bleibt weiterhin unklar.

Ende 2014 hatte die neugewählte rot-grüne Mehrheitskoalition im Stadtrat das Milliardenprojekt komplett auf Eis gelegt und ein unabhängiges Expertenkomitee ins Leben gerufen, das die künftige Richtung vorgeben sollte. Am Montag sind diese Experten mit ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gegangen. 

Wie der neue Hauptverkehrsknotenpunkt Slussen genau aussehen wird, bleibt auch nach dem Auftritt der Experten unklar. Eines steht aber fest: Um einen Neubau werden die Stadt und ihre Bewohner nicht herumkommen. Die jetzige Konstruktion zwischen der Stockholmer Altstadt und dem historischen Stadtteil Södermalm stammt noch aus der Zeit der 1930er Jahre – damals noch als modernste Straßenführung Europas gefeiert.

Auf Linksverkehr ausgerichtet

Der Zahn der Zeit hat der mächtigen Betonspirale aber zugesetzt. Fast der gesamte Bus- und Zugverkehr aus dem Süden der Stadt sowie ein Teil der Autopendler rollen täglich durch das Nadelöhr an der Schleuse zum Mälarsee. Die verschlissene Anlage, ursprünglich auf Linksverkehr ausgerichtet, kann dem Verkehr nur noch aufgrund ständiger Reparaturen standhalten.

Eine grundlegende Renovierung der bestehenden Bausubstanz lehnt das unabhängige Expertenkomitee nun klipp und klar ab. Um die nächsten 100 Jahre überstehen zu können, müsste mindestens 85 Prozent des Baubestands abgerissen und neu errichtet werden. Sprich: eine neue Anlage muss her. Die Stadtverwaltung solle dabei mit den bestehenden Bebauungsplänen voranschreiten, wenngleich einige Änderungen erforderlich seien.

„Aus unserer Sicht ist es nicht nötig, einen neuen Bebauungsplan zu erstellen“, so Reigun Thune Hedström, Mitglied des Komitees, im Schwedischen Rundfunk. „Viel wichtiger ist es nun einen Weg zu finden, wie der Wasserablauf zum Mälarsee künftig gewährleistet werden kann. Außerdem sollte überlegt werden, wie bei der Verkehrsführung andere Prioritäten gesetzt werden können. Etwa, wie der Zugang für den Busverkehr verbessert wird.“

Streit über Architektenentwurf

Mindestens 1 Milliarde Euro wird das Vorhaben laut dem Expertenrat kosten – 200 Millionen Euro mehr als in den ursprünglichen Plänen vorgesehen. Die endgültige Entscheidung darüber, wie das neue Slussen letztlich aussehen soll, werden nicht die Experten, sondern die politischen Vertreter der Stadt fällen. Keine leichte Aufgabe, denn über den Entwurf der Architekten von „Foster + Partners“ ist ein erbitterter Streit ausgebrochen.

Einem in Zukunft steigenden Meeresspiegel würde die Anlage nicht standhalten können, so ein Hauptkritikpunkt. Der neue Busbahnhof und auch ein geplanter Tunnel würden Sicherheitsanforderungen nicht entsprechen. Außerdem seien Rad- und Gehwege nicht ausreichend berücksichtigt – ein Einwand, den das Expertenkomitee in seiner Einschätzung am Montag allerdings etwas abgeschwächt hat. Das neue Slussen stelle in jedem Fall eine Verbesserung für Radler und Fußgänger dar, wenngleich die Baupläne nicht alle Möglichkeiten voll ausgeschöpft hätten.  

Abba-Benny einer der Hauptkritiker

In solche technischen Querelen mischen sich auch zahlreiche Stimmen, die gegen die optische Ausgestaltung des nun schon seit fast 20 Jahren laufenden Projektes wettern. Prominente Kritiker wie Abba-Pianist Benny Andersson fordern einen Abriss und anschließenden Wiederaufbau, der in großen Zügen dem jetzigen Slussen ähneln soll. Diese als „Slussen Plan B“ bezeichnete Alternative wurde von der damals noch bürgerlichen Stadtverwaltung, die das Bauprojekt 2011 abgesegnet hatte, in einer Art und Weise behandelt, die viele Beobachter als äußerst herablassend bezeichnet haben – mit der Folge, dass der Chor der Kritiker weiter angewachsen ist.    

Einem der Hauptkritikpunkte hat das Expertenkomitee allerdings die Luft aus den Segeln genommen, nämlich dass die schöne Aussicht auf die Stockholmer Bucht verschwinden würde. Zwar würden tatsächlich die jetzigen Aussichtspunkte verschwinden, stattdessen entstünden aber neue, gleichwertige Panorama-Ausblicke, so das Experten-Urteil.

Hansjörg Kissel
Hansjorg.Kissel@sverigesradio.se

Interview: P4 Stockholm

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