Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Streit um blau-gelben Tiger

Publicerat onsdag 5 oktober 2005 kl 16.18

Während des Zweiten Weltkrieges kam in Schweden eine Formulierung in Umlauf, die auch heute noch für viele mit Wachsamkeit verbunden ist. „En svensk tiger“ lautet der Ausspruch und bedeutet zum einen „ein schwedischer Tiger“. Genauso lässt es sich auch lesen als „ein Schwede schweigt“. Als Symbol für die schwedische Haltung während des Krieges schuf der Künstler Bertil Almqvist damals einen wachsamen, blau-gelb gestreiften Tiger. Dieses Symbol gefiel dem militärischen Geheimdienst so gut, dass er es als eigene Marke registrieren liess. Ein Museum in Skåne erhebt dagegen Einspruch.

Am 21. November 1941 ermahnte die damalige staatliche Informationsbehörde im schwedischen Rundfunk alle Schweden:

„Wenn Du etwas über das Kriegsgeschehen weisst – schweig! Schweige im Zugabteil und schweige in der Strassenbahn. Schweige auf der Strasse und schweige sogar zu Hause.“

Mit der Kampagne unter dem Titel „Ein Schwede schweigt“ rief die Regierung des neutralen Schweden ihre Bürger dazu auf, das Land vor Spionen zu schützen. Keine geheimen Kenntnisse sollten in Feindeshand gelangen. Daher ist auch der zweideutige Ausdruck so passend: Was auf den ersten Blick wie ein kurioser Tiger aussieht, entpuppt sich als kodierte Aufforderung nach dem Motto „Reden ist Silber, Schweige ist Gold“.

Achtjähriger Zwist um Tigersymbol

Seit nunmehr acht Jahren hadern das schwedische Militär und das Kriegsmuseum im südschwedischen Helsingborg darüber, wer für sich mit dem blau-gelben Tiger werben darf. In dem Rechtsstreit beharrt das schwedische Materialamt der Streitkräfte darauf, der Tiger sei unwiderrufliches Markenzeichen des Militärs. Kurt Svensson, Pressesprecher des Materialamtes, erklärt:

„Bei der Registrierung des Tigers als unsere Marke haben wir uns auf eine mündliche Zusage im Zusammenhang mit dem Nachlass des Künstlers berufen. Da ist alles mit rechten Dingen zugegangen.“

Der Tiger gehört dem Volk

Ganz anderer Meinung ist Marie Andrée, Leiterin des Kriegsmuseums bei Helsingborg. Ihr Museum ist stolz darauf, Schwedens einziges Museum in einer unterirdischen Militäranlage zu sein. Und: Das Logo des Museums ziert nicht nur ein Kanonenrohr, sondern eben auch der blau-gelb gestreifte Tiger. Ausserdem ist der Tiger ein beliebtes Souvenir des Museums. Leiterin Marie Andrée wähnt das Recht auf ihrer Seite, wenn sie sagt, der Tiger gehöre dem schwedischen Volk und also keineswegs in die alleinige Hand des Militärs:

„Der Tiger war innerhalb der Kampagne an das gesamte schwedische Volk gerichtet und wurde ein Symbol für Stärke und Schweigen eben des Volkes. Und so soll es auch bleiben. Unser Ziel ist, dass der Tiger kein Markenzeichen, sondern als Teil des schwedischen Kulturerbes anerkannt wird.“

Der Geheimdienst kontert seinerseits, das Museum vermittele ein völlig falsches Bild von der Entstehung des Tigersymbols. Er fordert sogar ein Ordnungsgeld von rund 50.000 Euro. Über die wahre Herkunft des blau-gelben Tigers soll nun das Amtsgericht in Stockholm entscheiden.

Liv Heidbüchel  

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".