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Skandal-Pastor vor Oberstem Gerichtshof

Publicerat onsdag 9 november 2005 kl 16.16
Der Pastor auf dem Weg ins Gericht

Wo verläuft die Grenze zwischen dem Recht auf freie Meinungsäusserung und der Verletzung der Menschenwürde? Über nicht mehr und nicht weniger muss seit heute (Mittwoch) der Oberste Gerichtshof befinden. Angeklagt ist ein Pastor der Pfingstgemeinde, Åke Green. Er hatte in einer Predigt Homosexuelle als – so wörtlich – Krebsgeschwür der Gesellschaft bezeichnet. Wie das Urteil ausfallen wird, vermag niemand vorherzusehen.

Der Mann steht zu seinem Wort. Pastor Åke Green wiederholte auch im Zeugenstand des Obersten Gerichtshofs, was er von Homosexualität hält: „Aber sicher ist das abnorm. Wenn zwei Männer oder zwei Frauen miteinander Geschlechtsverkehr haben, so ist das ebenso abnorm wie Pädophilie oder Sodomie.“

Ob dies nun als legitime Bibelauslegung oder doch bereits als Volksverhetzung zu bewerten ist, müssen einmal mehr die Richter entscheiden. Keine leichte Aufgabe. Schliesslich wurde der Pastor von der ersten Instanz zu einer vierwöchigen Haftstrafe verurteilt, während die nächste Instanz ihn komplett freisprach. Das Problem: Zwei Rechtsauffassungen stehen hier einander so unversöhnlich gegenüber wie die Unterstützer und Gegner des Pfingstpastors vor dem Obersten Gerichtshof. Birgit Åkesson ist gekommen, um Åke Green moralisch zu unterstützen: „Das hier ist eine wichtige Frage. Die Religionsfreiheit, die Meinungsfreiheit eines jeden Menschen steht auf dem Spiel.“

”Er ist die Gefahr.” 

Demonstrant Roland Karlsson-Svärd dagegen lehnt die Äusserungen des Pastors grundweg ab: „Er behauptet, ich sei ein Krebsgeschwür der Gesellschaft allein dadurch, dass ich bin, wer ich bin. Aber da liegt er falsch. Nicht ich bin eine Gefahr für die Gesellschaft, sondern Åke Green. Er schürt mit seinen Äusserungen die Vorurteile gegen uns.“

Im Jahr 2003 wurde das Gesetz gegen Volksverhetzung auch auf Homosexuelle ausgeweitet. Seitdem ist es also strafbar, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Veranlagung zu diffamieren. Andererseits erlaubt Schwedens Recht ebenso die freie Predigt vor der Gemeinde. Wer wird also am Ende Recht bekommen? Mikael Persson, Kaplan des schwedischen Erzbischofs, bringt aber noch eine andere Überlegung mit ins Spiel. Seiner Auffassung nach hat Pastor Green die Meinungsfreiheit für propagandistische Zwecke missbraucht: „Er hat alle Medien – Fernsehen, Radio – eingeladen und nicht für die Gemeinde, sondern für die Medien eine Predigt gehalten. Eine Demonstration in den Medien, um zu sagen: Homosexualität ist ein Krebskörper der schwedischen Gemeinden. Das war ganz bewusst keine Gemeindepredigt, sondern eine Mediendemonstration.“

Ein Märtyrer? 

So gesehen hätte sich der Pfingstpastor der Volksverhetzung schuldig gemacht. Doch dies nähme Åke Green nur zu gerne in Kauf, um als Märtyrer dazustehen. Entsprechend kündigte Green bereits an, er werde bei einer Verurteilung lieber ins Gefängnis gehen als gemeinnützige Arbeit zu leisten. Hallelujah.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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