Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Angestellte schlagen Alarm

Notstand in Krankenhäusern

Publicerat måndag 2 februari 2015 kl 15.24
"Alle sind ständig unter Stress"
(3:32 min)
Foto: Bertil Ericson/Scanpix
Ein Krankenhausaufenthalt kann gefährlich sein

Der Notstand in Schwedens Krankenhäusern nimmt immer dramatischere Formen an. Nicht zuletzt wegen des akuten Mangels an Schwestern und Pflegern drohen Probleme wie die chronische Überbelegung vielerorts zu eskalieren. Mit Vertröstungen durch die Politiker wollen sich die Angestellten nun nicht länger zufriedengeben. Sie fordern effektive Maßnahmen hier und jetzt.

 

In immer kürzeren Abständen senden schwedische Krankenhäuser SOS-Signale. Allein seit Jahresbeginn rutschten laut „Svenska Dagbladet“ acht Krankenhäuser in den sogenannten „Stabs-Modus“, in dem gar geplante OPs eingestellt und Notfallpatienten abgeschoben werden müssen. Händeringend sucht man unterdessen nach qualifizierten Krankenschwestern, von denen in den insgesamt knapp 70 Akut-Krankenhäusern derzeit fast 2000 fehlen. 900 Krankenhausbetten können deshalb nicht belegt werden.

Den Ernst der Lage illustriert das aktuelle Ergebnis einer landesweiten Befragung des  medizinischen Personals. In keiner einzigen Provinz sah das Personal die Patientensicherheit in der eigenen Klinik demnach ohne Wenn und Aber gewährleistet. In neun Provinzen kreuzten die Befragten statt dem grünen Fähnchen für „O.k.“ immerhin noch ein  halb-gutes gelbes Fähnchen an; für zwölf Provinzen, die Mehrheit, gab es aber die Signalfarbe Rot. Noch bedenklicher ist das Ergebnis hinsichtlich der Belastung der Ärzte und Schwestern: Gerade mal zwei Provinzen schaffen knapp ein Gelb, insgesamt 17 erhalten Rot und somit die schlechteste Note.

„Noch weiter verbessern“
 
Beim Verband der Schwedischen Kommunen und Provinzen, SKL, gibt man sich gelassen: „Alle Provinzen arbeiten aktiv mit der Patientensicherheit“,  so die Chefin der SKL-Abteilung Gesundheitswesen, Åsa Himmelsköld, im Schwedischen Fernsehen. Die Umfrageergebnisse seien willkommener Anlass, um die Situation „noch weiter zu verbessern“. Weniger optimistisch sieht man das in den meisten Provinzen vor Ort: „Unsere finanzielle Situation ist sehr beunruhigend“,  erklärt Nina Fållbäck-Svensson, Gesundheitsverantwortliche für die Provinzen Jämtland und Härjedalen. „Das macht die Sache nicht besser, alle arbeiten ständig unter Stress.“ Es brauche keine Untersuchungen und Auswertungen mehr, sondern endlich mehr Geld, betont man denn auch beim Gewerkschaftsverband Vårdförbundet.

Norwegen lockt

Vor allem, so die Vorsitzende  Sineva Ribeiro in „Svenska Dagbladet“, müssten Schwedens qualifizierte Krankenschwestern endlich besser bezahlt werden. Bei umgerechnet 2700 Euro liegt der Durchschnittslohn einer Krankenschwester derzeit, Ribeiro möchte diesen Betrag noch um rund 1000 Euro aufgestockt sehen. Nur so könne beispielsweise der stete Strom schwedischer  Krankenschwestern gen Norwegen gestoppt werden, wo man bei weniger Stress für deutlich mehr Geld arbeiten kann. Über 1000 Krankenschwestern entschieden sich im vergangenen Jahr für die Arbeit im Nachbarland. Die Lücke im Bestand der Krankenhausbetten  klafft umso tiefer, als Schwedens Gesundheitswesen im internationalen Vergleich ohnehin knapp ausgestattet ist. Bei der Zahl von Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner befand sich Schweden 2010 laut OECD mit 2,7 unter den absoluten Schlusslichtern, im Vergleich etwa zu Dänemark mit 3,5 und Deutschland mit 8,3.

Das Dahinkränkeln der Krankenhäuser hat auch  Gesundheitsminister Gabriel Wikström in Alarmbereitschaft versetzt. Es gelte nun zu prüfen, inwieweit die Arbeit insgesamt effizienter organisiert werden könne, sagte er „Svenska Dagbladet“. Von höheren Gehältern war seitens des Ministers vorerst nicht die Rede.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".