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Terror in Kopenhagen

"Das beeinflusst unser Leben als Juden in Schweden"

Uppdaterat måndag 16 februari 2015 kl 14.00
Publicerat måndag 16 februari 2015 kl 09.44
"Wir machen uns Sorgen um unsere Zukunft"
(4:38 min)
Köpenhamnsbor lägger blommor utanför synagogan i Köpenhamn. Foto: Rumle Skafte/TT.
Ein Blumenmeer vor der Synagoge in Kopenhagen, vor der ein junger Mann erschossen wurde (Foto: Rumle Skafte/TT)

Nach den Terroranschlägen in Kopenhagen hat Schweden den Polizeischutz für Synagogen und Moscheen erhöht. Vor allem in den jüdischen Gemeinden geht die Angst um.

Der Terror rückt näher. Das ist das vorherrschende Gefühl in Schweden nach den Attentaten in Kopenhagen. Nur eine halbe Stunde Zugfahrt über die Öresundsbrücke trennen die dänische Hauptstadt von der schwedischen Küstenstadt Malmö. Die Anschläge auf der anderen Seite der Brücke haben massive Konsequenzen, wie Jehoshua Kaufman, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Malmö, betont. „Nicht nur die geografische Nähe, sondern auch unsere sehr engen Beziehungen zu Kopenhagen und der jüdischen Gemeinde dort machen das Ganze so furchtbar“, sagt Kaufman im Schwedischen Rundfunk. „Das beeinflusst unser tägliches Leben als Juden und unsere Sicht auf uns selbst. Wir machen uns Sorgen über unsere Zukunft.“

Keine Macht den Mördern

Dieses Gefühl ist gerade für Juden in Malmö nicht neu. Erst im Sommer vergangenen Jahres war dort ein Rabbiner attackiert worden. Unbekannte schlugen zudem die Fenster der Synagoge ein. Doch mit dem Mord in Kopenhagen hat der Antisemitismus eine neue Dimension erreicht. Die jüdische Gemeinde in Stockholm sagte als Reaktion auf die Anschläge viele Aktivitäten ab. So weit will man in Malmö nicht gehen. „Nein, wir sagen nichts ab. Das würde bedeuten, dass die Mörder ihr Ziel erreichen“, sagt Kaufman. „Allerdings werden wir die Sicherheitsmaßnahmen verstärken und noch aufmerksamer sein, als wir es seit einigen Jahren bereits sind.“

Internationale Kooperation gegen den Terrorismus

Die Polizei in Schweden hat den Schutz für jüdische, aber auch für islamische Einrichtungen erhöht. Die allgemeine Terrorwarnstufe bleibt jedoch unverändert. Zudem arbeitet der Staatsschutz eng mit seinen dänischen Kollegen zusammen, um eventuelle Verbindungen des Kopenhagener Täters mit schwedischen Gruppen zu untersuchen. Auch setzt man vermehrt auf sicherheitspolitische Zusammenarbeit auf internationaler Ebene.

Gemeinsamer Einsatz für die Demokratie

Von Regierungsseite betonen Ministerpräsident Stefan Löfven und Innenminister Anders Ygeman allerdings auch übereinstimmend, dass polizeiliche Maßnahmen allein nicht ausreichen, um die Gefahren des islamistischen Extremismus in den Griff zu bekommen. „Wir alle gemeinsam müssen uns für die Demokratie einsetzen“, sagte Löfven im Schwedischen Fernsehen. „Da sind wir in Schweden mit unseren vielen ideellen Organisationen gut gerüstet.“

Kommunen vernachlässigen Prävention

Gleichzeitig mehren sich die Stimmen, die auch von den offiziellen Stellen mehr Einsatz im Kampf gegen die Radikalisierung vor allem junger Menschen fordern. In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Dagens Nyheter“ schreiben zwei Terrorismusforscher, dass die Gemeinden hier ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht hätten. Vor allem die präventive Arbeit komme zu kurz.

"Checkliste" gegen Radikalisierung

Die staatliche Koordinatorin im Kampf gegen Extremismus Mona Sahlin erklärte dazu im Schwedischen Fernsehen, man werde in Kürze ein Art „Checkliste“ präsentieren. Sie soll helfen, Menschen, die ins extreme Milieu abzurutschen drohen, schneller zu identifizieren.

Wenig Hilfe vom Staat

Kurzfristig geht es der schwedischen Regierung jedoch erst einmal darum, den hier lebenden Juden ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. „Wir werden alles daran setzen, dass sie ihre Religion ausüben und frei in unserer Gesellschaft leben können“, versprach Innenminister Ygeman. Jehoshua Kaufman, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Malmö, hofft, dass diese Versprechen auch umgesetzt werden. Zwar hat die Regierung Anfang des Jahres einen Sonderfond von mehr als 300.000 Euro zum Schutz jüdischer Einrichtungen zur Verfügung gestellt, dennoch müssen Schwedens jüdische Gemeinden den Großteil der Sicherheitsmaßnahmen aus eigener Tasche bezahlen. Fast ein Drittel des gesamten Haushalts seiner Gemeinde gehe dafür drauf, beklagt Kaufman. „Das ist meiner Meinung nach vollkommen unangemessen. Ich erwarte mir von Gemeinden und Regierung jetzt tatsächlich massive Einsätze, um uns in dieser schwierigen Situation zu helfen.“

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