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Familienleben - Wunsch und KiTa-Alltag

Publicerat måndag 7 november 2005 kl 15.44

Der Kindergarten ist in Schweden ein fester Bestandteil des familiären Alltagslebens. Die Gemeinden sind verpflichtet, für jedes Kind einen KiTa-Platz zur Verfügung zu stellen. Wie viel Zeit die Kleinen täglich dort verbringen, hängt aber ganz von den Eltern ab. Die Hälfte aller Eltern von Kindergartenkindern arbeitet Vollzeit. Trotzdem sind nur acht Prozent der Kinder länger als acht Stunden täglich in der Kindertagesstätte. Die Eltern legen wahre Zeitpussel damit die Kids möglichst viel zu Hause sind.

Kristina Ossmark hat ein Kind im Kindergarten Äppelbo im wohlhabenden Stockholmer Stadtteil Bromma: „Also hier bei uns versuchen alle ihre Kinder möglichst kurze Zeit im Kindergarten zu haben. Lieber ein Kindermädchen bezahlen oder Oma und Opa früh abholen lassen, damit das Kind zeitig nach Hause kommt.“

Obgleich viele Eltern Vollzeit arbeiten, bleibt kein Kind länger als acht Stunden in der idyllischen Kindertagesstätte Äppelbo. Es üblich vor fünf abzuholen, wer das nicht selbst tun kann, versucht wie Kristina Ossmark andere Lösungen zu finden.

Ein Grundgedanke beim schwedischen Modell der kommunalen Kinderbetreuung ist, dass Kindertagesstätten gut für Kinder sind. Dort haben sie soziale Kontakte und werden von geschultem Personal gefördert. Viele Kinder erhalten so bessere Entwicklungsmöglichkeiten als zuhause, erhofft man sich.

Ein anderer Grundgedanke des schwedischen Modells ist, dass jeder Erwachsene, Frau oder Mann, selbst den Lebensunterhalt verdient – also berufstätig ist. Folglich brauchen schwedische Eltern Kindergärten.

Zeit und Geld
Im Stadtteil Bromma, in dem die Kindertagesstätte Äppelbo liegt, haben die Bewohner hohe Einkommen. Aber die allein sind keine Garantie dafür, dass Eltern Zeit für ihre Kinder haben, meint die Psychologin Ylva Elvin Nowak. Sie hat sich eingehend mit der Einstellung von Eltern zur Kindertagesstätte beschäftigt. „Es gibt eine Art magische Grenze, eine bestimmte Zeit, zu der man glaubt seine Kinder abholen zu müssen. Und die ist je nach Wohnort und Kindergarten unterschiedlich. Für einige ist fünf Uhr früh, für andere ist drei richtig. Das hat mit den finanziellen Voraussetzungen zu tun, aber auch mit der Art der Arbeit. Wichtig ist, dass sie zeitlich flexibel ist.“

Karl Björkvall hat seine kleine Tochter Sophia in der Kindertagesstätte Äppelbo. Für ihn ist es wichtig die Arbeitszeit wählen zu können: „Ein verständnisvoller Arbeitgeber, flexible Arbeit. Und dann den Willen und die Möglichkeit, abends und nachts zu Hause zu arbeiten.“ – Aber nicht alle können das…

Vorort-KiTa
Die Kindertagesstätte Stella Nova liegt im Kellergeschoss eines Hochhauses in Hallonbergen nördlich von Stockholm. Frida Forsgren eilt zur Tür herein um ihre Tochter Nova abzuholen. Frida ist allein erziehende Mutter. Sie würde ihre Tochter gern etwas mehr um sich haben, aber: „Ich hab keinen Einfluss auf meine Arbeitszeiten und wenn ich weniger arbeiten würde, würd’ ich auch weniger verdienen, das kann ich mir nicht leisten.”

