Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Privathaushalte

Schuldenberg beim Gerichtsvollzieher wächst

Publicerat onsdag 20 januari 2016 kl 15.25
"Es ist ein sinnloses Leben"
(3:28 min)
Kronofogdens logotyp och en man som bläddrar i en sedelbunt. Foto: Fredrik Sandberg/TT.
Mehr als 420.000 Schweden sind bei der Gerichtsvollzugsbehörde aktenkundig (Foto: Fredrik Sandberg/TT)

Wer einmal in der Schuldenfalle steckt, kommt nur schwerlich aus ihr heraus. Dies belegen Zahlen der Gerichtsvollzugsbehörde. Demnach wächst der Schuldenberg stärker als die Zahl der Verschuldeten.

Der Abgrund tut sich in den meisten Fällen ganz plötzlich auf. So war es auch bei Peter, der seinen richtigen Namen nicht nennen möchte. Als er sich selbständig machte, stand Peter bei seiner Bank schon tief in der Kreide. Sein Kompagnon ließ ihn im Stich, die Firma ging in Konkurs. Plötzlich saß Peter auf umgerechnet 50.000 Euro Schulden. Seitdem lebt er am Existenzminimum. 

Im Schwedischen Rundfunk erzählt er: „Das wirkt sich auf alles aus. Der soziale Umgang verschwindet völlig. Man verliert Freunde und kann nie etwas unternehmen. Kein Cafébesuch, kein Kino. Seit drei Jahren habe ich mir kein einziges Kleidungsstück gekauft. Gerade wenn man Kinder hat, muss man die eigenen Bedürfnisse hintanstellen.“ 

Weniger Menschen tragen mehr Last 

Die häufigsten Gründe für eine Überschuldung sind wie in Peters Fall eine Firmeninsolvenz, eine Scheidung, Dauerarbeitslosigkeit oder eine langwierige Krankheit. Auch Peter wurde krank. Seinen hohen Blutdruck behandelte er lange nicht, schließlich konnte er gar nicht mehr arbeiten. 

Knapp 428.000 Menschen waren Ende des vergangenen Jahres beim Gerichtsvollzieher aktenkundig. Dies sind zwar leicht mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2013 ist jedoch die Zahl der Verschuldeten zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Gesamtschuldenberg insgesamt um umgerechnet 200 Millionen Euro angewachsen. Das heißt: Weniger Menschen sind höher verschuldet. 

„Es sind die Umstände“ 

Dass man in einem Teufelskreis landet, weil das verbleibende Geld kaum zum Überleben reicht, hat aber nichts mit Nachlässigkeit zu tun, meint Agneta Stevander. Angestellt bei der Stadt Göteborg berät sie Menschen bei der Schuldensanierung. 

„Von der Gerichtsvollzugsbehörde kennen wir die häufigsten Gründe für eine Überschuldung. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass auch Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, Spielsucht und auch Essstörungen zu Schulden führen können. Meiner Meinung nach ist das aber nicht Schlamperei, sondern es ist verschiedenen Umständen im Leben des Einzelnen geschuldet, dass diese Situation entstanden ist.“ 

Für die hohe Verschuldung der schwedischen Privathaushalte ist größtenteils der überhitzte Wohnungsmarkt verantwortlich. Die Banken vergeben für den Erwerb einer Immobilie Darlehen, die das Budget der Haushalte eigentlich übersteigen – und sie bei einem Anstieg der Zinsen anfällig machen. 

Ein weiteres Problem sind die Schnellkredite, die vor allem junge Menschen für Konsumgüter aufnehmen. Peter, der selbst seit Jahren vor einem riesigen Schuldenberg sitzt, mahnt: „Man sollte von vornherein nichts kaufen, wenn man kein Bargeld hat und auch keine Hypothek aufnehmen.“ 

Überleben statt Leben 

Zwar gibt es in Schweden viele Menschen, darunter auch Arbeitnehmer, die mit ihrem Gehalt keine großen Sprünge machen können, doch für Peter sind die finanziellen Beschränkungen seit seiner Insolvenz unerträglich. 

„Man lebt ja nicht, sondern überlebt nur so gerade eben. Man kämpft sich zwar so durch, aber es ist ein sinnloses Leben. Das ist das Schwerste.“

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".