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Ausstellung „Weltsprache Fussball”

Publicerat onsdag 12 oktober 2005 kl 15.18

Erstmals wird im Rahmen der Vorbereitungen auf Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland ein Kulturprogramm absolviert. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit rühren jetzt Deutscher Fussball-Bund und etliche Kultureinrichtungen die Werbetrommel. Deshalb machte die Wanderausstellung „Weltsprache Fussball” auch Station in Stockholm.

Kultur pur - ein Bild mit Symbolkraft: Vier verschleierte Mädchen stehen im Halbkreis auf einem Schulhof. Hinter ihnen an der Hauswand sind islamische Schriftzeichen zu sehen. Doch die vier schauen lieber dem Fussball hinterher, den eines der Mädchen soeben hoch in die Luft geschossen hat. Die Bildunterschrift verrät, dass dies ein Schnappschuss aus dem Iran ist. Das heisst, ein zufälliges Foto ist dies weissgott nicht. Vielmehr handelt es sich um eine der 60 Fotografien, die die weltberühmte Agentur Magnum in Paris erstellt hat. Bis Ende Oktober kann man die Werke im Stockholmer Kulturhaus besichtigen. Rainer Fussgänger ist Beauftragter für Bildungskooperation Deutsch am Goethe-Institut in Stockholm:

„Die WM ist ein Weltereignis und Fussball ist ein Weltereignis. Das dokumentiert auch diese Ausstellung. Fussball bewegt die Massen. Allein das Finale der letzten WM haben weltweit drei Milliarden Menschen am Fernseher verfolgt. Deswegen fokussieren wir ganz bewusst nicht auf Deutschland, sondern auf Fussball in der Welt. Und die Welt ist zu Gast bei Freunden in Deutschland nächstes Jahr.”

„Die Welt zu Gast bei Freunden”
Die Welt zu Gast bei Freunden - da macht es keinen Unterschied, ob Fussball von verschleierten Moslems, katholischen Indios oder englischen Kleingärtnern gespielt wird. Sie alle verbindet die Liebe zum Massensport Nummer eins, der Deutschland nächstes Jahr ins Zentrum des Weltgeschehens rücken wird. Gemessen daran haben die Fotos im Kulturhuset recht wenig mit Deutschland zu tun. Goethe-Institut-Mitarbeiter Rainer Fussgänger erklärt:

„Das Projekt fokussiert nicht so sehr in den Exponaten auf Deutschland. Aber wir wollten die Chance nutzen, die die Weltmeisterschaft uns bietet, um auf uns aufmerksam zu machen. Dazu bedienen wir uns der weltweit angesehendsten Foto-Agentur ‚Magnum’ in Paris. Und mit dieser Agentur zusammen mit der Bundesregierung und dem DFB haben wir sehr starke Partner.”

Deutsche Renaissance
Nachdem Deutsch und Deutsches in Schweden jahrelang nicht sehr gefragt waren, zeichnet sich nun ein Aufwärtstrend ab. Immer mehr Schweden - vor allem die junge Generation - entdecken den südlichen Nachbarn als potenzielles Reiseziel für sich. Das liegt nicht zuletzt an der WM. Und im Fahrwasser dieses Trends schwimmt auch deutsche Kultur mit.

„Wir tragen sehr gerne dazu bei. Unser Auftrag ist, dass wir die deutsche Sprache fördern, dass wir für Deutschland Sympathiewerbung betreiben. Die WM nächstes Jahr ist dabei ein willkommener Anlass für uns für Deutschland zu werben. ”

Fussball als Mittel zum Kulturaustausch. Zwar entwickelt das Stockholmer Goethe-Institut eine Reihe von Projekten, mit denen das schwedische Interesse an Deutschland gefördert werden soll. Doch kaum eines bisher brachte eine so breite Resonanz wie die Foto-Ausstellung „Weltsprache Fussball”. Ist die deutsche Kultur nicht eben doch zu schwermütig, zu belastet für die lebensfrohen Schweden?

„Wir haben neben dieser Ausstellung, die durch die ganze Welt tourt, ein sehr grosses Projekt aufgezogen. Es heisst ‚Tor für Deutschland’ und hat als Logo das Brandenburger Tor. Aber das ist etwas schwer, in andere Sprachen wie das Schwedische zu übersetzen.”

Der Erfolg der Ausstellung liegt offenbar tatsächlich an der universellen Weltsprache Fussball - und weniger am deutschen Konzept dahinter. Deswegen war die Foto-Schau beispielsweise im abgelegenen Nordschweden ein wahrer Publikumsmagnet, sagt Rainer Fussgänger:

„In Umeå hatten wir einen sehr grossen Publikumserfolg. Unsere Mitarbeiter haben uns gesagt, dass dort sehr viele Schulklassen mit unterschiedlichen Fächern vertreten waren. Wir hatten eine Vernissage in Gegenwart der brasilianischen Fussballerinnen Martha und Elaine. Und das hat sicherlich auch zum Publikumserfolg beigetragen.”

Erfolgsfaktor Fussball
Das Goethe-Institut hofft, dass auch das Stockholmer Publikum diese Ausstellung positiv aufnehmen wird. Schliesslich ist die schwedische Nationalelf schon so gut wie qualifiziert für die WM. Da könne man zu Recht auf den Erfolgsfaktor Fussball setzen. Schliesslich beschwört die aktuelle Fotoschau das globale Dorf, in dem dank der Medien alle Menschen miteinander vernetzt sind, ist sich Rainer Fussgänger sicher:

„Ich werde am Fernseher dabei sein. Ich geselle mich also zu den drei Milliarden, die das Finale am Bildschirm erleben werden.”

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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