Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Medien

Promi-Blatt und Gewerkschafts-Zeitung machen gemeinsame Sache

Publicerat torsdag 7 januari kl 14.20
"Wir sind wohl alle verkappte Royalisten"
(5:20 min)
Helle Klein, chefredaktör för Dagens Arbete och Svensk Damtidnings chefredaktör, Karin Lennmor. Foto: Helena Ulander/Sveriges Radio.
1 av 2
Zwei Frauen stellen die Branche auf den Kopf: Helle Klein (l.) und Karin Lennmor (r.) (Foto: Helena Ulander/Sveriges Radio)
Seit über 100 Jahren berichtet Svensk Damtidning über die Königsfamilie. Jetzt kommt auch die Metallgewerkschaft dran. (Foto: Bertil Ericson/Scanpix)
2 av 2
Seit über 100 Jahren berichtet Svensk Damtidning über die Königsfamilie. Jetzt kommt auch die Metallgewerkschaft dran. (Foto: Bertil Ericson/Scanpix)

Zwei schwedische Zeitschriften haben eine einzigartige Zusammenarbeit gestartet. Ab sofort arbeiten Schwedens größte Klatschzeitung "Svensk Damtidning" und das Mitgliederblatt der Industriearbeitergewerkschaft zusammen.

Stellen Sie sich vor, die „Bunte“ und die „metallzeitung“, das Mitgliederblatt der IG Metall, kündigen an, sie wollten von nun an redaktionell zusammenarbeiten. Genau das ist jetzt in Schweden geschehen. „Svensk Damtidning“ und „Dagens Arbete“ machen gemeinsame Sache. Die Unterschiede zwischen den beiden Zeitschriften könnten größer kaum sein.

Gemeinsame Auflage von mehr als 500.000

„Dagens Arbete“ ist die Mitgliedszeitschrift der Metallergewerkschaft, erscheint einmal im Monat und hat eine Auflage von knapp 400.000. „Svensk Damtidining“, die vor mehr als 100 Jahren als Ratgeberblatt für junge, frisch verheiratete Frauen startete, ist heute mit einer wöchentlichen Auflage von rund 140.000 Marktführer in der Klatschzeitungs-Sparte. Royals und Promis aus Schweden und der ganzen Welt stehen im Fokus der Berichterstattung.

"Wir konkurrieren nicht"

Zwei Zeitungen – zwei Welten. „Aber gerade deswegen können wir zusammenarbeiten“, betont Helle Klein, Chefredakteurin von „Dagens Arbete“. „Wir decken nicht dieselben Themen ab und konkurrieren nicht um dieselbe Zielgruppe.“ 

Zudem verbindet Helle Klein eine persönliche Freundschaft mit Karin Lennmor, der Chefredakteurin von „Svensk Damtidning“. Beide sind aber Auch gestandene Journalistinnen mit langer Erfahrung und kennen das Geschäft.

"Journalistische Grenzen ausreizen"

„Es ist ungemein spannend, im Jahr 2016 journalistische Grenzen auszureizen“, sagt Karin Lennmor, die sich gerne als „Zlatan der Klatschjournalisten“ sieht. „Das muss man wohl auch machen, denn viele Zeitungen verschwinden und Auflagen sinken. Wir beide leiten aber zwei ziemlich erfolgreiche Publikationen. Deswegen trauen wir uns das wohl.“

In der Tat: Während die Tagezeitungen in Schweden seit Jahren mit sinkenden Auflagen und fallenden Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft zu kämpfen haben, sieht es bei den Zeitschriften besser aus. Sie konnten ihr Publikum behalten und nach Angaben der Branchenorganisation „Sveriges Tidskrifter“ ihre Auflage in den vergangenen Jahren sogar steigern.

Spannende Zeitschriftenlandschaft in Schweden 

„In dieser Hinsicht ist die Zeitschriftenlandschaft in Schweden sehr spannend“, meint Helle Klein im Schwedischen Rundfunk. „Die Tageszeitungen sind in einer enormen Krise, aber wir sind ja Experten, richtige Nerds, in unserem jeweiligen Bereich. Zusammenarbeit kann uns da nur stärken.“

Stiefel für die Königliche Leibgarde

Konkret sieht die Zusammenarbeit der zwei ungleichen Schwestern so aus: Ende Januar berichten beide Zeitschriften über einen Industriearbeiter, der in seiner Freizeit die Stiefel der Königlichen Leibgarde herstellt. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht bestimmt. Doch an Themen mangelt es nicht. Karin Lennmor: „Ich sehe ein enormes Potenzial! Wir könnten zum Beispiel eine Glamourreportage über den Kongress der Metallgewerkschaft machen und ich verspreche Ihnen: Das werden viele lesen!“

Helle Klein hat nichts dagegen: „‘Dagens Arbete‘ ist ja eigentlich eine sehr ernste Zeitschrift. Ein bisschen Humor und Lockerheit können da nicht schaden.“ Im Gegenzug könnte das Gewerkschaftsblatt dann zum Beispiel die Arbeitsbedingungen im Schloss untersuchen.  

"Verkappte Royalisten" 

Helle Klein, die sich in ihrer Arbeit als Kommentatorin wiederholt für die Abschaffung der Monarchie ausgesprochen hat, sieht diesbezüglich kein Problem mit der jetzt eingeleiteten Zusammenarbeit: „Prinzipiell bin ich für die Republik, aber wir leben nun mal in einer Monarchie. Wir wollen sie kritisch beleuchten, aber gleichzeitig liefert das Königshaus fantastische Stories, die uns an Märchen erinnern. Im Grunde sind wir wohl doch alle ein bisschen verkappte Royalisten. Wir schauen die Fernsehprogramme über die Königsfamilie und lesen ‚Svensk Damtidning‘.“

"Mehr Königinnen, weniger Könige" 

Einen Podcast wollen die beiden Damen auch ins Leben rufen. Er soll unter anderem die Situation in der Medienbranche  aufgreifen und die männliche Dominanz in manchen Bereichen thematisieren. „Die Medienwelt braucht mehr Königinnen und weniger Könige,“ meint die überzeugte Republikanerin Helle Klein.


Karin Bock-Häggmark

Interview: P1 morgon

Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.