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Prozessauftakt

Kindesmissbrauch im Netz erstmals vor Gericht

Publicerat torsdag 14 januari 2016 kl 12.08
"Kein rechtsfreier Raum für Sexualstraftäter"
(2:16 min)
Mobilerna i högsta hugg. Foto: Janne Mårdberg/Sveriges radio.
Schwedisches Gericht verhandelt erstmals Vergewaltigung von Kindern im Netz (Foto: Janne Mårdberg/Sveriges Radio)

Vor dem Amtsgericht Attunda in Sollentuna hat am Donnerstag ein bisher einzigartiger Prozess begonnen. Erstmals ist ein mutmaßlicher Sexualstraftäter wegen Vergewaltigung von Kindern im Netz angeklagt.

An mehreren hundert Mädchen soll sich der Anfang 20-Jährige vergriffen haben – die jüngsten Opfer sind gerade einmal fünf Jahre alt, die ältesten 14. Der Mann kam über die App namens KIK an die Mädchen heran und hat sie systematisch dazu gebracht, sexuelle Handlungen an sich selbst durchzuführen und ihm zum schicken. 

Täter bestreitet 

Der Angeklagte, der vorher nicht straffällig geworden ist, hat die meisten der Taten zugegeben. Dass es sich um Vergewaltigung handeln soll, bestreitet er jedoch. Staatsanwalt Tomas Mattson hat die Ermittlungen geleitet und führt die Klage trotzdem wegen Vergewaltigung. 

Im Schwedischen Rundfunk erklärte er: „Im Herbst gab es ein Urteil am Stockholmer Oberlandesgericht gegen einen Täter wegen Vergewaltigung. Er hatte eine Frau dazu veranlasst, Dinge zu tun, die bei einer physischen Begegnung Vergewaltigung gewesen wären. Bis zu diesem Urteil galt, dass der Täter die Tat selbst begangen haben musste. Bei dem Prozess jetzt ziehen wir eine Parallele.“ 

Der Prozess ist wegen der großen Anzahl Klägerinnen sehr umfassend und wird sich bis Ende Mai hinziehen. 55 Verhandlungstage sind anberaumt. Vor Gericht aussagen müssen die Betroffenen nicht. Stattdessen werden Videoaufnahmen der Polizeiverhöre gezeigt. 

„Vielen der Betroffenen ging es schon vor den Übergriffen nicht gut“, so der Staatsanwalt. „Sie haben dies als Mittel benutzt, um sich selbst Schaden zuzufügen.“ Der Angeklagte habe die Kinder manipuliert und ihre Schwächeposition ausgenutzt. 

Weckruf 

Tomas Mattson hofft, dass der Prozess als Weckruf funktioniert. Sowohl das Gericht als auch die Gesellschaft insgesamt müssten Übergriffe im Netz weitaus ernster nehmen. 

„Der Tatort ist nach wie vor das Mädchenzimmer. Das Netz ist nur Hilfsmittel. Die Strafverfolgung von Verbrechen im Netz ist von entscheidender Wichtigkeit, damit dort nicht ein gesetzesfreier Raum für Sexualstraftäter entsteht. Wer im Netz straffällig wird, muss sich über das Risiko im Klaren sein.“

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