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Französische Verhältnisse bald auch in Schweden?

Publicerat tisdag 8 november 2005 kl 14.26

Zwölf Nächte lang schon toben die Krawalle auf den Strassen französischer Vororte. Nun hat die Regierung sogar den Ausnahmezustand verhängt, Ausgangssperren könnten die Folge sein. Insgesamt 9000 Polizisten sollen die Lage wieder unter Kontrolle bringen. In Schweden reagieren Experten mit Verwunderung und Ablehnung auf diese Massnahmen. Die französische Integrationspolitik habe versagt, und schlimmer: Dieses Versagen hätte man viel früher erkennen müssen. Auch Schwedens Integrationspolitik ist nicht unumstritten. Ausschreitungen wie in Frankreich scheinen auch hier nicht mehr ausgeschlossen.

Frankreich bekommt die Quittung für seine Assimilationspolitik. Davon ist zumindest Soziologe Masoud Kamali aus Uppsala überzeugt. Immer wieder sei den Arbeitslosen, den Einwanderern und damit den Vorortghettobewohnern derselbe Vorwurf gemacht worden: Sie selbst seien schuld an ihrer Misere. Zugrunde liege die verkehrte Aufteilung in „wir“ und „die“, erklärt Soziologe Kamali: 

„Die Voraussetzungen sind so unterschiedlich. Landet man in einer Gegend, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist, der kommunale Service schlecht und es keine Chancengleichheit gibt, hat man eine sehr schlechte Ausgangsposition. Und die reproduziert die Aufteilung in „wir“ und „die“ nur noch weiter. In der gesamten EU, auch hier in Schweden, müssen wir eine Kursänderung vornehmen, damit es hier nicht so wird wie in Frankreich jetzt.“

Trabantenstädte: Gewöhnliches Bild in Schweden

Hässliche Trabantenstädte und Betonsilos gibt es auch in den Vororten von Schwedens Grossstädten. Der Anteil an Einwanderern und Sozialhilfeempfängern ist dort erheblich grösser als in den gepflegten Innenstädten. In viele Vororte würde der normale Schwede wohl freiwillig keinen Fuss setzen. Und selbst wenn die Diskriminierung von Einwanderern auf dem Arbeitsmarkt durchaus ein Thema ist, so gilt auch in Schweden: Bewerber mit ausländisch klingenden Namen haben es schwerer einen Job zu finden als der schwedische Ottonormalverbraucher.

Wenn sich diese sozial Benachteiligten in ungepflegte Vorstädte abgeschoben fühlen, wächst ihre Frustration. Da gibt es zwischen Schweden und Frankreich keinen Unterschied, meint Masoud Kamali. Dass es bislang vergleichsweise ruhig geblieben ist in Schwedens sozialen Brennpunkten, findet der Soziologe nahezu erstaunlich:

„Das ist doch nur eine Frage der Zeit, und das müssen auch die Politiker einsehen. Sie müssen aufhören, den Menschen dort die Schuld für ihr Misslingen zuzuweisen. Wer Macht zum Verändern hat, trägt auch die Verantwortung für unsere Strukturen und Institutionen, und damit die Verantwortung das, was in der Zukunft geschieht.“

Malmö macht erste Schritte

Die südschwedische Grossstadt Malmö hat mit dem Vorort Rosengård einen solchen, landesweit bekannten sozialen Brennpunkt. Nach Wellen von Gewalt und Vandalismus wollten die Bewohner nicht darauf warten, bis Kommune und Staat irgendetwas tun. Stattdessen haben sie sich in mehreren ideellen Vereinigungen mit den Behörden zusammengetan und arbeiten an einem gemeinsamen EU-Projekt: Equal heisst es und will Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt bekämpfen.

Initiative tut gut und stärkt das Selbstbewusstsein. Und selbstbewusste Menschen diskriminiert man nicht so leicht.

Liv Heidbüchel

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