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Nach Umweltskandal

"Wir brauchen strengere Gesetze"

Publicerat onsdag 2 mars 2016 kl 15.47
"Der Staat muss aufmerksamer werden"
(4:01 min)
Janerik Henriksson/TT.
Alles klar? Foto: Janerik Henriksson/TT.

Strengere Gesetze und bessere Kontrolle: So sollen von Chemikalien verursachte Umweltschäden künftig vermieden werden. Das empfiehlt eine Studie, die im Regierungsauftrag erstellt und an diesem Mittwoch übergeben wurde. Hintergrund sind mehrere Trinkwasserskandale, unter anderem in Stockholm.

Für die Einwohner von Tullinge bringt die Studie schlechte Nachrichten: In dem Stockholmer Vorort sind die Trinkwasserbestände möglicherweise für alle Zeit zerstört. Der Grund: hohe Werte von sogenannten PFAS, perfluorierten Chemikalien. Diese synthetischen Stoffe sind äußerst widerstandsfähig unter anderem gegenüber Wärme – verwendet werden sie daher gern in Brandschutzmitteln. In der Natur sind sie entsprechend schwer abbaubar. Man geht davon aus, dass das Trinken von belastetem Wasser über längere Zeit zu Gesundheitsschäden führen kann – so an Schilddrüse und Leber und im Immunsystem.

Die PFAS-Belastung des Trinkwassers, in Tullinge wie beispielsweise auch in Kallinge im südschwedischen Blekinge, hat vor allem mit Löschschaum zu tun, den Feuerwehr und Rettungsdienst benutzen. Und zwar im Ernstfall wie auch beim Training – trotz der bekannten Gefahren.

Hohe Belastung – woher?

„Ich bekam einen Riesenschreck, als ich bemerkte, dass die Feuerwehr den Schaum mit hohem Fluorgehalt auch in der Übung einsetzte“, so die Umweltchemikerin Cajsa Wahlberg im Schwedischen Rundfunk. Als Mitarbeiterin des Wasserwerks Stockholm Vatten nahm Wahlberg im vergangenen Jahr an einer Übung der Stockholmer Feuerwehr in Ågesta teil. Kurz darauf wurde in der Abwasseranlage von Ågesta der Gehalt an Fluorchemikalien gemessen: Er war mehrere hundert Mal so hoch wie gewöhnlich.

Hans Blomberg, bei der Stockholmer Feuerwehr verantwortlich für Löschmethoden, beteuert seinerseits, der Löschschaum mit hohem Fluorgehalt komme nur im Ernstfall zum Einsatz. Die hohen Werte nach der Übung kann er sich nicht erklären: „Dazu kann ich nichts sagen. Solange es die Stockholmer Feuerwehr gibt, haben wir bestimmte fluorhaltige Produkte auf unserem Übungsgelände nicht angewendet.“

Auf welche Weise genau es in Ågesta zu der hohen Umweltbelastung kam, bleibt also vorerst im Dunkeln. Klar ist laut der Staatlichen Chemikalienaufsicht, dass vor allem der Rettungsdienst hoch konzentrierten PFAS-belasteten Löschschaum einsetzt, und zwar jährlich an die 50.000 Liter. Die Chemikalienaufsicht hat vorgeschlagen, dass der Schaum nur verwendet werden soll, wenn er entsorgt werden kann. Doch bisher ist es bei dem Vorschlag geblieben.

Koordiniertes Vorgehen

Es sei an der Zeit, „das Problem umfassend anzugehen“, betonte nun der Verfasser der im Regierungsauftrag erstellten Studie, Göran Enander. Er schlägt unter anderem die Einrichtung einer zentralen Institution vor, die bei Produzenten und Verbrauchern dafür wirbt, gefährliche Stoffe und Materialien durch ungefährliche zu ersetzen. Nötig seien strengere Gesetze, so Enander, aber auch bessere Kontrollen. Nicht zuletzt der Staat müsse „weitaus aufmerksamer als bisher verfolgen“, welche Maßnahmen tatsächlich ergriffen würden, wenn Kontrollen Besorgnis erregende Ergebnisse erbringen.

So wie in Tullinge: Bereits im Jahr 2011 wurden dort sehr hohe PFAS-Werte entdeckt. Doch die zentralen Behörden veranlasste dies laut dem Bericht „nicht zu nennenswerter Aktivität“. Die Ereignisse verliefen im Sande, bis 2013 der PFAS-Skandal in Blekinge platzte. Von da an hätten die Behörden „mit voller Kraft“ gearbeitet. Für das Trinkwasser in Tullinge kam dies möglicherweise zu spät.

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