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Samische Tradition vor Gericht

Publicerat tisdag 26 maj 2015 kl 13.27
"Das ist wichtig für unsere Kultur"
(3:42 min)
Foto: Niklas Liljebäck/TT
Noch mal davongekommen? (Foto: Niklas Liljebäck/TT)

Kleinwildjagd und Fischerei werden im hohen schwedischen Norden zunehmend populär und somit zur begehrten Einnahmequelle. Wer soll künftig aus dieser Quelle schöpfen können? Darum geht es in dem Prozess, der an diesem Dienstag vor dem Amtsgericht Gällivare begonnen hat und als wegweisend gilt. Vertreter der Samen fordern die alleinige Verfügungsgewalt über Jagd- und Fischgründe. Ihr Kampf dürfte nicht einfach werden.

 

„Jagd und Fischerei sind unheimlich eng mit unserer Art zu leben verknüpft. Die Natur ist unsere Vorratskammer. Das Land und die Gewässer haben große Bedeutung für unsere Kultur“, betont Matti Berg, Vorsitzender der samischen Gemeinde Girjas, im Schwedischen Rundfunk. Gemeinsam mit dem Verband Schwedischer Samen klagt die Gemeinde gegen den Staat, der seinerseits auf die Rechte als Grundeigentümer pocht. In dieser Eigenschaft verwaltet der Staat die Fischerei und die Jagd beispielsweise auf Waldvögel und Schneehühner. Ein Freizeitvergnügen, dem jeder Schwede und mittlerweile auch jeder interessierte EU-Bürger frönen kann, seit das Parlament 1992 beschloss, das jahrhundertealte Verwaltungsrecht der Samen über den Fisch- und Kleinwildbestand auszuhebeln.

Rüffel von der UNO

„Es ist schon merkwürdig, dass wir nun innerhalb des staatlichen Rechtsrahmens gegen den Staat selbst antreten“, meint Matti Berg. „Aber ich gehe davon aus, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Die Sache wird also schon in Ordnung gehen.“ Schwingt hier ein wenig Ironie mit? Die Vereinten Nationen haben Schweden in den vergangenen Jahren mehrfach wegen der aus UN-Sicht diskriminierenden Behandlung der Samen gerügt. Die Gemeinde Girjas als Bannerträger der staatlich anerkannten Minderheit will jedenfalls wieder zurück zu den Regeln vor 1992. Zu den Zeiten, in denen man Kleintierjagd und Fischerei so unter Kontrolle halten konnte, dass die Rentiere in sensiblen Perioden nicht gestört wurden. Und zu den Zeiten, da man mit der Vergabe von Jagdlizenzen und Angelscheinen gut verdienen konnte  – ein Vorrecht, das also mittlerweile der Staat über die Provinzialregierungen wahrnimmt.

Zunehmend unter Druck

An die 4,2 Millionen Hektar staatlichen Grund und Bodens erwarten die Freunde der Kleintierjagd in Norrbotten, der Heimatprovinz von Girjas. Laut Informationen der Provinzialregierung dürfen sich Jäger vor allem auf Moor- und Alpenschneehühner, aber auch auf Waldvögel wie Auerhähne oder Birkhühner freuen. Der jagdfreudigen schwedischen Allgemeinheit dieses Vergnügen wieder zu entziehen, sehen Beobachter als politisch kaum machbar. Gute Aussichten also für Hans Geibrik vom Schwedischen Jägerverband. Geibrik will das jetzige System unbedingt beibehalten: „Die meisten Jäger sehen den Staat als Garant dafür, dass man hier im Gebiet weiterhin jagen kann", sagt er im Schwedischen Rundfunk. "Wenn jemand anders die Verwaltung übernähme, wäre es  zum Beispiel fraglich, ob genug Geld hereinkommt."

Justitia ohne Eile

Eine mögliche Entscheidung dürfte sich noch lange hinziehen. Allein sechs Jahre sind von der Einreichung der Klage der Gemeinde bis zum jetzigen Prozessbeginn bereits vergangen, und vergleichbare Rechtsfälle, in die samische Gemeinden verwickelt waren, zogen sich jeweils 14 Jahre hin – so der „Härjedals-Fall“ (entschieden schließlich 2004) und der „Nordmalings-Fall“ (2011). Den Repräsentanten der Ureinwohner bleibt wie so oft nur, abzuwarten. Keine rosigen Aussichten für die Samen, deren Kultur in den vergangenen Jahren ohnehin - vor allem aufgrund des massiven Ausbaus der Windkraft- und der Grubenindustrie - immer stärker unter Druck gerät.

Text: Anne Rentzsch, Hintergrund:Jörgen Heikki, SREkot

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