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Kinderliteratur

Lennart Hellsing gestorben

Uppdaterat torsdag 26 november 2015 kl 15.37
Publicerat torsdag 26 november 2015 kl 11.05
"Ein Schatz aus Reimen, der Freude an Wörtern und Fantasie weckt"
(6:27 min)
Lennart Hellsing med en av sina böcker (arkivbild). Foto: Henrik Montgomery/TT
Lennart Hellsing (Foto: Henrik Montgomery/TT)

Er mischte die Kinderliteratur wie sonst nur Astrid Lindgren auf, er sprach Kinder auf eine Weise an, wie das vorher kein Autor getan hatte und mit seinen skurrilen Versen und extravaganten Figuren schuf er einen Kanon für viele Generationen: Lennart Hellsing. In der Nacht zum Mittwoch ist er 96-jährig gestorben.

1945, das Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg endete, war auch eine Zäsur in der schwedischen Kinderliteratur: Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf erschien, und Lennart Hellsing gab sein erstes Kinderbuch heraus. 

„Den Krieg und die Nazi-Zeit habe ich als so schrecklich erlebt, das sollte sich nie wiederholen dürfen, war mein Gefühl nach Kriegsende“, erzählte der Nestor der Kinderliteratur 2009 im Schwedischen Rundfunk. „In eine andere Richtung als das Kämpfen beeinflussen kann man aber nur Kinder.“ 

Lennart Hellsing schrieb für Kinder, wie es vor ihm niemand getan hatte. „Er war ein Zauberer und mir kommen die Tränen, wenn ich ihn hier singen höre“, kommentiert die Literaturkritikerin der Zeitung Svenska Dagbladet Erika Hallgren im Schwedischen Rundfunk. „Er war ein großartiger Schriftsteller und ist nun da oben gemeinsam mit Astrid Lindgren und der Mumintroll-Erschafferin Tove Jansson. Er war ein Wortverdreher, jemand, der sich mit Autoritäten schwer tat und etwas gegen das Kinderbuch als moralische und lehrende Instanz hatte. Er wollte, dass Bücher Kindern Spaß machen.“ 

Bananen einmal sozial betrachtet 

Das dürfte Lennart Hellsing mit rund 100 weiteren Büchern nach seinem Debüt vor 70 Jahren mehr als gelungen sein. Seine Reime über „Krakel Spektakel, kusin vitamin“, „Herr Gurka“ und „Bagar Bengtsson“ (Bäcker Bengtsson), allesamt Klassiker und immer wieder neu interpretiert, sind aus den Gesangstunden in schwedischen Kindergärten und Vorschulen nicht mehr wegzudenken. Absurde Wendungen, kein einziger Reim auf Krampf, nie hat er etwas nur als Spaß gemeint, sondern das Skurrile hatte bei aller Expermentierlust immer auch seine Nähe zum Ernsthaften. Seine Ideen kamen – wen wundert’s – aus dem wahren Leben. 

„Indirekt habe ich alles von der Wirklichkeit kopiert, wenngleich auch umgewandelt. Kunst hat ja immer auch einen Symbolwert, Ausdrücke für Freude oder Trauer oder etwas anderes.“ 

Alle Arten von Gemüse hat Hellsing mit Reimen bedacht, der Banane hat er sogar ein ganzes Buch gewidmet: das „Bananenbuch“, das 1975 erschien. Auf die Frage, ob er sich bei seiner Brasilienreise zu seinem neuen Buch habe inspirieren lassen, erklärte Hellsing im Schwedischen Rundfunk – und meinte dies keineswegs ironisch: 

„Teilweise schon. Mein neues Buch über Bananen handelt vom sozialen und religiösen Leben von Bananen. Weil es in Brasilien viele solcher Dinge gibt, wird sich die Reise wohl auswirken.“ 

Weg von Folklore 

So wie die Kinderliteratur in Schweden vorher war, wollte Hellsing nie schrieben. Die Volksmärchen von Trollen und Hexen waren ihm zu eintönig und vielfach auch zu sehr mit erhobenem Zeigefinger geschrieben. Seine Geschichten und Reime sollten sich im Hier und Jetzt der Kinder abspielen und thematisch wiederspiegeln, dass mehr und mehr Menschen in den Städten wohnten. 

„Natürlich brauchen Kinder auch eine gewisse Erziehung. Ich wollte aber die Kinder immer direkt auf der Gefühlsebene ansprechen. Eine Art von Konkretismus, allerdings ohne Kunstworte, meistens jedenfalls, sondern richtige Worte, die man eigentlich auch nicht nur lesen, sondern vielmehr rezitieren soll, so dass man diese Reime mit dem gesamten Körper spürt.“ 

1919 geboren, aufgewachsen in dem kleinen Ort Västanfors, das heute ein Stadtteil von Fagersta in Västmanland ist, wusste Lennart Hellsing schon früh, dass er Schriftsteller werden wollte. Auf dem Gutshof von Västanfors wohnte ein Autor, den in Hellsings Kinderaugen immer eine gewisse Aura umwehte. Zunächst jedoch lernte Hellsing Ingenieur und schrieb nebenher Buchrezensionen für Zeitungen. 

Aus wörterbegeisterten Kindern werden Leser 

Während seines, wie er selbst sagt unerwartet langen Lebens erhielt Lennart Hellsing viele Preise, darunter 1974 den großen Preis der staatlichen Literaturförderung, auch „kleiner Nobelpreis“ genannt. Die Laudatio hielt keine Geringere als Astrid Lindgren. 

„Es ist wohl so, dass längst nicht alle begreifen, wie lebensnotwenig es für ein Kind sein kann, von einem Krakel Spektakel und einer ‚kusin vitamin‘ zu hören, die an einer Gardine schaukeln. Die Literaturförderung aber hat das eingesehen und das ehrt sie. Sie hat begriffen, dass Du, Lennart Hellsing, Schwedens Kindern das gegeben hast, was für englische Kinder ganz selbstverständlich zum Kulturerbe gehört: einen Schatz aus Reimen und Versen, die ihre Freude an Wörtern und ihre Fantasie wecken. Ich bin davon überzeugt, je eher ein Kind diese Freude an Wörtern entwickelt, desto wahrscheinlicher ist es, dass daraus ein Leser wird, so dass auch die armen Autoren, die für Erwachsene schreiben, den ein oder anderen Leser gewinnen, die wir so dringend brauchen.“

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