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#familjutomlands

„Ich habe meine Chefin vom Flughafen aus angerufen“

Publicerat torsdag 26 november 2015 kl 10.14
"Ich hätte mir mein Leben lang Vorwürfe gemacht"
(3:21 min)
In Schweden arbeiten, in Deutschland einen Angehörigen pflegen: Wie bekommt man das hin? So wie Lehrerin Ute Bathmann Björnberg (Foto: privat)
Ute Bathmann Björnberg: "Der Mensch ist immer das Wichtigste" (Foto: privat)

In Schweden leben – und plötzlich nach Deutschland reisen müssen, um einen Angehörigen zu pflegen: Der Deutsch-Lehrerin Ute Bathmann Björnberg halfen eine gute Vorbereitung und eine kulante Chefin, als sie Hals über Kopf zu ihrem Vater nach Bremerhaven musste.

„Mein Bruder rief mich aus Deutschland an und sagte, unser Vater sei gestürzt und müsse operiert werden. Der Mann ist 96, da ist eine Operation immer ein gewisses Risiko“, erzählt Ute Bathmann Björnberg Radio Schweden. „Ich habe meine Chefin vom Flughafen aus angerufen und ihr die Situation geschildert. Alle Unterrichtsvorbereitungen für die Woche vor den Herbstferien hatte ich ihr bereits gemailt, so dass es für die Vertretung keine Probleme geben würde. Meine Chefin hat sofort gesagt: Fahr und melde dich aus Deutschland, dann sehen wir weiter.“ 

Auch bei einem Nein wäre die Deutsch-Lehrerin zu ihrem kranken Vater gefahren. Denn hätte er die Operation nicht überstanden, hätte sie sich ewig Vorwürfe gemacht, sagt Bathmann Björnberg. Einen längeren Aufenthalt in Deutschland plant sie nicht, denn sie könne ja nicht einfach ihren Beruf aufgeben. Doch wenn es absolut unvermeidlich sei, würde sie nach 30 Jahren in Schweden auch für eine gewisse Zeit zurückgehen. „Man muss sich fragen: Was ist das Wichtige? Der Mensch oder das Geld? Und da muss man ja wohl sagen: der Mensch.“

Vor dem Auswandern nicht dran gedacht

Eine andere Userin berichtet von einem ähnlichen Dilemma. Anna Luise Heermann aus Björkön in Västernorrland hat das so kommentiert: "Gott sei Dank haben sich meine Geschwister in Deutschland um alles gekümmert! Aber ein schlechtes Gewissen hat man all die Jahre gehabt, nicht helfen zu können. Wenn man im Alter von 27 auswandert und die Zurückbleibenden gesund und stark sind, denkt man nicht daran, dass sich das in 20 Jahren sehr ändert."


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