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Wohnen auf dem Wasser

Publicerat måndag 7 november 2005 kl 16.06

Anders wohnen als die anderen, neue Wohnformen ausprobieren, das wünschen sich viele und im Stockholmer Hafen „Pampas” ist das möglich. Pampas klingt nach Einöde, und das genau das war es vor 15 Jahren auch noch. Ein gottverlassenes Gebiet am Wasser, bis die ersten Siedler kamen und daraus eine gefragte Wohngegend machten: mit vertäuten Hausbooten und sogar schwimmenden Villen.

Still ruht der Ulvsundasee. Draussen schippert ein Boot mit Touristen vorbei. Als die Bugwelle des Touristenboots im Wohnhafen ankommt, schaukelt der Steg schon etwas mehr. Katharina Prager und Viktor Rundlöv kriegen das gar nicht mit. Sie sind im Bug ihres Wohnbootes gerade mit dem Innenausbau beschäftigt. Drei Wochen dauerte es, bis sie sich an das Schaukeln gewöhnt hatten, nun fühlen sie sich höchstens an Land etwas komisch. Es sieht noch ziemlich wüst aus hier unten. Was Wohnzimmer und Küche werden soll, ist immerhin schon komplett mit Holzplatten verkleidet. Warum wohnen sie auf einem Schiff?

„Das fragen wir uns manchmal auch”, sagt Katharina etwas müde. „Wir haben eine größere Wohnung gesucht, und eine Wohnung zu kaufen ist ganz schön teuer, da haben wir halt das Boot gekauft. Und anfangs kam es uns ganz billig vor. Aber wir haben noch jede Menge Geld reingesteckt.”

Um die Ecke, fünf Boote weiter, wohnen die Poulsens. Vivi und Mads kommen eigentlich aus Kopenhagen, vor acht Jahren sind sie in die schwedische Hauptstadt gezogen. Warum sie in den Wohnhafen umsiedelten ist ganz einfach, erzählt Vivi: „Wir haben erst in einem Haus im Vorort gewohnt und sind mit unserem Boot eines Tages hier vorbeigesegelt. Da hab ich aus Spaß gesagt: So müsste man wohnen! Und dann haben wir im Internet gesehen, dass das Boot zu verkaufen war, eine Woche später hatten wir es gekauft, weil… Weil wir die Nase voll hatten vom Garten”, fügt Mads Poulsen an. „Und weil wir die Stadt vermisst haben. Jetzt wohnen wir mitten in der Stadt und haben keinen Stress mit Rasenmähen.” Vivi:  „Hier gibt’s ja nur Seegras.”

Richard Bergström aus dem Hafenkontor hat den Hafen gegründet. Anfangs ging es eigentlich nur darum, eine Form zu finden, um den Bootshafen wirtschaftlich zu betreiben und nicht nur vom Saisongeschäft abhängig zu sein. Schiffe, auf denen man das ganze Jahr wohnen könnte, waren die Lösung. Aber es war ein langer Weg, bis die etwas andere Wohnform auch legal wurde, erzählt Bergström. „Die Gemeinde wollte anfangs keine Hausboote hier haben. Also haben sie uns die Liegeplätze gekündigt. Dagegen haben wir geklagt, der Prozess ging fünf Jahre. Zum Schluss gab es ein Abkommen, das einzigartig war damals für Schweden und eine große Medienresonanz zur Folge hatte. Das Interesse wuchs explosionsartig. Und plötzlich hatten wir nichts, um dieses enorme Interesse auch zu bedienen.”

Richard Bergström kam auf die Idee mit der schwimmenden Villa. Die erste, die er konstruierte, gehört jetzt Vivi und Mads Poulsen. Mit fast 100 Quadratmetern Wohnfläche, ganz oben zwei Terrassen, in der Mitte Wohnzimmer und Küche und ganz unten der Wohlfühlbereich der exklusiven Art.

„Hier ist unser Schlafzimmer, das liegt genau an der Wasseroberfläche”, zeigt Vivi. „Wenn man aus dem Bullauge guckt, hat man das Wasser genau auf Augenhöhe. Das ist herrlich, ein beruhigendes Gefühl. Und hier haben wir unsere Oase zur Entspannung, mit Massage-Whirlpool. Da ist die Sauna.”

Solcher Luxus ist für drei Millionen Kronen zu haben, umgerechnet etwa 315.000 Euro. An Interessenten mangelt es dennoch nicht. Inzwischen gibt es auch andernorts in Schweden Wohnhäfen. Im Sommer ist es natürlich traumhaft, den Tag mit einem Sprung ins Wasser zu beginnen.

Aber im Sommer gibt es auch besonders viele Neugierige. Katharina Prager wundert sich dann schon über das absonderliche Verhalten mancher Besucher: „Es ist schon passiert, dass die Leute sich auf die Brücke legen, um besser in die Fenster der Wasservillen gucken zu können. In einem Villengebiet würde man sofort Anzeige erstatten, hier werden die Leute unverschämt, wenn man sie auf ihr Verhalten anspricht. Ich weiß auch nicht, ob die provozieren wollen, bloß weil wir so wohnen.”

Aber im Winter ist es sehr schön hier, versichern die Anwohner. Ruhige Stimmung, alles ist friedlich. Dann fahren draußen auf dem Ulvsundasee auch keine Touristenboote vorbei. Dafür kann man auf Schlittschuhen ins Zentrum fahren. 

Katja Güth

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