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Literaturnobelpreis 2005 an Dramatiker Pinter

Publicerat torsdag 13 oktober 2005 kl 15.31
Harold Pinter

Der 75-jährige britische Dramatiker Harold Pinter ist der Literaturnobelpreisträger 2005. Heute Mittag um Schlag eins trat der ständige Sekretär der Schwedischen Akademie, Horace Engdahl, vor die Presse und verkündete den Namen, dem seit Wochen entgegen gefiebert wurde. In der Begründung der Akademie heisst es, Pinter lege in seinen Dramen den Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz frei und er breche in den geschlossenen Raum der Unterdrückung ein. Was steckt dahinter und welche Reaktionen ruft der diesjährige Preisträger hervor?

Ein Aufschrei, Gemurmel, dann der obligatorische höfliche Applaus, denn: An noch jedem Preisträger hat irgendjemand irgendetwas auszusetzen. Dieses Jahr also heisst er Harold Pinter. Dass sich die Schwedische Akademie nach der Österreicherin Elfriede Jelinek im vergangenen Jahr erneut auf einen Dramatiker einigen würde, kam unerwartet. Horace Engdahl erklärt genauer, warum die Wahl auf Pinter fiel:

„Er ist ein Dramatiker, der die Sprache durchdrungen hat. Er hat wie kein anderer aus der Alltagssprache dramatische Situationen herausgehoben, die die menschliche Existenz blosslegen.“

Thema: geschlossene Räume
Etliche von Pinters 29 Stücken sind auch ins Deutsche übertragen. Zu den bekanntesten zählen „Der Hausmeister“ von 1959 und „Die Heimkehr“ von 1965. Auch wenn es in den vergangenen Jahren stiller um Harold Pinter geworden ist, so seien seine Stücke doch hochaktuell, meint Engdahl von der Schwedischen Akademie. Konsequent kreisten Pinters Stücke um geschlossene Räume:

„In den Stücken der 50er und 60er Jahre hatte das noch eine existentialische Bedeutung. Der Mensch, der in seiner eigenen Vorstellungswelt gefangen ist. Beim späten Pinter steht der Raum für politische Unterdrückung, für diejenigen, die in Folterkammern, Verhörszellen oder Gefängnissen eingesperrt sind.“

Harold Pinter feierte erst am Montag seinen 75. Geburtstag, die Verleihung des Nobelpreises geht also ohne weiteres als ein verspätetes Geburtstagsgeschenk durch. Er gilt als der grösste englische Dramatiker nach Samuel Beckett und als einer der wichtigsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts überhaupt. Pinters frühe Dramen werden zum Absurden Theater gezählt.

Enttäuschter Buchhandel
Auch wenn Pinter als einfach zu lesen gilt - der diesjährige Preisträger sorgt beim Buchhandel für lange Gesichter. Im Gegensatz zu Romanautoren verkaufen sich Dramatiker schlecht. Ausserdem findet der interessierte Leser von Harold Pinter auf Schwedisch bislang nur vereinzelte Stücke in Sammelbänden. Die Hoffnung auf klingelnde Kassen Dank des wichtigsten Literaturpreises weltweit kann der Buchhandel also aufgeben. Anders wäre das bei den im Vorfeld gehandelten Romanschreibern gewesen, ob nun bei den Amerikanern Joyce Carol Oates und Thomas Pynchon oder beim syrisch-libanesischen Adonis.

Der Literaturnobelpreis ist mit 1,1 Millionen Euro dotiert und wird gemeinsam mit den anderen Nobelpreisen am 10. Dezember in einer feierlichen Zeremonie in Stockholm verliehen.

Liv Heidbüchel 

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