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Pressefreiheit

Schwedens Presse immer ängstlicher

Publicerat fredag 13 februari 2015 kl 10.18
Zeitungen, Foto: Mons Brunius/TT
Die ganze Wahrheit? (Foto: Mons Brunius/TT)

Die Tendenzen zur Selbstzensur unter Schwedens Journalisten haben beunruhigende Ausmaße angenommen. Mehrere Zeitungen greifen am Freitag entsprechende Angaben des Journalistenverbandes auf. Selbstkritik wird dabei nicht ausgespart.

Der Vorsitzende des Journalistenverbandes, Jonas Nordling, hatte am Donnerstag in einer Fragestunde des parlamentarischen Verfassungsausschusses über die wachsende Zahl von Drohungen und Nötigungen gegenüber Journalisten in Presse, Funk und Fernsehen in Schweden berichtet. Selbstzensur sei häufig die Folge. Auch die Chefredakteurin von Upsala Nya Tidning, Charlotta Friborg, hatte auf erschwerte Arbeitsbedingungen und Angst infolge eines in den vergangenen fünf Jahren "zusehends härteren Gesellschaftsklimas" verwiesen.

Pressefreiheit in Gefahr

Obgleich Schweden im aktuellen Pressefreiheitsranking von "Reporter ohne Grenzen" den fünften Platz belegt, müsse man also auch hier zu Lande vor einer unfreien Presse warnen, heißt es beim liberalen "Sydsvenskan". Das Blatt kritisiert Tendenzen, wonach es häufig als besser angesehen werde, "zu schweigen statt zu reden". Meist gehe es dabei um "religiöse Vorstellungen, die nicht kritisiert werden sollten".

Zu einem nicht geringen Teil seien Schwedens Journalisten an den gestutzten Debatten allerdings selber schuld, schreibt Ann-Charlotte Marteus im liberalen Boulevardblatt Expressen. Vor allem beim Thema Migration habe sie selbst ebenso wie viele Kollegen seit Jahren vorauseilenden Gehorsam an den Tag gelegt. Die Folgen seien nun "Selbstzensur auf breiter Front, Angst, die Wirklichkeit vorbehaltlos zu untersuchen und... eine verdummte Öffentlichkeit".

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