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Berühmtes Foto nachempfunden

Zuviel Gewalt in einer Statue?

Publicerat torsdag 19 februari 2015 kl 12.50
"Die Stimmung war bedrohlich"
(3:14 min)
Växjö sa nej till konstnären Susanna Arwins staty som de anser signalerar våld. Foto: Daniel Ekerot/TT.
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Zuviel Gewalt? (Foto: Daniel Ekerot/TT)
Susanna Arwin. Foto: Tomas Lindberg/Sveriges Radio
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Susanna Arwinhat die Skulptur geschaffen (Foto: Tomas Lindberg/Sveriges Radio)
Lyssnarbild. Foto: Susanne B Budge
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Nicht nur wie hier in Borgholm und Färjestaden Sind Handtaschen aufgetaucht (Foto: Susanne B Budge/lyssnarbild)
Foto: Tittarbild, Sara Fransson
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"Hide & Seek" in Växjö mit Tasche (Foto: Tittarbild, Sara Fransson)
Foto: Tittarbild, Maria Palmkron
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Auch in Malmö trägt Frau Tasche(Foto: Tittarbild, Maria Palmkron)
Foto: SVT
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Selbst Herr trägt Tasche (Foto: SVT)
Foto SVT
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Begenung mit Handtasche (Foto::SVT)
Foto:SVT
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Växjö braucht mehr Handtaschentanten und weniger Nazis, so die Botschaft (Foto:SVT)

Das Motiv ist berühmt, dennoch hat sich der Stadtrat im småländischen Växjö gegen eine Statue ausgesprochen, auf der eine ältere Dame zu sehen ist, die mit einer Handtasche nach einem Neonazi schlägt. Zu gewalttätig findet der Stadtrat. Unterdessen regt sich Protest und an mehreren Denkmälern in der Region tauchen auf einmal Handtaschen auf.

Das Bild stammt aus dem Jahr 1985 und birgt ein wenig Komik. Es zeigt eine aufgebrachte Dame, wie sie mit der Handtasche nach einem Neonazi schlägt. Es wurde bei einer Demonstration in Växjö aufgenommen. Die Familie der Handtaschen-Dame war in Auschwitz gewesen. Die Fotografie ist weltberühmt. Jetzt hat die Künsterlin Susanna Arwin eine Statue aus der Handtaschen schwingenden Frau gemacht – ohne den Neonazi. Sie sollte den Hauptplatz von Växjö, den Stortorget, zieren.

Doch der Stadtrat hat vergangene Woche das Werk abgelehnt. Eva Johansson von der Zentrumspartei ist Vorsitzende des zuständigen Kulturausschusses und erklärt dem Schwedischen Rundfunk warum: „Die Frau schlägt einem Neonazi die Handtasche auf den Kopf. Andersdenkenden muss meiner Meinung nach mit Worten begegnet werden, nicht mit Gewalt.“

Doch gegen die Entscheidung des Stadtrates regt sich Widerstand. Die Sozialdemokraten sammeln Unterschriften für die Statue. Und in der Region sind bei manchen Frauenskulpturen spontan Handtaschen angehängt worden. Beobachter werten dies als Protest für die Statue. Stadträtin Johansson will jedoch bei ihrer Entscheidung bleiben: "Man kann das doch falsch interpretieren – etwa, dass es rechtens ist, Gewalt anzuwenden, wenn man nicht der gleichen Meinung ist. Wir gedenken der Judenvernichtung. Aber darum geht es hier nicht. Dieses spezielle Ereignis aus dem Jahr 1985 wird vielleicht vergessen und dann fehlt hier der Hintergrund.“

Chance verpasst?

Die Skulptur ist das Werk der Künstlerin Susanna Arwin. Sie ist der Meinung, dass Växjö eine Chance verpasst, berühmt zu werden und vergleicht ihr Werk mit dem Revolver mit Knoten, das Symbol der Antigewalt-Bewegung von Carl Fredrik Reuterswärd: „Ich habe Verständnis dafür. Es ist soviel Gewalt passiert mit Charlie Hebdo und in Kopenhagen. Klar kann die Statue als provozierend aufgefasst werden. Aber das ist ja auch eine Chance. Jemand, der hier lebt und viel von Kunst versteht, hat mir gesagt: ‚Ist die Kommune sich bewusst, dass man eine Skulptur verliert, die vielleicht so etwas wird wie der Knoten in der Pistole?‘ Hier geht es doch nicht um das kleine Växjö. Das Bild ist doch weltberühmt. Da richten sich doch die Blicke auf genau diese Frau. Sie ist die Berühmtheit. Vielleicht will man nicht, dass Växjö weltberühmt wird?“

Doch es gibt auch Bürger von Växjö, die sich gegen die Statue aussprechen. Gunilla Johanisson ist gegen die Skulptur, denn sie hatte die Demonstration damals 1985 am Rande miterlebt, als sie ihren Hund spazieren führte: „Die Stimmung war bedrohlich. Das war ein wenig wie eine Hexenjagd auf diese Personen. Die wurden auf dem Bahnhof eingekesselt. Da schwebte ein Hauch von Lynchjustiz.“

Für viele ist das berühmte Foto – und damit auch die Statue – jedoch ein Bild dafür, dass man sich gegen Neonazis wehren muss. Privatpersonen und andere Städte haben deshalb bereits Interesse an dem Werk bekundet.

Nick Näslund/Dieter Weiand

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