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Flüchtlingskrise / Wohnraumkrise

Neue Lösungen bei Flüchtlingsunterbringung

Publicerat onsdag 13 januari 2016 kl 10.00
"Das Modell hat viele Vorteile"
(4:38 min)
(Foto: Leif Johansson/Sveriges Radio)
Das Modell Västervik (Foto: Leif Johansson/Sveriges Radio)

Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt viele Kommunen vor große Probleme. Die Wohnungsnot macht nun auch die Migrationsbehörde erfinderisch. Besonders ein Pilotprojekt mit Modulhäusern sorgt für Aufmerksamkeit. Das Projekt ist auf Asylbewerber mit guten Chancen auf Asyl ausgerichtet. Die Initiatoren verbinden damit nicht zuletzt Hoffnungen in Sachen Integration. 

„Wir haben die Frage seit langem diskutiert, wir wissen, dass wir auf neue Art denken müssen", so Lars Borgemo im Gespräch mit Radio Schweden. Borgemo leitet die Zweigstelle der Migrationsbehörde in der Provinz Kalmar. Dort, genauer gesagt in Ankarsrum in der Kommune Västervik, stehen seit kurzem fünf nagelneue Modulhäuser. Sie verkörpern eine Alternative zur Rolle des passiven Bittstellers, in der sich die Behörde bisher vor allem sieht. Statt verzweifelt nach nutzbarem Wohnraum für Asylbewerber zu fahnden, hat das Einwanderungsamt nun diesmal die Kommune ausdrücklich zum Neu-Bau ermuntert und dabei mit Vorteilen finanzieller und anderer Natur gewinkt.

Mieteinnahmen gesichert

„Die Häuser kosten in der Herstellung pro Quadratmeter zwischen 16- und 17. 000 Kronen [das heißt rund 1750 bis 1850 Euro] pro Quadratmeter; im Vergleich zum traditionellen Wohnungsbau ist das billig, dort liegen die Kosten bei 25- 30.000 Kronen [rund 2700 - 3200 Euro]", erläutert Lars Borgemo. „Außerdem garantiert unsere Behörde für die ersten sechs Jahre die Zahlung der Miete, und dieser Mietvertrag kann dann um weitere vier Jahre verlängert werden. Hinzu kommt der einfache Auf- und Abbau, die Kommune kann die Häuser später bei Bedarf an anderem Ort anderweitig nutzen. Das Modell hat also eine Reihe von Vorteilen."

Für die fünf Häuser - Wohnfläche jeweils reichlich 100 Quadratmeter, aufgeteilt in zwei Drei-Raum-Wohnungen, pro Haus kommen im Schnitt sechs Menschen unter - zahlt das Amt an die Kommune jährlich umgerechnet 170.000 Euro Miete. Pro Haus und Monat sind das reichlich 2800 Euro. Im Vergleich zu herkömmlichen Mietwohnungen sei dies teuer, räumt Lars Borgemo ein.

Gegenseitiger Nutzen

„Das Problem ist nur, es gibt nun mal keine freien Wohnungen. Stattdessen hängen schon jetzt an die zehn- bis zwölftausend Menschen mit Aufenthaltsgenehmigung in den Wohnheimen unserer Behörde fest, weil sie eben keine Wohnung bekommen. Weitere 60.000 Menschen befinden sich im Asylverfahren, und diejenigen von ihnen, die ein Aufenthaltsrecht erhalten, müssen ja auch untergebracht werden. Klar ist also: wir brauchen neue Wohnungen in Schweden. Und dies ist ein kleiner Beitrag, um den Wohnungsbau in Gang zu bringen."

Doch beim „Modell Västervik" geht es um mehr als um die Lösung von Wohnungsproblemen: „Der Gedanke dahinter ist letztlich eine Zusammenarbeit zwischen Kommune, Einwanderungsbehörde und Arbeitsvermittlung", erläutert Lars Borgemo. „In den Häusern wohnen jetzt Asylbewerber, die gute Chancen auf Asyl haben. Wenn sie die Aufenthaltsgenehmigung bekommen, sollen sie möglichst in dieser Kommune bleiben und den Arbeitsmarkt mit der Kompetenz stärken, die just dort gebraucht wird. Wer einen Platz in diesen Häusern bekommt, das entscheiden wir also mit Blick auf Integrationsmöglichkeiten."

Erster Treff Ende Januar

Ende dieses Monats werden Migrationsbehörde, Arbeitsvermittlung und Kommune erstmals zusammenkommen, um zu sehen, in welchen Bereichen Arbeitskraftbedarf durch Flüchtlinge gedeckt werden kann. Lars Borgemo denkt da beispielsweise an Techniker oder medizinisches Personal. Unterdessen sorgt das Beispiel Västervik in ganz Schweden für Aufmerksamkeit: An die 80 Kommunen, in Großstädten wie im ländlichen Bereich, haben innerhalb kurzer Zeit Interesse an dem Unterbringungsmodell angemeldet.

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