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E.ON holzt Bäume in Südschweden ab

Publicerat tisdag 18 oktober 2005 kl 15.37

Erste Bewährungsprobe für den deutschen Stromkonzern E.ON auf schwedischem Boden: Nach dem verheerenden Sturm Anfang des Jahres in Südschweden lässt E.ON in grossem Umfang links und rechts neben den Stromleitungen alle Bäume abholzen. Denn die Deutschen sind nach der Übernahme des schwedischen Unternehmens Sydkraft von Staats wegen dazu verpflichtet, die Stromleitungen gegen umstürzende Bäume zu sichern. Doch mit diesem Unterfangen macht sich E.ON nicht nur Freunde in Schweden.

Mit zahlreichen Grossanzeigen versucht E.ON derzeit, das Vertrauen der schwedischen Kunden zu gewinnen. Nach der Übernahme des einheimischen Unternehmens Sydkraft steht der deutsche Energieriese nun vor seiner ersten Bewährungsprobe. Allein in Südschweden müssen rund 2.500 Kilometer Oberleitungen gesichert werden. Deswegen holzt E.ON in den kommenden Wochen alle Bäume auf einer Breite von jeweils 20 Metern links und rechts der Stromleitungen ab. Insgesamt zwei Millionen Bäume werden gerodet. Damit geht weiterer Baumbestand verloren. E.ON-Mitarbeiter Tom Jansson:

„Die meisten wissen, dass die Lage hier in Småland immer noch angespannt ist. Nicht jeder wird darüber erfreut sein, dass wir noch mehr Bäume fällen werden. Dennoch hoffen wir auf das Einsehen der Grundstücksbesitzer, dass dies notwendig ist.“

E.ON hofft auf verständige Waldbesitzer 

Durch den Wintersturm „Gudrun“ waren Zehntausende von Stromkunden in Südschweden wochenlang ohne Strom. Der Grund: umgestürzte Bäume hatten die überirdisch verlaufenden Leitungen beschädigt. Die Reparaturarbeiten dauern zum Teil immer noch an. E.ON als neuer Betreiber in Südschweden muss nun gewährleisten, dass sich ein so umfassender Ausfall des Stromnetzes nicht wiederholt. Für seine Abholzungsmassnahme baut der Konzern deswegen auf das Verständnis der betroffenen Waldbesitzer. Doch auf ein Entgegenkommen sei man nicht unbedingt angewiesen, erklärt E.ON-Mitarbeiter Jansson:

„Im Ernstfall dürfen wir uns laut Gesetz Zugang zu den Grundstücken verschaffen. Aber dies wird hoffentlich nicht nötig sein.“

Keine Alternative zur Rodung 

Ganz wird sich der Unmut bei den schwedischen Waldbesitzern zwar nicht vermeiden lassen. Doch letztendlich gebe es zu den Abholzungsplänen von E.ON keine Alternative, meint Lars Ove Johansson, Vorstandsmitglied im Verband der Landwirte, und selbst Grundstückseigner in Småland:

„Wir begrüssen, dass nun Schritte zur Sicherung der Stromleitungen unternommen werden. Das war schon lange unser Anliegen. Aber es ist wichtig, dass man eine angemessene Entschädigung erhält. Manche Grundstückseigner lehnen das Abholzen zwar ab, doch sie werden einsehen, dass auch sie eine gewisse Verantwortung tragen.“

Um die Schweden zu besänftigen, hat E.ON bereits grosszügige Entschädigungen angekündigt. Jeder betroffene Grundstücksbesitzer bekommt eine Zahlung, die dem Marktpreis für Holz vor dem Wintersturm entspricht, als es noch kein Überangebot gab. Mit dem deutschen Geld, so die Hoffnung, werden die schwedischen Wunden schnell heilen.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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