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(Publicerat idag kl 15.15)
Autoindustrie

Nevs: Milliarden-Geschäft mit Fragezeichen

Publicerat fredag 18 december 2015 kl 14.30
Wie seriös ist das chinesische Angebot?
(5:46 min)
Autofabrik in Trollhättan Foto: Björn Larsson Rosvall/TT.
Aufschwung oder wirtschaftlicher Bauchplatscher für Trollhättan? Foto: Björn Larsson Rosvall/TT.

Der chinesische Elektroauto-Deal mit Saab-Nachfolger Nevs gilt als eine der größten Investition aller Zeiten in der schwedischen Industrie, wirft aber viele Fragen auf.

Für umgerechnet etwa 11 Milliarden Euro soll Nevs Elektroauto-Karossen nach China liefern und damit im enormen Zukunftsmarkt für E-Autos in Fernost mitmischen. In der wirtschaftlich gebeutelten Industrieregion von Trollhättan in Westschweden kommt bereits reichlich Vorfreude auf. Von dem chinesischen Auftraggeber, Panda New Energy, haben aber selbst Branchenfachleute bislang noch nichts gehört. Wie seriös ist das chinesische Angebot?

„Man weiß im Grunde nichts über dieses Unternehmen“, erklärt die China-Korrespondentin des Schwedischen Rundfunks, Hanna Sahlberg. „Dieses Bild erhält man jedenfalls, wenn man hier in China mit Branchenexperten redet. Das Unternehmen hat keine Homepage, es sieht so aus, als gebe es die Firma erst seit dieser Woche. Womöglich ist es ein Zusammenschluss chinesischer Geschäftspartner oder ein existierendes Unternehmen, das sich einen englischen Namen gegeben hat. Man kann auch darüber spekulieren, ob die Eigentümer von Nevs selbst gemeinsam mit chinesischen Partnern dahinterstehen. Bis wir mehr Informationen erhalten, können wir nur spekulieren.“

Bislang Produktionsstillstand bei Nevs

 2012 hatte das chinesische Konsortium National Electric Vehicle Sweden (Nevs) Teile des Traditionsautobauers Saab nach dessen dramatischem Konkurs übernommen. Die Produktion stand seitdem weitgehend still, Elektroautos sind in Trollhättan bislang nicht vom Band gegangen. Der am Donnerstag bekannt gegebene Auftragseingang aus China schlug in Westschweden entsprechend ein wie eine Bombe.

Über 11 Milliarden Euro will die chinesische Panda New Energy in Nevs investieren. Dies entspricht in etwa dem, was Schweden in zwei Jahren für den Verteidigungshaushalt ausgibt. In den kommenden Jahren soll Nevs lackierte Karossen für 150.000 E-Autos liefern, die anschließend in einer Nevs-Fabrik in China fertigmontiert und im Transportsektor eingesetzt werden sollen. Hinzu kommen weitere 100.000 E-Autos und Dienstleistungen von anderen Unternehmen, an denen Nevs beteiligt ist.

Wer ist der Investor?

Der China-Experte Fredéric Cho sagte der Nachrichtenagentur TT, dass große Geschäfte mit unbekannten Akteuren wie Panda New Energy nicht ungewöhnlich seien. In China gebe es sehr viele Unternehmen mit kurzer Firmengeschichte. Die chinesische Regierung habe den E-Auto-Markt stark reguliert. Panda New Energy genieße offensichtlich die Unterstützung der Regierung bei diesem Geschäft, so Fredéric Cho, der Parallelen zur chinesischen Übernahme des schwedischen Autobauers Volvo zieht. Auch in diesem Falle sei der Investor, die chinesische Geely, ein bis dato relativ unbekanntes kleines Unternehmen gewesen.

Elektroautos sind bislang eher Ausnahmeerscheinungen in China. Nur etwa 80.000 E-Autos gibt es heute im Reich der Mitte. Die chinesische Regierung hat aber einen Elektro-Boom für die kommenden Jahre ins Auge gefasst, mit einem enormen Ausbau an Ladestationen und Millionen von klimaverträglicheren E-Autos. Ob die schwedischen Autobauer an diesem Boom teilhaben dürfen?

In schwedischem Interesse?

Dafür spricht, dass der Gründer von Nevs, Kai Johan Jiang, ein schwedisch-chinesischer Geschäftsmann ist, der gerne auf seine enge Anbindung an Schweden hinweist. Gleichzeitig gilt Jiang allerdings als Risikokapitalist ohne große Erfahrungen im Automarkt.

„Man kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass es sich hier um bloße wirtschaftliche Spekulation handelt, wenn eine enorme Summe in einen Fahrzeugtyp investiert wird, der in China noch kaum verwendet wird“, so Hanna Sahlberg.

Freude in Trollhättan

Für Trollhättan werde der Auftrag in jedem Fall erstmal neue Arbeitsplätze schaffen, betont Nevs-Geschäftsführer Mattias Bergman.

„Zum Frühling beginnen wir mit dem Umbau der Fabrik und stellen etwa 50 Personen im Monat ein, vor allem Ingenieure. Bis zum Sommer werden wir etwa 100 Autobauer einstellen, um die Produktion vorzubereiten.“ Ob die neuen Modelle unter der alten Traditionsmarke Saab vom Band gehen werden, sei noch unklar, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Wirtschaftsminister Mikael Damberg nannte die Ankündigung aus China ein „unglaublich positives Zeichen“ für Trollhättan und die schwedische Autoindustrie.

„Es läuft gut für die gesamte Industrie und die Autoindustrie, es entstehen immer mehr Jobs. Wir verfügen über großes Fachwissen hier in Schweden, und internationale Akteure wollen hier investieren. Wenn die Produktion in Trollhättan wieder anläuft, wäre dies unglaublich wichtig für die Menschen dort, und auch für ganz Schweden.“

Zulieferer wenig euphorisch

Die Zulieferer der Autoindustrie in Schweden geben sich jedoch weitaus vorsichtiger. Trotz der enormen Investitionssumme von 11 Milliarden Euro bedeute das Geschäft nicht unbedingt auch mehr Arbeitsplätze bei den Zuliefererfirmen, sagte Fredrik Sidahl von der Interessenorganisation der KFZ-Zulieferer.

„So lange man nur lackierte Karosserien in Trollhättan baut, wird das keine Auswirkungen haben. Erst ab dem Tag, an dem man damit beginnt, fertige Autos zu bauen, werden auch die Zulieferer davon profitieren, die die nötigen Komponenten bereitstellen. Wollen Zulieferer heute an der Produktion teilhaben, müssen sie Fabriken in China gründen. Es ist nämlich sehr wichtig, dass Komponenten nahe der Schlussproduktion hergestellt werden. Ansonsten sind die Transportwege und -zeiten zu lang und die Importzölle zu hoch.“

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