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Festival-Belästigungen

Polizei erhielt Anweisungen zur Täterbeschreibung

Publicerat onsdag 13 januari 2016 kl 12.16
"Eine allgemeine Diskussion bei uns und in der Gesellschaft"
(2:24 min)
Schwedens Polizei will nicht rassistisch rüberkommen und soll sich deshalb vor bestimmten Täterbeschreibungen hüten (Foto: Fredrik Sandberg/TT)
Für die Beamten gilt: Keine unüberlegten Äußerungen an die Öffentlichkeit (Foto: Fredrik Sandberg/TT)

Nach der Kritik am Schweigen der Polizei zu den sexuellen Belästigungen bei einem Jugendfestival in Stockholm sind behördeninterne Dokumente aufgetaucht, die Anweisungen zum Sprachgebrauch enthalten.

Ausdrücklich werden darin die Beamten angehalten, bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit nicht über Hautfarbe, Ethnizität und Nationalität mutmaßlicher Täter zu sprechen.

Wären die Geschehnisse während des Festivals „We are Sthlm“ im Stockholmer Kungsträdgården doch einfach so uninteressant geblieben, wie sie das im vergangenen Jahr und im Vorjahr waren. Das mediale Interesse an sexueller Belästigung von Mädchen war verschwindend gering. Daher kam auch die Frage, ob die Polizei absichtlich zu dem Thema und damit auch über die Täter geschwiegen hat, gar nicht erst auf. Nach Köln ist das jedoch anders. 

Inzwischen weiß die Öffentlichkeit, dass es massive sexuelle Übergriffe gegeben hat und dass die Täter größtenteils unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan waren. Warum dies nicht früher bekannt wurde, vermochte der Pressesprecher der Behörde, Varg Gyllander, noch vor wenigen Tagen beim besten Willen nicht zu sagen. 

Angst vor Rassismus-Vorwürfen 

Ein internes Dokument, das der Tageszeitung Svenska Dagbladet vorliegt, und pikanterweise von Varg Gyllander mitverfasst wurde, belegt nun, dass die Polizisten sehr wohl genaue Anweisungen haben, wie sie sich öffentlich über mutmaßliche Täter äußern dürfen - und wie nicht. So steht dort: „Die Polizei wird manchmal für ihre Berichte über die Hautfarbe kritisiert, weil dies als rassistisch wahrgenommen wird. Weil aber die Polizei nicht rassistisch ist und auch nicht so aufgefasst werden soll, gelten fortan folgende Instruktionen.“ 

Bei Verbrechen wie Diebstahl und Einbrüchen sollen die Infos nach außen keine Merkmale wie zum Beispiel Größe, Hautfarbe, Ethnizität oder Nationalität enthalten. Gegenüber Svenska Dagbladet erklärte der Pressesprecher nun, die Behörde wolle vermeiden, „ethnische Gruppen unüberlegt als kriminell zu bezeichnen“. Dies führe vor allem bei Delikten wie Einbrüchen zu nichts, betonte Gyllander weiter. 

„Kein Zusammenhang“ 

Aus dem Schreiben geht auch hervor, dass bei der internen Information über Täter andere Regeln gelten würden. Dies ließe sich aber nicht 1:1 auf die Information an die Öffentlichkeit übertragen. Das Schreiben ist auf den 15. September 2015 datiert, also einige Wochen nach dem Festival. Eine Verbindung zu den Geschehnissen dort gebe es aber nicht, unterstreicht der Pressesprecher der Polizei. Es handele sich vielmehr um eine „allgemeine Diskussion sowohl bei uns als auch in der Gesellschaft“, so Gyllander gegenüber Svenska Dagbladet.

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