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Schulmassaker in Trollhättan

Netz-Kontakte des Schulattentäters bleiben unerforscht

Publicerat måndag 21 december 2015 kl 12.53
"Darüber haben wir uns nie Gedanken gemacht"
(4:29 min)
Drei Menschen tötete der junge Attentäter an der Kronan-Schule in Trollhättan - aus Unzufriedenheit über die schwedische Einwanderungspolitik (Foto: TT)
Der Schulattentäter in Trollhättan hatte rassistische Motive, doch über seine Kontakte und Inspirationsquellen im Netz hat die Polizei keinerlei Nachforschungen angestellt (Foto: TT)

Das Schulattentat in Trollhättan im Oktober wirft noch immer Fragen auf. Zwar ergaben die Ermittlungen, dass der Täter rassistische Motive hatte. Doch von wem sich der 21-Jährige hatte inspirieren lassen und welche Kontakte er zu anderen Rechtsextremen im Internet hatte, ist nach wie vor unbekannt.

Rassismus dürfte es in Trollhättan schon vor dem Schulattentat im Oktober gegeben haben. Aber wenn Mohammed Albahisi heute ein „Neger“ entgegenschallt, wenn er nur freundlich um Feuer bittet, ist das beklemmender als vor der rassistischen Attacke auf Schüler und Lehrer mit Migrationshintergrund an der Kronan-Schule, erzählt der 15-Jährige im Schwedischen Rundfunk. 

„Man fühlt sich viel unsicherer als früher. Sonst bin ich auch immer bis um 2 Uhr nachts ausgegangen, aber das traue ich mich nicht mehr aus Angst um mein Leben. Jetzt gehe ich immer schon so um 22, 23 Uhr nach Hause.“ 

Keine Antwort auf die Frage „Warum?“ 

Eins der Opfer des Attentats, ein 20-jähriger Pädagoge, hatte sich zuletzt auch um Mohammeds Bruder intensiver gekümmert. Deshalb findet er, dass die Polizei mehr Nachforschungen anstellen sollte, wer konkret den Täter zu seiner Tat angestiftet haben könnte. Doch danach sieht es nicht aus. 

Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum werde es wohl nie geben, gibt Ermittler Thord Haraldsson ohne Umschweife zu. 

„Da der Täter tot ist, werden wir nie erfahren, wie er gedacht hat. Wir haben ja so viele Menschen wie möglich aus seinem Bekanntenkreis, von seiner Arbeit, ehemalige Klassenkameraden verhört, haben aber keine Erklärung für sein Handeln gefunden.“ 

Unbekanntes Netzwerk im Internet 

Aus dem Abschiedsbrief des Täters ging deutlich hervor, wie unzufrieden der 21-Jährige mit der schwedischen Einwanderungspolitik war. Die aus seiner Sicht missglückte Politik nahm er als Aufruf, selber aktiv zu werden. Über die Kontakte des Täters im Netz ist nahezu nichts bekannt, räumt Haraldssons Kollegin Annette Frykler ein. 

„Der Täter hatte einen sehr übersichtlichen Bekanntenkreis, dann seinen Bruder und andere Verwandte. Er zog es vor, zu Hause am Computer zu sitzen, und da hatte er natürlich ein Netzwerk, so wie das heute viele machen.“ 

Die Polizei verfolgte dem Schwedischen Rundfunk zufolge lediglich drei Spuren im Rechner des jungen Mannes: Sein Interesse für den Zweiten Weltkrieg, seine Nachforschungen über die Schule, an der er das Attentat beging, sowie die Online-Bestellung der Tatwaffe und seiner Verkleidung. 

„Das ist nicht relevant“ 

Die Fragen danach, wen der Täter noch kannte, mit wem er sich im Netz austauschte, ob er in einschlägigen Foren möglicherweise selbst rassistisch hetzte, kamen den Ermittlern nicht in den Sinn. Von der Rundfunkjournalistin darauf angesprochen, ringen die Beamte um Worte. 

„Nein, da haben wir nichts gehört und eine Liste haben wir auch nicht. Darüber haben wir uns meines Wissens keine Gedanken gemacht.“ 

Weitere Ermittlungen in diese Richtung hält Polizist Haraldsson nicht für nötig: „Darauf gibt es unmöglich eine Antwort, denn wir wissen nicht, was er gelesen und was er sich angehört oder angesehen hat. Eigentlich ist das auch nicht relevant.“ 

Parallele zu Massenmörder Breivik

Die Einstellung der Beamten stösst bei Janne Flyghet, Kriminologie-Professor an der Universität Stockholm, auf einige Verwunderung. „Es ist schon seltsam, dass die Ermittler nicht genauer darauf gucken, was im Computer des Täters zu sehen ist. Ich würde diesen Prozess an ihrer Stelle viel stärker steuern.“ 

Kritik kam ebenfalls seitens des norwegischen Staatsanwalts Svein Holden, der vor drei Jahren dem rechtsradikalen Massenmörder Anders Behring Breivik den Prozess machte. Man wolle immer das Motiv des Täters genauer kennenlernen, erklärte Holden im Schwedischen Rundfunk. Im Falle Breiviks sei dies auch wichtig für die Entscheidung über die Zurechnungsfähigkeit des Täters gewesen. So hatte das norwegische Gericht den Attentäter als schuldfähig beurteilt und die höchste Gefängnisstrafe verhängt. 

Zum Verhalten der schwedischen Polizisten sagte der Staatsanwalt: „Ich sehe es durchaus skeptisch, dass man in so einem ernsten Fall noch bevor man die Ermittlungen überhaupt aufgenommen hat, davon überzeugt ist, dass sie nichts bringen würden.“

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