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Asylheimbrände

Verwirrung um Brände

Publicerat torsdag 10 december 2015 kl 16.06
„Keine Anzeichen eines organisierten Zusammenwirkens“
(5:15 min)
Bränder vid asylboenden på en karta. Grafik: Susanne Lindeborg/Sveriges Radio.
Darstellung der Asylheimbrände im Schwedischen Rundfunk (Quelle: Ekot / Sveriges Radio)

Die vielen Brände von geplanten oder befindlichen Asylheimen sind trotz polizeilichen Sonderprioritäten weitgehend unaufgeklärt. Dazu kommen Erkenntnisse, denen zufolge nahezu ein Drittel der Brände nicht außen sondern innen begonnen hatten.

Das einzig wirklich Konkrete ist die Tatsache, dass Asyleinrichtungen brannten. Aber schon die Frage nach der Anzahl dieser Brände ist nicht völlig klar. Allein im Schwedischen Rundfunk war abwechselnd von 30, 34 und 39 Bränden seit Juli diesen Jahres die Rede.

In der Presse wird häufig eine ungefähre Summe angegeben, wie „rund 30“, „über dreißig“ usw. Schwammig auch das zunächst nahe gelegte Bild, die Brände wären durch organisierte Rechtsextremisten gelegt worden. Konkrete Nachweise dafür gab es nicht, die Berichterstattung fand viele Argumente, die dafür sprachen, allerdings mangelte es an Fakten.

Reichstag lässt sich berichten

Der Rechtsausschuss des Schwedischen Reichstags ließ sich vor wenigen Tagen vom höchsten Polizeichef des Landes, Dan Eliasson, einen Bericht vorlegen, den der Sprecher des Ausschusses, Roger Haddad, gegenüber dem Schwedischen Rundfunk wie folgt kommentierte:

„Nach Auskunft des Polizeichefs waren die Brände nicht organisiert, es wird aber weiterhin ermittelt. Er berichtete, dass es rund dreißig Brände in Asylunterkünften gab, aber dass rund ein Drittel davon aus dem Inneren begannen – so habe ich das verstanden – und das zeigt meiner Meinung nach, dass die Planung und Bemannung dieser Heime durch die Migrationsbehörde immer wichtiger wird.“

Haddad verweist darauf, dass die Überbelegung der Unterkünfte in Kombination mit fehlender Beschäftigung und Ausbildung zu Konflikten führe. In bestimmten Fällen, so Haddad, sei es dadurch „leider dazu gekommen, dass man Bettdecken in Brand gesetzt“ oder ähnliche Aktionen durchgeführt habe.

Brandursache Hilferuf?

Ein Teil der Brände, so die Schlussfolgerung, sei als „Hilferufe“ der Asylbewerber zu verstehen.

Der Pressesprecher der Polizei, Fredrik Wallén, macht aber drauf aufmerksam, dass solche Verhaltensweisen auch in anderen Zusammenhängen vorkommen: „Generell kann man sagen, das kennen wir aus den Gefängnissen und eigentlich allen Bereichen, in denen sich viele Menschen befinden, denen es nicht gut geht, dass dort das Anlegen eines Brandes als eine Methode verstanden werden kann, um Hilfe zu rufen. Aber wir können da keine allgemeinen Schlussfolgerungen zu diesen Bränden ziehen, sondern hier muss jeder einzelne Fall für sich polizeilich untersucht und für sich gesehen werden.“

Brandherde „im Inneren“

Gegenüber dem Schwedischen Rundfunk hat die Einsatzleitung der Polizei (NOA) unterdessen bestätigt, dass einer von drei Bränden nicht von außen, sondern im Inneren der Unterkünfte entstanden waren. Dabei wurde betont, dass dies nicht bedeute, dass die Brände durch die Bewohner selbst gelegt worden seien. Als Brandursache kämen auch Unfälle oder elektrische Fehler in Frage. Außerdem bestehen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie ein Brandsatz, der von außen ins Innere eines Gebäudes geworfen werde, zu werten sei.

Vor der Aufklärung muss erst einmal ermittelt werden

Auf die Frage nach der konkreten Zahl von Bränden und Verdächtigen sagte Wallén: „Gestern kamen wir auf 39, und dabei geht es also um alle Brände, die uns bekannt wurden. Das kann alles sein, angefangen von Rauchentwicklung in kleinem Umfang bis hin zu Totalschäden. Aber etwa ein Drittel aller dieser Brände haben ihren Brandherd im Inneren des Gebäudes. Die Ursache ist dabei noch völlig unklar. Das kann durch einen Unfall oder durch Fahrlässigkeit sein oder aber auch Absicht. Und ob eine Absicht vorlag, das müssen die Untersuchungen erst noch zeigen, genauso wie grobe Fahrlässigkeit, das kann ja auch ein Vergehen sein “.

Mutmaßung organisierter Rechtsextremismus

Als im Verlauf des Sommers und des Herbstes diesen Jahres immer wieder Asyleinrichtungen brannten, folgte stets die öffentliche Empörung auf dem Fuß. Auf der Suche nach den Ursachen wurden immer wieder politische Motive oder Fremdenhass ins Spiel gebracht.

Die Polizei ermittelte immer wieder in alle Richtungen. Wie also ist heute der Erkenntnisstand in der Frage, ob und wie viele Brände auf das Konto der organisierten Rechtsextremisten gehen? „Nichts deutet darauf hin, und wenn es Anzeichen dafür gäbe, dann wäre uns das bekannt“, sagte Polizei-Pressesprecher Fredrik Wallén.

„Wir sehen keine solchen Anzeichen eines organisierten Zusammenwirkens hinter diesen Bränden. Und das ist unser Standpunkt.“ Die öffentliche Meinung darf und will die Polizei nicht beeinflussen, betonte Wallén. Was im öffentlichen Diskurs durch die Polizei einzubringen ist, das sind Fakten!“

Michael Harmann

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