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Sexuelle Belästigung

Schluss mit Grabschen im Whirlpool

Publicerat tisdag 12 januari 2016 kl 14.51
"Die haben mich und meine Freundin nur ausgelacht"
(3:51 min)
Nach sexuellen Belästigungen im Whirlpool trennt das Eriksdalsbad in Stockholm nun nach Geschlechtern (Foto: Jurek Holzer/SvD/TT)
"Ich möchte einfach hier sitzen" scheint nicht jeder Mann zu verstehen. Seit Jahren schon wünschen sich weibliche Badegäste wegen der Grabscher getrennte Whirlpools (Foto: Jurek Holzer/SvD/TT)

Nach vermehrten Klagen und Anzeigen wegen sexueller Belästigung in den Whirlpools hat sich Stockholms größtes Schwimmbad zu einer Aufteilung in Frauen- und Männer-Pools entschieden. Auch andere Schwimmhallen in Stockholm melden Probleme mit Übergriffen auf Frauen.

Geplant hatten Malin Hallqvist und ihre Freundin einen entspannten Samstag im Eriksdals-Schwimmbad – Besuch im Whirlpool inklusive. Doch schon beim Betreten des Pool-Bereichs deuteten sich Probleme an: Die Pools waren besetzt bis auf den letzten Platz – einzig von Männern. Die Bademeister rieten zum Abwarten. 

Die Grabscher warten schon 

Als sich der Pool etwas geleert hatte, stiegen die jungen Frauen schließlich doch ins Wasser, und ab dann wurde es unerfreulich, erzählt Malin Hallqvist im Schwedischen Rundfunk. 

„Kaum saßen wir im Wasser, drängelte sich eine große Gruppe Typen dazu und einer von denen legte mir die Hand auf den Oberschenkel. Meine Freundin und ich haben dann Plätze getauscht, aber ihr ist es genauso ergangen.“ 

Hilflosigkeit macht sich breit. Doch die Bademeister, die eigentlich regelmäßig ein Auge auf das Geschehen in den Whirlpools werfen sollen, sind nicht in Sicht. 

„Ich habe den Typen gesagt, dass sie damit sofort aufhören sollen“, sagt Malin Hallqvist. „Aber die haben mich und meine Freundin nur ausgelacht. Wir hatten ganz schön Angst. Wir sind dann aufgestanden und haben gedacht, dass wir uns doch von den Typen nicht den Tag verderben lassen. Doch als wir in den dritten Pool kommen, sitzt da schon einer und breitet sich so richtig aus, so dass wir uns aneinanderquetschen müssen. Und dann hat er noch den Arm um mich gelegt.“ 

Auf Wunsch der weiblichen Gäste

Die beiden Frauen sind längst keine Einzelfälle. Sexuelle Belästigung im Pool-Bereich kommt laut Sportreferat der Stadtverwaltung in sämtlichen Bädern immer öfter vor. So stieg die Zahl der Anzeigen zum Ende des vergangenen Jahres im Eriksdalsbad, dem Stadionbad der Hauptstadt, auf 24. Dort kommen Übergriffe am häufigsten vor. Die Schwimmhalle verzeichnet aber auch insgesamt die meisten Besucher: Von den drei Millionen Besuchern pro Jahr entfallen 1,2 Millionen auf das Eriksdalsbad. 

Die Leitung hat sich nun in Übereinkunft mit dem Sportreferat darauf geeinigt, das Problem durch eine strenge Aufteilung zu lösen: Fortan gibt es einen Pool nur für Frauen, einen nur für Männer und einen gemischten. Im Schwedischen Rundfunk begründete die Leiterin Sara Franzén Shilwan die Entscheidung mit dem Verweis auf die jahrelangen Forderungen zahlreicher weiblicher Badegäste nach getrennten Whirlpools. 

„Für uns besteht ja das Problem zum einen darin, dass viele Frauen gar nicht mit uns Kontakt aufnehmen, sondern vielleicht direkt zur Polizei gehen, zum anderen in der großen Dunkelziffer Frauen, denen es unangenehm ist, in einen Pool zu steigen, in dem bereits viele Männer sitzen.“ 

„Klein beigegeben“ 

Zunächst sollen die Pools über einen begrenzten Zeitraum nach Geschlechtern getrennt werden. Wenn der Versuch gut bei den Gästen ankommt und die Zahl der Belästigungen sinkt, könnte es bei der Aufteilung bleiben. 

Lotta Edholm, die für die Liberalen im Stadtparlament sitzt, hält von der Maßnahme nichts: „Ich finde es völlig inakzeptabel, dass die Stadt Stockholm in der Frage klein beigibt. Es besteht das Risiko, dass diese Männer mit ihren Belästigungen weitermachen, nur eben an anderen Orten. Meiner Meinung nach ist das Wichtigste, diese Männer in ihre Schranken zu verweisen. Das heißt, jede Tat muss zur Anzeige führen. Es muss aber auch mehr Bademeister geben, die aufpassen, und natürlich deutliche Verhaltensregeln, damit man die Täter umgehend vor die Tür setzen kann.“ 

Längs nicht jede Schwimmhalle hat jedoch überhaupt die Möglichkeit, die Grabscher und die potenziellen Opfer räumlich zu trennen: Die meisten verfügen lediglich über einen Whirlpool.

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