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Zaghaftes Eingreifen gegen Führerschein-Roulett

Publicerat onsdag 4 februari 2015 kl 14.51
"Es geht ihnen nur um die Fahrerlaubnis"
(3:57 min)
Fahrschule
Um den Führerschein zu machen, ist es in Schweden nicht nötig, eine Fahrschule zu besuchen (Foto: BErtil Ericson / TT)

Schwedische Fahrschüler sollen sich künftig besser auf ihre Führerscheinprüfung vorbereiten.

In Schweden steht es den angehenden Verkehrsteilnehmern offen, ob sie eine Fahrschule besuchen und wie viele Stunden sie vor ihrer Prüfung nehmen wollen. Viele riskieren lieber, mehrmals durchzufallen, anstatt sich mit kostspieligem Unterricht in einer Fahrschule ordentlich auf den Verkehr vorzubereiten.

„Es hat sich eindeutig etwas verändert. In einer Fahrprüfung durchzufallen, ist nicht mehr peinlich. Die Prüfung mehrmals zu wiederholen ist die billigere Alternative. Billiger, als sich ordentlich auszubilden und die nötigen Fertigkeiten für die Fahrerlaubnis zu bekommen“, erklärt Thomas Fahlander von der Verkehrsbehörde gegenüber dem Schwedischen Rundfunk.

Immer mehr missglückte Prüfungen

Die Zahl der missglückten Führerscheintests hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Sowohl in der Theorieprüfung als auch in der praktischen Fahrprüfung können die angehenden Verkehrsteilnehmer die Prüfer offenbar immer seltener überzeugen. Im Durchschnitt benötigen die Schweden zwei Anläufe, bevor sie sich eigenständig in den Verkehr begeben dürfen. Vor vier Jahren waren es im Schnitt noch 1,7 Versuche.     

In Gesprächen mit Fahrlehrern und Verkehrsbehörde wird deutlich, dass dies nicht daran liegt, weil die Prüfungen schwieriger geworden sind. Auch dass immer mehr Menschen in die Großstädte ziehen, wo es erwiesenermaßen schwieriger ist, die Fahrprüfung zu bestehen als auf dem flachen Land, reiche nicht als Begründung aus. Vielmehr versuchen viele, ohne ausreichende Vorkenntnisse und Vorbereitung die Führerscheinprüfung abzulegen. Und diese wird dann so lange wiederholt, bis sie endlich geglückt ist, so der Stockholmer Fahrlehrer Lars Rembjer:  

„Ich habe davon gehört, dass sich so mancher 10 bis 15 Mal an der Fahrprüfung versucht hat. Eine gewisse Chance, den Führerschein so zu kriegen, besteht ja durchaus. Es geht ihnen nur um die Fahrerlaubnis. Zu lernen und zu verstehen, darauf legen sie weniger Wert.“

Weniger strikt in Schweden

Der Weg zum Führerschein ist in Schweden weitaus weniger strikt vom Gesetzgeber standardisiert, als es etwa in Deutschland. Den Aspiranten wird es selbst überlassen, ob sie selber im Privatfahrzeug üben wollen – etwa in Begleitung eines Verwandten im Besitz eines Führerscheins – oder ob sie sich von einem Fahrlehrer einweisen lassen. Pflichtstunden, die absolviert werden müssen, gibt es keine. Die reguläre Ausbildung an der Fahrschule kostet im Schnitt etwa 2.000 Euro, was für viele nur schwer erschwinglich ist, wie die Fahrschülerin Linda Asplund erzählt:

„Ich begann vor einigen Jahren, an einer Fahrschule in Stockholm Stunden zu nehmen. Nach nur einigen Besuchen musste ich aber einsehen, dass es viel zu teuer für mich wird. Deshalb habe ich wieder aufgehört. Ich muss wohl warten, bis ich genug Geld dafür habe.“

Viele andere Führerscheinanwärter wählen einen anderen Weg als Linda Asplund, nämlich den über eine private Einweisung durch Freunde oder Verwandte. Dies kostet laut Fahrlehrer Rembjer auch nur etwa ein Drittel von dem, was eine reguläre Fahrschule berechnen würde. Allerdings sind die Aussichten auf Prüfungserfolg bei Privatunterricht um einiges schlechter, wie Untersuchungen der Transportbehörde zeigen.     

Änderungen geplant

Das Zentralamt für Transport plant nun verschiedene Änderungen, die das Führerschein-Roulett unterbinden sollen. Bis 2006 mussten private Fahrbegleiter in Schweden noch nicht einmal unter Beweis stellen, dass sie selber über ausreichende Kenntnisse über die Verkehrsregeln verfügen. Nun will die Behörde untersuchen, ob diese damals eingeführten Ausbilder-Prüfungen wirklich ausreichen, um einen Fahrschüler angemessen einweisen zu können.

Passend dazu eine Meldung vom Donnerstag: Eine Frau ohne Führerschein und in Begleitung eines privaten Fahrlehrers, ihrem Mann, wurde auf der Autobahn mit etwa 150 Km/h gestoppt. Der Mann wird nun wegen zu schnellem Fahren angeklagt und muss ein Bußgeld von etwa 400 Euro bezahlen.  

Auch sollen die privaten Fahrlehrer stärker ermahnt werden, dafür zu sorgen, dass ihre Schützlinge wirklich gut vorbereitet sind, wenn sie zur Prüfung antreten.    

Bislang war es auch möglich, an ein und demselben Tag eine Führerscheinprüfung zu wiederholen, falls diese nicht geglückt ist. Auch dieser Praxis will das Zentralamt für Transport künftig einen Riegel vorschieben.   

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