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Kinderschutz

Schweden sollen nüchtern bescheren

Publicerat onsdag 23 december 2015 kl 07.28
"Viele denken über ihren Alkoholkonsum gar nicht nach"
(3:39 min)
Polizistin Nina Gual setzt sich für nüchterne Weihnachten in Schweden ein (Foto: Daniel Gual/privat)
Welche Weihnachtstraditionen will man weitergeben? Polizistin Nina Gual setzt sich für nüchterne Weihnachten ein (Foto: Daniel Gual/privat)

An Mittsommer und in der Weihnachtszeit trinken die Schweden so viel Alkohol wie zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr. Doch gerade Kinder können von der Trinkerei an den Feiertagen in Mitleidenschaft gezogen werden. Darauf macht die Kampagne „Vit Jul“ – „Weiße Weihnachten“ - aufmerksam.

Besinnlichkeit, Entspannung und freudvolles Beisammensein an Weihnachten – ist das nur noch ein Mythos? In Schweden nennt man das Heilige Fest schon seit Langem „köpfesten“, also eine Feier im Zeichen des Shoppens. Bis zu den Feiertagen sind viele so dauergestresst, dass sie dann öfter zur Flasche greifen als es ihnen und ihrem Umfeld gut tut, meint Nina Gual, Polizistin in Stockholm mit Schwerpunkt Alkohol- und Drogenprävention. 

„Das Jahr geht zu Ende, viele haben hart gearbeitet und freuen sich darauf, sich endlich ein bisschen zu entspannen und denken, dass diese Belohnung nur mit Alkohol funktioniert. Vielen Erwachsenen erscheint das als gute Lösung. Sie reflektieren gar nicht darüber, ob es Alternativen gibt, dass man sich erholt und gleichzeitig die gemeinsame Zeit mit seinen Kindern genießt.“ 

Kinder sorgen sich um alkoholisierte Eltern  

Die schwedische Abstinenz-Organisation IOGT-NTO hat ermittelt, dass in Schweden 385.000 Kinder leben, die mindestens ein Elternteil mit Alkoholproblemen haben. Eine weitere Umfrage ergab, dass jedes zweite Kind eine Veränderung bei den Erwachsenen feststellt, wenn diese Alkohol trinken. Beim schwedischen Kinderschutzbund BRIS rufen an Weihnachten mehr Kinder als sonst bei der Hotline an und wollen über ihre Sorgen sprechen. Oft hängen diese mit dem ausschweifenden Alkoholgenuss der Eltern zusammen. 

Nina Gual hat sich für die Kampagne „Weiße Weihnachten“ entschieden, um Stellung zu beziehen und anderen zu zeigen, dass es auch ohne Alkohol geht. Für sie dreht es sich nicht um dogmatisches Schwarz-Weiß-Denken, schließlich ist sie selber keine Abstinenzlerin. Doch es ist ein Problem, wenn Mama und Papa der Schnaps zum Hering oder das Bier zum Essen so wichtig ist, dass sie es eben nicht lassen können, meint Gual. 

„Je mehr Menschen zeigen, dass ein nüchternes Weihnachtsfest den Kindern zuliebe wichtig ist, desto eher können wir auf Schulen und Kommunen Einfluss nehmen. Es könnte zum Beispiel helfen, wenn die Jugendzentren an den Feiertagen geöffnet blieben, weil sie in den Schulferien oft die einzige Anlaufstelle sind. Mit der Kampagne wollen wir nicht in erster Linie die erreichen, die schwere Alkoholprobleme haben, sondern diejenigen, die für Reflexion offen sind. Mir ist wichtig, die frühen Signale sichtbar zu machen, also zu einem Zeitpunkt, bevor die Trinkgewohnheiten außer Kontrolle geraten.“ 

Risiken bewusst machen statt sich bewusstlos trinken 

Die Grenzen sind erfahrungsgemäß fließend, betont die Polizistin. Unter dem Titel „Alkoholisierte Erwachsene sind nichts für Kinderaugen“ hat Nina Gual kürzlich einen Gastbeitrag in der Zeitung Expressen veröffentlicht – und hat damit ein Echo hervorgerufen, das sie selbst überwältigt. An die 18.000 Mal wurde ihr Aufruf auf Facebook geteilt. Damit hat die Polizistin, die selbst Mutter von drei Kindern ist, ihr Soll mehr als erfüllt. 

„Das Wichtigste ist doch, dass so viele Menschen wie möglich wirklich frohe Weihnachten feiern. Ich bin schon zufrieden, wenn nur eine Familie bessere Feiertage erlebt, weil ich Stellung bezogen habe. Es geht mir aber auch um das Weitergeben schöner Traditionen. Kinder erben ja nicht nur die Tradition des Schmückens und ähnliches an Weihnachten, sondern auch, wie wir an den Festtagen trinken. Insofern ist mir auch wichtig, meinen eigenen Kindern ein gutes Vorbild zu sein.“

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