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Lördagsgodis - süße Geschichte

Publicerat måndag 7 november 2005 kl 14.24
Lösgodis. Foto: Tobias Lundgren/Scanpix.
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Die Schweden halten den Weltrekord (Foto: Tobias Lundgren/Scanpix)

Die Gesundheit der jungen Generation ist eines der wichtigsten Ziele der schwedischen Gesellschaft. Dennoch leiden immer mehr schwedische Kinder unter Fettleibigkeit und schlechten Zähnen. Daran hat auch eine Initiative nichts geändert, die bereits vor vierzig Jahren eingeführt wurde: „Lördagsgodis” - Samstagssüßigkeiten. Kinder sollten Süßes nur noch einmal in der Woche bekommen, vor allem, um die Zähne zu schonen. Nicht in allen Familien ist von diesem Brauch noch viel übrig geblieben.

Die vierjährige Lotta bekommt immer, was sie will. Auch unter der Woche. Und Lotta will vor allem eins: Godis. Süßigkeiten sind für das stämmige Mädchen mit den glatten, blonden Haaren ein fester Bestandteil der täglichen Nahrung.

Im Kindergarten gab es eben noch ökologisches Essen, das unter der fürsorglichen Aufsicht der Erzieherinnen eingenommen wurde.

Nun bekommt Lotta von ihrer Mutter, Birgitta Eliasson, wie immer etwas Süßes: zum Nachtisch, zur Begrüßung oder zwischendurch: „Ich versuche darauf zu achten, dass meine Kinder nicht mehr als zweimal pro Woche Süßigkeiten essen. Leider klappt das nicht immer. Sie kriegen meistens Bonbons oder Kaugummi. Aber eigentlich essen meine Kinder alles.”

Lottas Mutter teilt ihr Problem mit vielen schwedischen Eltern. Nach Ansicht von Elisabeth Gertell, Chefin einer Stockholmer Zahnklinik, sind die meisten Eltern zwar bemüht, den Godis-Konsum ihrer Kinder zu regulieren, aber: „Es ist schwer. Wenn ich mit meinen drei Kindern im Supermarkt bin, habe ich das gleiche Problem. An der Kasse liegen die Süßigkeiten in Augenhöhe der Kinder. Und die wollen immer Süßes, sobald sie einmal Geschmack daran gefunden haben.”

Schon immer Naschkatzen
Aber nicht nur an der Kasse, vor allem an den meterlangen Süßigkeitsregalen kommen die Kinder auf den Geschmack. Aus Dutzenden von Fächern können kleine und große Kunden zwischen neongelben Geleebananen, weißem Schaumgummi oder zellophanverpackten Bonbons wählen. Die Schweden gelten eben seit jeher als Naschkatzen. Kein Wunder, das Karies und Fettleibigkeit im Wohlfahrtsstaat schon seit langer Zeit ein Problem sind.

Doch das Land, das sich frühzeitig auf die Fahne geschrieben hat, das Wort Volksfürsorge ernst zu nehmen, ersann einen Ausweg: Damit sich wenigstens die Kinder gesund ernähren, wurden in den 60er Jahren die „Lördagsgodis“ eingeführt - also Süßes nur samstags.

Eine Zeitlang fruchtete diese Kampagne des staatlichen Instituts für Volksgesundheit. Spätestens, wenn sich ganze Trauben von Kindern vor den Bonbonregalen tummelten, wusste man, dass wieder Samstag war. Doch der Trend ebbte ab. Wer heute an einem Samstag vor den langen Süßwarenregalen steht, findet dort nicht mehr Kinder vor als sonst.

Gesundheitsgefährdend
Schwedens Kinder dürfen offenbar wieder genießen, wann sie wollen. Und das tun sie in gehörigem Maße - zur Freude der Süßwarenindustrie und zum Ärger der Krankenkassen, wie Elisabeth Gertell beklagt: „Das ist ein brandaktuelles Thema. Sie brauchen nur die Zeitung aufzuschlagen, dann sehen sie, wie stark unser Gesundheitssystem belastet ist. Die Leute ernähren sich allgemein ungesund. Godis sind da nicht da einzige Problem. Aber natürlich schaden gerade die zuckerhaltigen Nahrungsmittel dem Körper besonders.”

Der übermäßige Genuss von Süßigkeiten ist nicht das Problem, sondern nur ein Symptom, behaupten wiederum die Verhaltensforscher. Denn Schwedens Eltern nehmen sich einfach zu wenig Zeit für ihre Kinder, meinen sie. In einem Land mit niedrigeren Löhnen als in Deutschland sind oftmals beide Elternteile berufstätig. Entsprechend knapp ist die Zeit für den Nachwuchs. Nach dem Kindergarten oder nach der Schule sitzen viele heranwachsende Schweden allabendlich stundenlang vor dem Fernseher und schauen Schwedens Sesamstraße „Bolibompa” an. Dabei schaufeln sie kiloweise ungesunde Bonbons in sich hinein.

Süßes als Liebesersatz
Doch das sei kein typisch schwedisches Problem, wiegelt Zahnärztin Elisabeth Gertell ab. Allerdings räumt sie ein: „Alle Länder haben unterschiedliche Geschmäcker. Und wir Schweden konsumieren eben in großem Maße Süßigkeiten. Ein Problem ist, dass manche Schulkantinen regelrecht zu Konditoreien umfunktioniert sind. Die Kinder kaufen dort eher süßes Zeug als das kostenlose gesunde Schulmittagessen zu verzehren. Und die Verantwortung dafür tragen wir Erwachsene.”

Vom wackeren Prinzip der „Lördagsgodis“ von einst ist nicht mehr viel übrig. Der Begriff hat sich ins Gegenteil verkehrt. Bedeutete er früher noch, dass die jungen Schweden nur am Samstag Süßigkeiten bekamen, so gibt es nun am Wochenende besonders viel ungesunde Leckereien.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

7.11.2005

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