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Schlechte Bereitschaft

Im Krisenfall muss Schweden bald hungern

Publicerat torsdag 3 december 2015 kl 14.26
"Zivile Verteidigung aus Naivität abgebaut"
(4:01 min)
Im Krisenfall reichen die Lebensmittelvorräte in Schweden 10 bis 12 Tage (Foto: Björn Lindgren/TT)
Hier sollte jeder ordentlich auffüllen, denn im Ernstfall gibt es nach zehn Tagen im Supermarkt nichts mehr (Foto: Björn Lindgren/TT)

Schweden hat keinerlei Reserven gelagert, um für einen Krisen- oder sogar Kriegsfall gerüstet zu sein. Der Verteidigungsausschuss im Parlament will nun die Krisenbereitschaft im Land erhöhen.

Im Zweifel ist jeder auf sich selbst gestellt. Sollte eine ernsthafte Versorgungskrise eintreffen, müssen die Einwohner Schwedens mindestens 72 Stunden ohne äußere Hilfe klarkommen, soll heißen, man braucht eine Taschenlampe, einen Campingkocher, ein batteriebetriebenes Radio und natürlich Lebensmittel und Wasser. Und dann?

„Die Leute denken zuerst an sich selbst, man rennt ins nächste Geschäft und kauft ein", meint der Vorsitzende des „Civilförsvarsförbundet", Sven Lindgren, gegenüber Radio Schweden. Der 1937 gegründete Verband ist ein Zusammenschluss mehrerer Freiwilligenorganisationen, die im Ernstfall bei der zivilen Verteidigung helfen.

„Moderne Wohnungen haben keine Vorratskammer mehr, auch in den Geschäften gibt es keine Vorratslager. Nimmt man das Zentrallager der Lebensmittelketten, die Lebensmittelindustrie und die Importhäfen zusammen, dann reichen unsere Lebensmittel vielleicht zehn, zwölf Tage, dann ist Schluss."

Lange Jahre der Demontage

Kämen noch Probleme im Transportsektor hinzu, ginge es sogar noch schneller, meint Lindgren. Die Privathaushalte müssten einsehen, dass der Staat nicht zu Hilfe eilt, wenn eine ernsthafte Krise eintrifft. Im Gegensatz zu den anderen Ländern der EU nämlich habe Schweden in den vergangenen Jahrzehnten eine umfassende Demontage der Krisenbereitschaft betrieben.

Auf die verheerenden Folgen wies zuletzt vor einem Jahr die Behörde für Katastrophenbereitschaft (MSB) hin. In ihrem Bericht forderte sie Nachbesserung in zentralen Punkten: eine robuste medizinische Notaufnahme, robuste Stromversorgung, robuste Transportinfrastruktur und nicht zuletzt eine gesicherte Lebensmittelversorgung.

Blauäugige Politik

Genau an diesem Punkt mache sich die stetige Demontage seit Schwedens EU-Beitritt 1994 besonders bemerkbar, sagt Sven Lindgren vom Zivilen Verteidigungsverband. Demnach produziert Schweden nach wie vor nur etwa die Hälfte seiner Lebensmittel selbst, Finnland hingegen 80 Prozent. Doch was noch schlimmer sei:

„In Schweden gibt es keine Behörde, die für die Lebensmittelversorgung zuständig ist. Die Politik ist blauäugig. Der kalte Krieg endete, die Sowjetunion brach zusammen, es sollte ewigen Frieden geben, wir traten der EU bei. In den 1990ern hat Schweden sämtliche seiner Bereitschaftslager geleert, was zudem mit hohen Kosten verbunden war."

Noch einmal Finnland zum Vergleich: Dort sind für den Fall einer ernsten Krise Lebensmittel und andere überlebenswichtige Güter für zwölf Monate gelagert.

Naiv und stolz darauf

Die stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, die Sozialdemokratin Åsa Lindestam, räumt eine gewisse Unbedarftheit seitens der Politik ein.

„Also, ich bin ja stolze naive Schwedin! Ich finde es positiv, naiv zu sein. Gleichzeitig beobachten wir eine zunehmend angespannte Lage in unserem näheren Umfeld. Das fordert von uns, dass wir die Entwicklung begreifen und was sie für unser Land bedeuten könnte. Wir brauchen also dringend wieder eine zivile Verteidigung, die in Bereitschaft ist. Das betrifft Lebensmittel, aber auch eine Menge andere Dinge."

Und der Liberale Allan Widman, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, verdeutlicht, warum die nun vom Ausschuss erarbeitete Broschüre für Gemeinden, Behörden und Organisationen wichtig ist. „Es ist lange geschlampt worden, so dass in Vergessenheit geraten ist, wie es einmal ausgesehen hat. Nun müssen wir zusehen, dass wir auf das frühere Niveau der Krisenbereitschaft zurückkehren."

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