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Weltklimagipfel von Paris

Keine Vertreter der Samen mit am Tisch

Publicerat måndag 30 november 2015 kl 14.32
"Peinlich für Schweden"
(2:58 min)
Eifelturm (Foto: AP Photo / Thibault Camus / TT)
Ab heute laufen die Klimaverhandlungen von Paris (Foto: AP Photo / Thibault Camus / TT)

Die schwedische Klima-Delegation ist ohne Vertreter der Urbevölkerung der Samen nach Paris gereist.

Etwa 10.000 Gesandte aus 195 Staaten nehmen in den kommenden zwei Wochen an der großen Weltklimakonferenz teil. Im Unterschied zu Norwegen und Finnland hat die schwedische Regierung entschieden, keinen Vertreter von Europas einziger Urbevölkerung bei den offiziellen Verhandlungen mit am Tisch zu haben. Für Interessenvertreter der Samen ein unbegreiflicher Vorgang:

„Das ist fast schon ein Skandal“, so Håkan Jonsson vom Sameting, der parlamentarischen Vertretung der Samen in Schweden. „Wir haben wirklich versucht, Teil der schwedischen Delegation zu sein.“

Klimawandel verheerend für Urbevölkerungen 

Mit fast 60 Teilnehmern fährt die offizielle Delegation aus Schweden nach Paris. Minister, Behördenvertreter und Repräsentanten schwedischer Organisationen werden die Verhandlungen bei den Klimagesprächen von Paris führen.

Klimaveränderungen wirken sich besonders stark in den nördlichen Regionen aus. Die Lebensweise von Urbevölkerungen wie die der Samen wird schneller und heftiger von der Erderwärmung beeinflusst. Zahlreiche Staaten haben aus diesem Grund Abgesandte der Urbevölkerungen als Teil der offiziellen Delegationen nach Paris entsandt. Auch die skandinavischen Nachbarländer Norwegen und Finnland haben Vertreter der Samen mit am Verhandlungstisch.

Staat übernimmt Interessenvertretung

Schweden aber nicht. Katja Awiti vom Umwelt- und Energieministerium erklärt warum:

„Die Repräsentanten der schwedischen Delegation vertreten Fragen der Klimaumstellung für ganz Schweden. Selbstverständlich werden dabei Gesichtspunkte aus allen Teilen der Gesellschaft miteinbezogen. Der Klimawandel betrifft das ganze Land, und die zentralen Behörden treten als Vertreter des ganzen Landes auf. Wir verhandeln nicht für die verschiedenen Regionen, sondern im Sinne des ganzen Landes“, so Awiti im Schwedischen Rundfunk.

Dass die staatliche Delegation die Interessen der Samen vertritt, ohne Vertreter der Samen, ist für Håkan Jonsson vom Sameting unhaltbar:

„Die schwedische Regierung weist hier Spuren früherer rassistischer und diskriminierender Kolonialpolitik auf. Hier wird deutlich gezeigt, dass am Wissen und den Traditionen der Samen kein Interesse besteht.“

Als allgemeine Teilnehmer akkreditiert

Die Abgesandten des Sameting werden nun stattdessen als Vertreter der Zivilgesellschaft nach Paris fahren. Sie erhalten damit Zugang zu den Konferenzräumlichkeit und die Möglichkeit, mit den Teilnehmern des Weltklimagipfels zu diskutieren. An den eigentlichen Verhandlungen werden die Samen aus Schweden aber nicht direkt mitwirken können.

Peinlich für Schweden, wie die norwegische Politikerin und Samen-Vertreterin Aili Keskitalo meint:

„Die Samen sind Europas einzige Urbevölkerung. Dass Schweden zu dieser Klimakonferenz ohne samische Vertreter fährt, ist peinlich.“

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