Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Sport

Sprungschanzen im Niemandsland

Publicerat tisdag 17 februari 2015 kl 14.45
"Die Schanzen sind ein Hohn"
(5:19 min)
P1 Dokumentär: Skrytbackarna i Falun Foto: Sindre Leganger
1 av 5
Schön und teuer: Die umstrittenen Sprungschanzen in Falun (Foto: Sindre Leganger)
Charlotte Kalla. Foto: TT Nyhetsbyrån
2 av 5
Der Superstar des schwedischen Wintersports Charlotte Kalla (Foto: TT Nyhetsbyrån)
2015 Falun Skidlandslaget håller presskonferens inför VM. Foto: Bengt Skött/Sveriges Radio
4 av 5
Pressekonferenz der schwedischen Langlauf-Nationalmannschaft am Tag vor der Eröffnung (Foto: Bengt Skött/Sveriges Radio)
Skid-VM
5 av 5
Letzte Arbeiten im Skistadion Lugnet (Foto: Helena Broström)

Am Mittwoch beginnt die Nordische Ski-WM in Falun. Die Veranstalter versprechen ein Spektakel „mit neuen Dimensionen“. Doch während Sport-Schweden mit Spannung auf den Mega-Event schaut, kritisieren andere die enormen Kosten. Vor allem die Sprungschanzen stehen in der Kritik.

Im mittelschwedischen Falun mit seinen 40.000 Einwohnern geht es normalerweise recht beschaulich zu. Deutsche Touristen kennen die Hauptstadt der Provinz Dalarna wohl am ehesten wegen des dortigen Kupferbergwerks. Auch Sundborn, das Heim des schwedischen Malers Carl Larsson, befindet sich in der Nähe. Ab Mittwoch ist es vorbei mit der Ruhe. Zwölf Tage lang trifft sich dort die Elite der Nordischen Sportarten. Falun empfängt dann 700 Athleten aus 55 Ländern. 1.200 Journalisten sind akkreditiert, 200.000 Besucher werden erwartet.

Leben in der Bude

Den Bewohnern scheint es zu gefallen, dass etwas Leben in die Bude kommt. „Es ist immer schön, wenn was Neues passiert“, sagt Grazyna Wallin im Schwedischen Fernsehen. Und auch Martin Kaba freut sich trotz des zu erwartenden Verkehrschaos. „Wegen der vielen Leute kann es schwierig werden, sich in der Stadt zu bewegen. Trotzdem finde ich es cool.“

Die WM – es ist bereits Faluns vierte - soll eine Meisterschaft der kurzen Wege werden. Sämtliche 21 Wettkämpfe werden im zentralen Skistadion Lugnet ausgetragen. Besucher und Teilnehmer können alles bequem zu Fuß erreichen.

Die Kosten explodieren

Doch der Spaß hat seinen Preis. Als Falun den Zuschlag für die WM bekam, rechnete man mit Kosten von umgerechnet knapp 9 Millionen Euro. Mittlerweile kostet der Event die Gemeinde fast das Dreifache. Kommunalrat Jonny Gahnshag verteidigt dennoch die WM: „Natürlich hätten es die meisten Gemeinden in Schweden sicher gerne, dass der Staat eine größere Verantwortung bei internationalen Ereignissen übernimmt, aber wir kriegen das auch so hin. Selbstverständlich belastet die WM unseren Haushalt, aber auf der anderen Seite profitieren die Bewohner Faluns auch viel davon.“

Teure Sprungschanzen ohne Springer

Den Kritikern der Preisexplosion sind vor allem die Sprungschanzen ein Dorn im Auge. Sie schluckten das meiste Geld. Dumm nur, dass es in Schweden fast keine Skispringer gibt.  Die modernste Schanze der Welt steht jetzt in einem Land ohne Athleten, die sie nutzen können.  „Jetzt im Winter sind die mit einer Million Watt beleuchteten Schanzen von der ganzen Stadt aus zu sehen“, sagt der Lokaljournalist Jens Runnberg. „Das ist wie ein Hohn für alle, die finden, dass sich die Gemeinde auf ihre eigentlichen Aufgaben - Gesundheit, Schule und Pflege - konzentrieren sollte.“

Schwedisches Skilegende Boklöv

Doch Kommunalrat Gahnshag ist anderer Meinung. „Ohne moderne Sprungschanzen hätten wir die WM nicht erhalten - so einfach ist das,“ erklärt er im Schwedischen Rundfunk. Außerdem könnten sie ja dazu beitragen, Schweden wieder zu einem Land der Skispringer zu machen. Das war es schon einmal vor rund 50 Jahren, als der legendäre schwedische Skispringer  Jan Boklöv eher aus Zufall den V-Stil einführte. „Es wäre traurig, wenn der Sport total ausstirbt“, meint Gahnshag, „vor allem jetzt da wir so eine fantastische Anlage in Falun haben“.

Der Kampf mit Erzrivale Norwegen

Aus schwedischer Sicht dreht sich so und so alles um die Langlaufwettbewerbe und den ewigen Kampf mit Erzrivale Norwegen. Die Bedeutung des Events ist nicht zu überschätzen. Was den Deutschen Schweinsteiger & Co., das sind den Schweden Charlotte Kalla und die Jungs und Mädels in der Loipe. Seit Wochen spekulieren die Medien über schwedische Medaillenchancen. Jedes Formtief oder –hoch, jede Verletzung, jede Erkältung der potentiellen Medaillenkandidaten wird zur Schlagzeile.  Momentan sorgt sich Skischweden um Emil Jönsson. Der Sprint-Bronzegewinner der OS in Sotchi verletzte sich am Wochenende am Oberschenkel. Charlotte Kalla scheint hingegen rechtzeitig zur WM ihre Form gefunden zu haben. Die 27-Jährige genießt hierzulande Heldinnenstatus, seitdem sie in Sotchi als Schlussläuferin die schwedische Damenstaffel zum Olympiagold führte.

Megaevent fürs Schwedische Fernsehen

Zum vierten Mal arrangiert Falun die Nordische Ski-WM, doch so wichtig wie diesmal war der Event für die Schweden noch nie. Annika Zahr, zuständig beim öffentlich-rechtlichen schwedischen Fernsehen SVT für die Übertragung der WM, bestätigt das: „Ich bin dem Ganzen nachgegangen und in Sachen Sport ist diese WM tatsächlich das größte Ereignis in der Geschichte von SVT, was die Anzahl Kameras und ähnliches betrifft.“

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".