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Energieversorgung in Nöten

Vattenfall: Kernkraft lohnt sich nicht

Publicerat torsdag 7 januari 2016 kl 17.07
Kernkraftwerk Ringhals (Foto: Adam Ihse/TT)
Kernkraftwerk Ringhals (Foto: Adam Ihse/TT)

Die schwedischen Atomkraftwerke müssen möglicherweise vorzeitig geschlossen werden. Das hat der staatliche Energieriese Vattenfall erklärt. Die Erzeugung von Atomstrom lohnt sich demnach nicht mehr. Nun fordert das Unternehmen Hilfe von der Politik.

In Sachen Atomkraft gehört Schweden im internationalen Vergleich zu den Großkonsumenten: An die 40 Prozent des Gesamtenergiebedarfs werden mit Atomstrom gedeckt. Wenn Vattenfall nun, just an einem Tag mit Kälterekorden, laut über vorzeitige Reaktorschließungen nachdenkt, ist dies für die Energieversorgung durchaus bedrohlich - keine schlechte Verhandlungslage für das Unternehmen.

„Die Lage ist ernst“

„Für die Atomkraft in Schweden ist die Lage ernst. Das liegt daran, dass die Strompreise in den letzten Jahren stark gesunken sind“, umriss Thorbjörn Wahlborg, Produktionschef für Vattenfalls Wasser- und Atomkraftwerke, am Montag gegenüber dem Schwedischen Rundfunk die Situation. Verstärkt werde die missliche finanzielle Lage durch die erst im vergangenen Jahr erhöhten Abgaben für die Atomkraftproduktion; der Weiterbetrieb der Reaktoren in Ringhals und Forsmark sei daher schon jetzt nicht mehr einträglich. Um den 2020 in Kraft tretenden neuen Sicherheitsbestimmungen gerecht werden zu können, müsse Vattenfall außerdem in diesem Jahr große Investitionen tätigen, so Wahlborg weiter. Damit sei die Grenze des Verkraftbaren dann endgültig erreicht: „Angesichts der gegenwärtigen Preissituation werden entsprechende Kalkulationen sehr schwer. Wir werden die nötigen Investitionen nicht bewerkstelligen können. Und das bedeutet letztlich, wir können den Kernkraftbetrieb nicht weiterführen.”

… da waren`s nur noch sechs

Bereits im vergangenen Jahr war die vorzeitige Schließung von vier Reaktoren verbindlich angekündigt worden; übrig bleiben danach landesweit noch sechs. Eine vorzeitige Schließung dieser sechs letzten Meiler sieht man bei Vattenfall freilich doch eher als rhetorisches Droh-Szenario denn als reale Möglichkeit: Für die Stromversorgung des Landes entstünde in diesem Fall eine unhaltbare Situation, so Torbjörn Wahlborg im Schwedischen Rundfunk. Gleichwohl sei die Frage akut und verlange nach einer Lösung – und zwar noch in diesem Jahr: „Wir führen dazu auch Diskussionen mit der Regierung. Das ist eine der wichtigsten Fragen für 2016.“

Brücke ins neue Energie-Zeitalter

In diesen Diskussionen darf Vattenfall auf offene Ohren hoffen. Denn in einem wichtigen Punkt ist man sich einig: Ohne Atomkraft läuft auf absehbare Zeit in Schweden nichts. Bis auf weiteres und „als Brücke“ hin zu dem Fernziel eines Energieversorgungssystems aus 100 Prozent erneuerbarer Energie brauche das Land sechs Kernreaktoren, sagte Energieminister Ibrahim Baylan der Nachrichtenagentur TT. Vattenfalls Forderung, unter anderem die Steuerbelastung neu zu überdenken, wies der Minister nicht zurück. Zunächst sei jetzt die parlamentarische Energiekommission am Zuge. Sie werde das „gesamte Energiesystem“ nochmals genauen Prüfungen unterziehen.

SR Ekot /Anne Rentzsch

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