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Wirtschaft

Leitzins zum ersten Mal unter Null

Publicerat torsdag 12 februari 2015 kl 14.01
"Um die Verschuldung der Haushalte muss sich jemand anders kümmern"
(3:31 min)
Stefan Ingves, Leiter der Zentralbank in Stockholm Foto: TT
Stefan Ingves, Leiter der Zentralbank in Stockholm Foto: TT

Die schwedische Zentralbank hat den Leitzins auf ein historisches Tief gesenkt.

Mit -0,1 Prozent liegt der Leitzins erstmals unter null Prozent. Der in Schweden bislang einmalige Schritt ist als Ansporn für die Banken gedacht, mehr billige Kredite zu vergeben, um so den Konsum anzukurbeln und die niedrige Inflation zu bekämpfen. Hauptauslöser für die drastischen Maßnahmen sei nicht die schwedische Wirtschaft, sondern eine zunehmend unsichere Weltlage, so Zentralbankchef Stefan Ingves am Donnerstag.

„Ein negativer Leitzins drückt das allgemeine Zinsniveau in Schweden weiter nach unten. Es lohnt sich, weniger zu Sparen und mehr Kredite aufzunehmen. Dies führt zu mehr Konsum und mehr Investitionen, steigender Nachfrage und steigenden Preisen“, so Stefan Ingves.

Zinswächter auf Tauchfahrt

Der Beschluss der schwedischen Zentralbank kommt nicht unerwartet. Die Zinswächter zielen seit längerer Zeit darauf, die Inflation aus dem Keller zu heben. Erst im vergangenen Herbst hatte die Reichsbank den Leitzins auf null Prozent heruntergeschraubt – Zentralbankchef Ingves machte am Donnerstag deutlich, dass mit -0,1 Prozent das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein müsse.

Zusätzlich zur Leitzinssenkung wird die Zentralbank umgerechnet etwa 1 Milliarde Euro in staatlichen Wertpapieren ankaufen, um weiteren Druck auf die Zinsen auszuüben. Die Zentralbank wolle damit zusätzlich andere Mittel einsetzen, als nur den Leitzins zu ändern, so Ingves.

Angst vor unsicherer Weltlage

Nicht die schwedische Konjunktur, sondern globale Risiken seien der Hauptgrund für den Vorstoß der Reichsbank. Die Situation in Griechenland, Russland und der Ukraine, und auch die Geldpolitik in anderen Weltregionen nannte Ingves am Donnerstag. Auch die gegensätzliche Entwicklung bei der Zinspolitik zwischen dem Euroraum und den USA würde eine große Rolle spielen. Den Haupteinfluss räumte Ingves aber dem sinkenden Ölpreis ein:

„Der dramatische Ölpreisfall hat einen positiven Effekt für importierende Länder wie Schweden oder Deutschland, während die produzierenden Länder etwas schlechter gestellt sind. Gleichzeitig aber ist eine sinkende oder sogar negative Inflation die Folge.“

Gefahr für Bankkunden

Nun ist es nicht so, dass ein negativer Leitzins keine Gefahren in sich birgt. Für die Banken bedeutet der Minuszins, dass es nicht mehr attraktiv ist, Geld bei der Zentralbank zu verwahren, da sie hierfür nun bezahlen müssen. Anstatt das Geld, wie von der Zentralbank erwünscht, in Form von Krediten loszuwerden, könnten die Banken die Extrakosten auch auf ihre Kunden abwälzen. Ein Beispiel wäre, dass die Banken für Sparkonten bezahlt nehmen, was wiederum zur Folge haben könnte, dass die Kunden ihr Geld lieber zu Hause im Sparstrumpf hüten.

Zum weitaus größeren Problem könnte das ewige Sorgenkind der schwedischen Wirtschaft werden: Die hohe Verschuldung der Privathaushalte. Ein höherer Kreditwille bei den Banken, angeregt durch die Zinspolitik der Reichsbank, könnte die Verschuldung bei den Kunden weiter verschärfen. Hier macht der Zentralbankchef unverblümt deutlich, dass dies tatsächlich ein großes Problem sei, das allerdings von anderen als ihm selbst gelöst werden müsse.

Sorgenkind Verschuldung

„Es wird nun umso dringlicher, dass mit anderen Mittel die ungebremst wachsende Kreditvergabe an die Haushalte gedrosselt wird. Die Risiken für die schwedische Wirtschaft sind offensichtlich, und wir sprechen seit Jahren schon darüber. In einer komplizierten Welt muss man aber eine Entscheidung treffen, und gegenwärtig ist die Inflation schlichtweg zu niedrig. Bei der Verschuldung muss jemand anders eingreifen. Vor allem beim Wohnungsmarkt, der sehr unausgewogen ist.“

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