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Hintergrund

Lawinengefahr unbekannt

Publicerat tisdag 3 februari 2015 kl 10.57
"Müssen ein Warnsystem einführen"
(4:43 min)
Lawine, Ski
Lawine im Wintersportort Åre ( FOTO PONTUS LUNDAHL TT)

Schweden ist zwar ein Wintersportland – richtige Lawinenwarnungen gibt es hierzulande aber trotzdem nicht.

Schweden ist das einzige westliche Land, das mit Werbekampagnen Wintersportler in die Berge locken will, und dennoch keine professionellen Prognosen für eine bessere Lawinensicherheit anbietet. Umweltministerin Åsa Romson verspricht jetzt Abhilfe.   

„Schweden ist ein Land mit vielen Bergen und diversen Problemen mit Lawinen. Eine erhöhte Lawinensicherheit im gesamten Bergland scheint daher notwendig“, kündigte Umweltministerin Åsa Romson an. Die nötigen Mittel für den Aufbau eines Lawinenwarnsystems sollen im  kommenden Finanzhaushalt berücksichtigt werden, so die Umweltministerin.

Bis zu 10.000 Lawinen pro Jahr

Die schwedischen Berge mit ihren flacheren Hängen und dünner Besiedelung sind zwar nicht von den massiven Lawinen betroffen, die etwa in der Schweiz oder Österreich niedergehen und ganze Dörfer bedrohen können. Es gehen aber auch hierzulande jährlich bis zu 10.000 Lawinen ab. Regelmäßig werden dabei auch Menschen verschüttet. Zuletzt am vergangenen Freitag, als im Kittelfjäll in der Provinz Västerbotten ein Skifahrer abseits der Pisten von den Schneemassen begraben wurde. Dieses Mal mit glücklichem Ausgang: Die Begleiter des Skifahrers konnten ihn Mithilfe ihrer Skistöcke ausfindig machen und ihn ausgraben.

Die Gefahr ist also vorhanden, und trotzdem ist Schweden nach wie vor das einzige Wintersportland in Europa, in dem keine richtigen Lawinenprognosen gestellt werden, sagt Per-Olov Wikberg vom Rat für Bergsicherheit gegenüber Radio Schweden.

„Indien und Nepal haben, soweit ich weiß, auch keine Lawinenprognosen. Alle Gebiete in Nordamerika, die Alpenländer und auch Skandinavien mit Norwegen, Finnland und Island haben Prognosen. In Schweden haben wir das aber nicht, obwohl wir natürlich auch hier diese Art von Informationen bereitstellen könnten, um Lawinenunglücken vorzubeugen.“

Keine richtigen Warnsysteme

Die Betreiber der Skiliftanlagen stellen zwar Informationen über die Bedingungen an den Pisten und den anliegenden Gebieten zur Verfügung. Dabei werden auch Einschätzung zur Lawinengefahr  bereitgestellt. Dies seien aber laut Wikberg keine echten Lawinenprognosen, wie man sie etwa aus den Alpen kennt. Wie es im gesamten Wintersportgebiet aussieht, kann nur mit eingehenden Schneeanalysen und einem dichten Netzwerk von Messstationen ermittelt werden.

Warum Schweden kein Warnsystem bereitstellt, sei eine Frage der finanziellen Ressourcen und auch der Verantwortung, so Wikberg.

„Ein Warnsystem, so wie wir es seit einigen Jahren schon fordern, macht es nötig, dass die Verantwortung darüber klar verteilt wird. Und natürlich auch, dass die nötigen Zuschüsse bereitgestellt werden.“ 2013 hatte die Umweltbehörde den Auftrag von der damaligen Regierung erhalten, zu prüfen, wie dringlich die Einführung eines Lawinenwarnsystems sei. Die Erkenntnisse haben nun letztlich zur Ankündigung der Umweltministerin Romson geführt, dass künftig Zuschüsse bereitgestellt werden sollen. Im rot-grünen Haushalt seien bereits Mittel vorgesehen gewesen –  die Regierungskrise nach den Wahlen im letzten Herbst habe den Prozess aber aufgehalten, so das Statement der Regierung.

Kaum bis zur nächsten Saison zu schaffen

Dass Wintersport-Enthusiasten schon zur nächsten Saison mit sicheren Lawinenprognosen rechnen können, bezweifelt allerdings Mårten Johansson vom Lawinenzentrum im Wintersportort Åre.

„Es braucht einige Zeit, um so ein Projekt in die Gänge  zu leiten. Es klingt ziemlich einfach zu sagen, jetzt bekommt ihr Geld und dann geht es gleich los. Wir müssen eine Organisation aufbauen, Personal ausbilden. Erhalten wir grünes Licht von der Regierung, dann gibt es viel zu tun bis zum nächsten Winter.“

Die Zeit drängt aber. Skitouren und andere Outdoor-Erlebnisse abseits der Pisten locken immer mehr Wintersportler. Darunter auch mehr Touristen aus dem Ausland, wie Per-Olov Wikberg vom Rat für Bergsicherheit betont.

Mehr Wintersportler aus dem Ausland

„Eben weil Offpist-Fahren, auch mit Schneemobilen, immer attraktiver wird, muss Schweden Lawineninformationen bereitstellen. Nicht zuletzt deshalb, weil das Fremdenverkehrsamt „Visit Sweden“ eine Vision verfolgt, bis zum Jahr 2020 den Umsatz im Tourismus zu verdoppeln. Mit der Folge, dass immer mehr Touristen aus dem Ausland die Berge besuchen werden. Solche Besucher sind es aus ihren Ländern gewohnt, dass relevante Lawineninformationen bereitgestellt werden. Wollen wir uns wirklich auf diesem Markt behaupten, dann müssen wir auch ein sicheres Lawinenprogramm bereitstellen.“

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