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Flüchtlingsunterbringung

Das schwarze Wohngeld

Publicerat fredag 8 januari kl 15.29
„Das Doppelte der eigentlichen Miete“
(3:34 min)
Andrahandsuthyrning
Untervermietungsverträge - in Schweden ohnehin ein heißes Thema, spielen bei der Vermietung an Flüchtlinge eine ganz eigene Rolle (Foto: Christine Olsson /TT)

Die Wohnungsnot in Schweden wirkt sich verheerend auf die Notunterbringung für Flüchtlinge aus – offenbar hat sich ein regelrechter Schwarzmarkt für Flüchtlingswohnungen gebildet.

Das Zentralamt für Wohnungswesen schlägt nun Alarm: Gemeinden zahlen Wohngeld für schwarze Mieten, die in kriminelle Kanäle fließen.

Micael Nilsson ist Ermittlungsbeamter des zentralen Wohnungsamtes. Er beschreibt das Dilemma, mit dem die Sachbearbeiter der Sozialbehörden und Kommunen täglich konfrontiert sind: „Man hat das Gefühl, keine Wahl zu haben. Die Familien müssen irgendwo wohnen. Hotels und Jugendherbergen kosten zuviel und man kann die Leute nicht einfach auf der Straße lassen.“

Sachbearbeiter schauen weg

Wie Nilsson herausfand, haben Kriminelle die Gunst der Stunde gewittert und verdienen an der Not der Flüchtlinge durch die schwarze Vermietung von Zimmern. Den Sachbearbeitern sind diese Umstände bekannt, aber: „Man schaut weg und bewilligt Wohngelder, obwohl im schlimmsten Fall kriminelle Gruppen die Vermietungen organisieren. Letztendlich werden da mit Steuergeldern kriminelle Machenschaften gefördert.“

Das schwedische Zentralamt für Wohnungswesen hat die Wohnungssituation der Flüchtlingsunterbringung genau untersucht und dabei auch Berichte von Arbeitsämtern, der Einwanderungsbehörde, mehreren Kommunen und nicht zuletzt vieler Geflüchteten selbst ausgewertet. Das Bild, das sich aus der Untersuchung ergibt, zeigt einen organisierten schwarzen Wohnungsmarkt, durch den mit der Vermittlung von Mietverträgen und illegalen Untervermietungen Geld gemacht wird, wobei die Mietpreise auch noch völlig überhöht sind.

Doppelter Preis für schwarzen Vertrag

Ein Bild, das durch Marianne Olsson bestätigt wird. Sie ist Direktorin der Stadtverwaltung von Angered bei Göteborg: „Nach meiner Erkenntnis kommt das häufig vor“, sagt Olsson. „Die Leute zahlen mitunter das Doppelte der eigentlichen Miete.“

Der Sozialdienst hat von der zentralen Behörde, dem Amt für Gesundheit und Sozialwesen, die explizite Richtlinie erhalten, keine Überprüfung für Untermietverträge vorzunehmen. So kommt es dann auch vor, dass eine Stadtverwaltung Wohngeld bewilligt, obwohl dem Sachbearbeiter bekannt ist, dass es sich dabei um einen schwarzen Vertrag handelt.

Amtliche Richtlinie fördert Schwarzmarkt

„Das kann durchaus passieren“, bestätigt Marianne Olsson. „Wir gehen so vor, wie es das Gesetz für Sozialleistungen vorschreibt. Die Menschen, die ein Anrecht auf Wohngeld haben, sollen das Geld für die Bezahlung einer Miete bekommen. Wir nehmen dann eine Beurteilung vor, zum Beispiel, ob die Miete im Verhältnis zur Größe der Familie angemessen ist.“

Ob die Größe der Wohnung dann auch der Familie angemessen ist, oder in welchem Zustand sie ist, das spielt dann offenbar keine Rolle. Kriminelle haben dadurch leichtes Spiel, denn der Sozialdienst kann nichts dagegen unternehmen, selbst wenn es offensichtlich ist. „Es ist ganz einfach so, dass wir dabei zwar einen Verdacht haben können, dem aber gar nicht nachgehen“, sagt Marianne Olsson. „ Das ist ein Problem in sich, dass dadurch ein schwarzer Markt geschaffen wurde, der kriminelle Netzwerke fördert. Aber das Grundproblem ist eben, dass wir einen Mangel an Wohnungen haben.“

Alexandra Svedberg / Michael Harmann

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