Im Stadtteil Hallonbergen ist das Durchschnittseinkommen niedrig. Die Kindertagesstätte öffnet früher am Morgen und schließt später als Äppelbo. Mehr als ein Drittel der Kinder hier sind über acht Stunden täglich im Kindergarten.

Amal Kussok holt ihre beiden Kinder ab. Obgleich sie und ihr Mann sich das Holen und Bringen teilen, müssen die Kinder lange im Kindergarten bleiben. „Ja, die Armen, aber was soll man machen? Eigentlich gefällt es ihnen hier ja, sie spielen und so, aber mir fehlen sie.“

Zeitpussel
Viele Familien basteln ähnlich wie die Kussoks an einem wahren Zeitpussel. Wer später zur Arbeit geht, bringt die Kinder in den Kindergarten, und wer früher nach Hause kommt, holt sie. Denn zur modernen Elternschaft gehört eben auch der Anspruch so viel Zeit wie möglich mit dem Sprössling zu verbringen.

Yvonne Silversparre in Bromma holt ihr Kind früh ab: „Ich will mit meinen Kindern zusammen sein. Wenn man sie spät abholt sind sie nur furchtbar müde und dann reicht’s gerade noch zum Abendessen und dann ab ins Bett. Und da man ja nicht viel Zeit zusammen.“

Dass Kinder Schaden nehmen, wenn sie mal ein bisschen länger in der Kindertagesstätte sind, ist absolut nicht gesagt, meint Lasse Ressenius. Sein Kind geht in den Kindergarten Äppelbo: „Ich glaube nicht, dass es den Kindern schlechter gehen würde, wenn sie länger hier wären. Aber uns Eltern ginge es schlechter.“

Genau so sieht das auch die Psychologin Ylva Elwin Nowak. Der springende Punkt sei der Anspruch der Eltern an sich selbst: „Kinder sollen im Kindergarten sein, weil es gut für sie ist. Nicht weil es gut für die Eltern ist, oder die Situation es erfordert. Deswegen versuchen sie die Kids mit allen möglichen Mittel – Grosseltern, Geschwister, Kindermädchen – so zeitig wie möglich nach Hause zu holen. Auch wenn sie selbst noch gar nicht zuhause sind. In manchen Orten wetteifern die Eltern förmlich darum ‚gute’ Eltern – und vor allem gute Mütter zu sein. Für Männer gelten da wesentlich weitere Normen.“

Andreas Johnsson in Hallonbergen hat bemerkt, dass es einen Trend gibt, wie lange man sein Kind im Kindergarten sein lässt: „So kurz wie möglich. Aber das ist nicht realistisch, find ich. Man arbeitet acht Stunden am Tag. So ist das im Leben. Die ganze Diskussion darüber, dass man so früh wie möglich abholen soll liegt am schlechten Gewissen der Eltern, das ist typisch.“

In der Kindertagesstätte Äppelbo in Bromma will Elin nicht mit ihrer Mutter nach Hause gehen. Das kommt oft vor, versichern die Erzieherinnen. Yvonne Silversparre kennt das: „Das ist mehrmals passiert. Ich versuche gegen drei hier zu sein. Aber meist kommt man nicht vor halb vier oder viertel vor vier weg. Aber da bin ich ja auf alle Fälle hier und bin für sie da.“ 

Wie im Bilderbuch
Viele Eltern haben Schuldgefühle, weil ihre Kinder den größten Teil des Tages im Kinderhort verbringen, sagt Ylva Elvin Nowak. Eltern müssten selbst sehen, wie viel – oder wie wenig - Kindergarten gerade für ihr Kind richtig sei: „Viele Kinder, die oft sehr früh abgeholt werden, träumen davon, einmal richtig lange bleiben zu dürfen und einen Erzieher ganz für sich allein zu haben. Das Ideal vom Familienleben wie im Bilderbuch spielt in den Köpfen vieler Eltern eine größere Rolle als die Wirklichkeit und das Kind.

Sybille Neveling

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