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Immer mehr Anzeigen wegen Vergewaltigung

Publicerat torsdag 3 november 2005 kl 15.39

Das Thema beherrscht derzeit sämtliche Medien in Schweden: Immer mehr Vergewaltigungen werden angezeigt. Betroffen sind vor allem die Grossstädte wie Stockholm. In den meisten Fällen bleiben die Täter unerkannt, die Polizei scheint bislang machtlos. Jetzt will sie mit einer Sondereinheit den Vergewaltigern auf die Spur kommen. Doch das Problem muss vor allem gesellschaftlich gelöst werden.

Längst sind es nicht mehr nur die Boulevardblätter, die in ihren Schlagzeilen die steigenden Vergewaltigungszahlen aufnehmen. Auch die führenden seriösen Zeitungen „Dagens Nyheter“ und „Svenska Dagbladet“ titeln immer häufiger mit den beängstigenden Negativrekorden. Ulf Johansson, Chef der Polizeieinheit in der Stockholmer Innenstadt, steht der Sondereinheit Sexualdelikte vor und ist mittlerweile ein gefragter Gesprächspartner in der schwedischen Medienlandschaft:

„Diese Verbrechen werden meist in der Dunkelheit, freitags oder samstags nachts zwischen null und sechs Uhr, verübt – meistens ohne Zeugen in der Nähe. Für die Opfer ist das natürlich ein hochtraumatisches Erlebnis. Und für uns bedeutet das oft, dass sich die Frauen nicht mehr exakt an den Täter oder an gewisse Details erinnern können. Nach unseren Erkenntnissen handelt es sich nicht um einen einzelnen Serientäter.“

Verrohte Gesellschaft 

Ob gewollt oder unbewusst – die Medien heizen das Thema weiter an. Frauen bekommen Ratschläge, welche illegalen, aber hochwirksamen Selbstverteidigungsmittel sie im Internet erwerben können, oder wie sie den Vergewaltiger sonst noch unschädlich machen können. Was ist eigentlich in Schweden los?, fragt sich mancher Beobachter. Psychologin Elisabeth Kwarnmark spricht vielen aus dem Herzen, wenn sie sagt, schuld an den steigenden Vergewaltigungszahlen sei unsere moderne Gesellschaft:

„Unsere Gesellschaft verroht. Denken Sie nur an unsere Schimpfworte. Die sind eine verbaler Ausdruck von Aggressivität. Früher wünschten wir jemanden zum Teufel oder Ähnliches. Aber heute sind unsere Schimpfwörter sehr stark sexualisiert. Wir sind eben eine sehr amerikanisierte Gesellschaft.“

Das Nachsehen haben die Frauen 

Gleichzeitig warnen viele Stimmen vor Panikmache. Es sei nicht die Zahl der Vergewaltigungen selbst, die steige, sondern vielmehr die Zahl der Anzeigen. Die offiziellen Statistiken aber sprechen eine andere Sprache. So verzeichnete die Polizei in den vergangenen Jahren eine recht konstante Zahl von angezeigten Vergewaltigungen. Über die Dunkelziffern sagt das freilich nichts aus. Vielleicht sah sich die Polizei auch deswegen gezwungen, eine Sondereinheit zu bilden. Schwedens Frauen haben in jedem Fall schon jetzt das Nachsehen. Denn, wie andere Studien belegen - immer weniger trauen sich aus Angst vor Kriminalität allein aus dem Haus. Und das im Land der Gleichberechtigung Nummer eins.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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