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Eklat beim Königlichen Ballett

Wenn Hautfarbe plötzlich eine Rolle spielt

Publicerat fredag 13 november 2015 kl 13.25
"Warum hat man nicht mich gefragt"
(4:31 min)
En affisch med en av huvudrollsinnehavarna i Kungliga operans uppsättning av Svansjön har orsakat debatt. Foto:  Carl Thorborg och Lisa Wall
Es liegt im Auge des Betrachters - Szene aus der Inszenierung von Schwanensee und das umstrittene Plakat (Foto: Carl Thorborg och Lisa Wall)

Das Königliche Ballett sieht sich gezwungen ihre Kampagne für die Aufführung von Tschaikowskis Schwanensee zu ändern. Auslöser war ein Plakat, auf dem ein heller Fuß auf einem dunklen Gesicht zu sehen ist.

Der Proteststurm – vor allem in den sozialen Medien – war enorm. Der Anlass war das Plakat zur Aufführung von Tschaikowskis Schwanensee. Es zeigt den Kopf eines schwarzen Mannes, die Augen sinnlich geschlossen, den Mund leicht geöffnet. Seitlich dann ein heller Fuß, der den Kopf zur Seite drückt. Es war offenbar zu provozierend.

Die Leitung der Königlichen Oper, unter der das Ballett firmiert, sah sich gezwungen, das Plakat zu entfernen. Die Reaktionen – vor allem in den sozialen Medien – waren zu heftig, erklärt der Pressesprecher der Königlichen Oper Thorbjörn Eriksson gegenüber Radio Schweden:

„Wenn es so ein starker Sturm in den sozialen Medien wird, kann man das nur sehr schwer stoppen. Wir wollten diesen Sturm lindern und die Kritik ernst nehmen. Deshalb haben wir am Mittwochmorgen diese Entscheidung getroffen.“

Liebe statt Rassimus

Die Rezensentin der Kulturredaktion des Schwedischen Rundfunks, Cecilia Djurberg, hat die Aufführung gesehen und kann die Aufregung nur begrenzt nachvollziehen, denn die Botschaft auf dem Bild sei doch eine ganz andere:

„Es geht hier um ein Liebestreffen zwischen dem Prinzen und der verzauberten Schwanenprinzessin, das hat sexuelle Spannung. Wenn man das weiß, so interpretiert man ganz eindeutig, dass der Gesichtsausdruck mit geschlossenen Augen und dem Fuß im Gesicht, einen Genuss widerspiegelt. Jetzt ist der Mann auf dem Bild der Tänzer Clyde Emmanuel Archer, und der ist schwarz. Gina Tse, die die Odette tanzt und deren Fuß wir auf dem Bild sehen, ist Asiatin.“

Künstler nicht gefragt

Der Person auf dem Foto - Clyde Emmanuel Archer – ist die Reaktion in den sozialen Medien befremdlich. Die Kritiker hätten sich kaum mit dem Bild auseinandergesetzt:

„Man sollte sich doch fragen, warum ist da ein Fuß im Gesicht. Dem sollte man dann doch nachgehen und sich fragen, was in Schwanensee passiert. Warum hat man nicht auch einfach mich gefragt?“

Die wütenden Antirassisten haben darauf keine Rücksicht genommen. Thorbjörn Eriksson will Radio Schweden nicht genau wiedergeben, was geschrieben wurde, denn es seien viele Schimpfworte gefallen: „Es waren viele Reaktionen. Dann gab es auch ein separates Forum, auf das wir überhaupt keinen Einfluss haben. Auch da waren die Reaktionen sehr stark.“

Wie frei darf Kunst sein?

Eriksson bestätigt, dass im Großen und Ganzen sehr positiv auf die Entscheidung reagiert wurde, das Plakat dann zu entfernen. Auch die Künstler hätten Verständnis für die Maßnahme gehabt, hatten es aber gleichzeitig auch schade gefunden, so Eriksson. Dass die Kunst frei sei und provozieren müsse, sei eben ein relativer Begriff:

„Klar, das ist eine ständige Frage. Kunst muss provozieren. Gleichzeitig ist die Kunst nicht von der Gesellschaft unabhängig. Es ist eine schwierige Sache.“

Lautstarkes Internet

Die Entscheidung hat für Entspannung gesorgt. Das sieht auch Cecilia Djurberg so. Die Kulturjournalistin stellt aber auch fest, dass das seinen Preis hatte:

„Es ist positiv, wenn eine Kulturinstitution wie die Oper respektiert, wenn die Leute ablehnend reagieren. Das Plakat war in der Öffentlichkeit gehangen und Menschen mit unterschiedlichem Verständnis und unterschiedlichen Erlebnissen im Zusammenhang mit Rassismus haben es gesehen. Andererseits finde ich, dass wir ein Problem in der öffentlichen Debatte bei den sozialen Medien haben, wenn lautstarke Menschen rein aus Reflex toben, ohne sich in den Zusammenhang zu vertiefen.“

Oper und Ballet hätten aus dieser Geschichte jedenfalls ihre Lehren gezogen und würden in Zukunft vorsichtiger agieren, sagt Thorbjörn Eriksson:

„Schade ist hier nur, dass unser schwarzer Hauptdarsteller sich jetzt gefragt hat, ob er in Zukunft eine Rolle bekommt, weil das Thema so sensibel geworden ist.“

Simon Sarnecki/Dieter Weiand

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