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Sexuelle Übergriffe

Polizei fordert mehr Aufsicht über minderjährige Flüchtlinge

Publicerat torsdag 14 januari 2016 kl 12.43
"Das kann noch besser werden"
(4:00 min)
Wearesthlm
Die Übergriffe geschahen im Schutz der Menge (Foto:SVT)

Nach dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffen auf dem Stockholmer Jugendfestival „We are Sthlm“ sucht die schwedische Gesellschaft nach Erklärungen.

Die Polizei geht jetzt an die Öffentlichkeit und nennt die Täter, aber auch die Defizite der Gesellschaft. Behörden und Kommunen haben versagt, meinen Experten. Auch Außenministerin Margot Wallström fordert jetzt eine bessere Aufklärung für Neuankömmlinge.

Wer konkret hinter den sexuellen Übergriffen bei dem Festival steht, wird häufig nicht in den Hauptnachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens genannt. Der Einsatzleiter der Grenzpolizei Christer Frödén wird jetzt jedoch nochmal deutlich. Es habe sich hauptsächlich um unbegleitete minderjährige Jungen aus Afghanistan gehandelt, bestätigt Frödén:

„Was wir zuvor nicht beobachtet hatten war, dass Gruppen dieser jungen Männer die Mädchen vor der Bühne umringt haben. Im Schutz der Dunkelheit und der Menschenmenge wurden die Mädchen begrabscht und sexuell belästigt. Die haben sich widerlich verhalten.“

Sozialarbeiter widerspricht Polizei

Sozialarbeiter Martin Eidensten teilt das Bild der Polizei nicht, erklärt er dem Schwedischen Fernsehen. Die betroffen Mädchen hätten ihm das nicht so erzählt. Gleichwohl war er nicht am Tatort und habe die Mädchen an die Polizei weiterempfohlen.

Polizist Christian Frödén erklärt unterdessen, dass junge Männer aus Afghanistan ansonsten eigentlich nicht kriminell auffällig wären. Seine Erfahrung zeige aber, dass sie häufig sich selbst überlassen werden und in Heimen untergebracht sind, wo sich kaum jemand um sie kümmere:

„Wir müssen darüber sprechen, wie wir als Land diese Gruppe aufnehmen. Wir müssen sie doch in unsere Gesellschaft mit unseren Normen und Regeln einführen. Da sehe ich den Bedarf einer gemeinsamen Linie. Gleich wenn die Kommunen für Unterkunft und Schule sorgen. Wie sieht das konkret aus? Welche Werte und Normen bekommt man da vermittelt? Das wird an vielen Stellen gut gemacht. Aber das kann noch besser werden.“

Zu wenig Betreuung

Immer wieder ist von Unterkünften für minderjährige Flüchtlinge zu hören, die nur wenig Personal vor Ort haben. Viele Schulen scheinen offenbar ebenfalls mit den neuen Aufgaben überfordert. Dieses Bild bestätigt der in der westschwedischen Provinz Värmland zuständige Beamte Felix Egegren im Schwedischen Rundfunk:

„Wenn man als 18, 19 oder 20-jähriger Mann in einer schwedischen Asylunterkunft landet, ist da niemand, der einem die schwedische Gesellschaft erklärt. Das dauert manchmal zwei bis drei Jahre, bis man den örtlichen Kurs für Gesellschaftskunde besuchen darf. In diesen zwei drei Jahren ist alles was man bekommt, eine vier- bis fünfstündige Informationsveranstaltung der Migrationsbehörde. Da geht es hauptsächlich um den Asylprozess und ein wenig um gesellschaftliche Regeln. Dann gibt es noch freiwillige Einsätze. Hier muss die Gesellschaft viel früher eingreifen und arbeiten. Es muss deutlich werden, wie diese Gesellschaft und ihre Kultur hier aussieht und wie sie funktioniert und wie man hier als Asylbewerber leben kann.“

Keine Stelle verantwortlich

Das funktioniere heute in Schweden nicht so gut, so Egegren. Im Gegenteil würden die Asylbewerber hin- und hergeschoben:

„Häufig fühlt sich keiner zuständig. Manche Kommunen sagen einfach, das sei nicht ihre Angelegenheit, sondern sie sorgen für Schulplätze und kümmern sich um Kinder, denen es schlecht geht. Das sei Sache der Migrationsbehörde. Die Migrationsbehörde sagt dann, sie hätte darüber informiert, was sie mache, nämlich  Asylprozess und ein paar grundlegende Regeln. Und so werden diese Fragen hin und hergeschoben.“

Diesen Eindruck hat offenbar auch Margot Wallström gewonnen. Die Außenministerin macht sich in der Tageszeitung Expressen für ein Modell stark, wie es in Norwegen praktiziert wird. Im Nachbarland werden Neuankömmlinge schon in einem frühen Stadium über Gesetze und Gleichberechtigung informiert. Besonders junge Männer aus fernen Ländern hätten Bedarf, dass man sie über andere Gesetze und andere Geschlechterrollen informiere, so Wallström. Hier könne in Schweden noch mehr getan werden.

Andreas Björklund (SVT), P4 Värmland/Dieter Weiand

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