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Bericht zu Krankenstand vorgelegt

Publicerat måndag 17 oktober 2005 kl 15.41

Jetzt sind die Schuldigen ausgemacht: Politik und Wirtschaft tragen gleichermassen die Verantwortung für den hohen Krankenstand in Schweden. Das geht zumindest aus einer Untersuchung des Instituts für Arbeitnehmerfragen hervor. Gleichzeitig offenbart die Studie deutliche Mängel im schwedischen Gesundheitssystem. Für die Zukunft bedeutet das nichts Gutes.

Die Zahl der Langzeitkrankschreibungen steigt seit Anfang der 1990er Jahre in Schweden markant an. Mittlerweile ist der Anteil Langzeitkranker an der Erwerbsbevölkerung in Schweden deutlich höher als in den meisten anderen EU-Ländern, Deutschland mit eingeschlossen. Tor Larsson, Leiter der Untersuchung des Instituts für Arbeitnehmerfragen, zu den Gründen:

„Um es klar zu stellen: weder gab es Epidemien in Schweden, noch nutzen die Menschen das Gesundheitssystem in grösserem Umfang aus als bisher. Dass der Krankenstand so stark anstieg, hat vielmehr mit dem veränderten Umgang mit schweren Krankheitsfällen am Arbeitsplatz zu tun. Kranke Mitarbeiter haben seit einigen Jahren keine Möglichkeit mehr, wenigstens eingeschränkt an den alten Arbeitsplatz zurückzukehren. Deswegen werden die Krankenzeiten immer länger.“

Arbeitnehmerschutz verwässert 

Im Jahr 1974 wurde in Schweden ein Gesetz zum Arbeitnehmerschutz eingeführt. Es besagt, dass Arbeitnehmern, die schwer erkranken, nicht gekündigt werden darf. Stattdessen sollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften darum bemühen, die erkrankten Mitarbeiter - zum Beispiel über Rehabilitationsmassnahmen - wieder in ihr einstiges Berufsfeld einzugliedern. Wenn dies nicht gelingt und auch keine andere Arbeit mehr ausgeübt werden kann, springt die Solidargemeinschaft ein. Sprich, der erkrankte Arbeitnehmer kann in den Vorruhestand gehen. 

Aber im Zuge der Wirtschaftskrise Anfang der 1990er Jahre wurde dieses Prinzip immer mehr verwässert. Da sich weder die Arbeitnehmer noch die Kommunen Rehabilitations- oder Umplatzierungsmassnahmen leisten konnten und wollten, verloren immer mehr erkrankte Arbeitnehmer ihren Job. Gestützt wurde diese Praxis durch entsprechende Gesetzesänderungen und Urteile zahlreicher Arbeitsgerichte. Dies hat bis heute zur Folge, dass ein Arbeitnehmer seine Arbeit nur behalten kann, wenn er sich für längere Zeit krankschreiben lässt, kritisiert Tor Larsson vom Institut für Arbeitnehmerfragen:

„Im grossen und ganzen trägt die Politik die Verantwortung für den Kollaps im Gesundheitssystem, und zwar über alle Parteigrenzen hinweg. Durch entsprechende Gesetze ist es unmöglich geworden, Krankenfälle individuell zu lösen. Stattdessen weiten sich die Krankschreibungszeiten immer mehr aus, obwohl die Erkrankungen an sich heute die gleichen sind wie früher.“

Zunehmende Belastung für die Wirtschaft 

Von einer neuen Wirtschaftskrise ist Schweden derzeit zwar weit entfernt. Allerdings wird der steigenden Krankenstand immer mehr zur Belastung für das gesamte schwedische Wirtschaftssystem. Kein Wunder also, dass das Thema auf der politischen Agenda weiter nach oben rückt. Selbst eine eigene Krankenpflegepartei steht bereits in den Startlöchern zur Parlamentswahl 2006.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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