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Schwedische Lebensweise - das Krebsessen

Publicerat onsdag 16 november 2005 kl 14.06
Det kan få bli kräftor utan dill i år. Foto: Kjell Gustafsson, SVT-Bild

Alljährlich im August werden die Schweden von einer geschäftigen Hektik getrieben. Alle Zutaten für das Krebse-Essen müssen besorgt werden. Dann sind auch die Zeitungen voller Tipps, welche Krebse in diesem Jahr besonders gut und günstig sind. Am begehrtesten und teuersten sind die schwedischen Flusskrebse. Doch selbst spanische, türkische oder chinesische Krebse tun dem Vergnügen keinen Abbruch. Denn mit dem Krebse-Essen wird der Sommer feierlich verabschiedet.

Gleich vorneweg: Dies ist mein erstes Krebs-Essen. Krebse muss man essen können, sonst wird man nie wirklich anerkannt in Schweden. Also will ich es lernen. Gastgeberin Olga Kopparberg hat den Tisch liebevoll dekoriert: vier Gedecke mit Namensschildern, zwei Schälchen mit Wasser und in der Mitte eine groβe Schale mit fast zwei Dutzend Krebsen. Darüber scheint der Mond, als Papierlampion. Über 20 Krebse für vier hungrige Frauen. Um an das wertvolle Innere zu kommen, braucht man etwas Geschick und eine spezielle technische Ausstattung:  „Das ist hier ist ein Krebsmesser, ein etwas kleineres Fischmesser.”, erklärt Olga. „Damit kann man gut in den Panzer graben. Und dies hier sind ganz schmale Spieβe, damit kriegt man das Fleisch aus den Scheren heraus.”

Aber damit überhaupt Fleisch aus den Scheren herauskommt, müssen die groβ genug sein. Erfahrene Krebs-Esser wie Anita Bogle stiebitzen daher immer gleich die Krebse mit den gröβten Scheren. Sie erklärt mir, wie man effektiv zu Werke geht. „Als erstes dreh ich den Kopf ab und sauge den Saft raus. Dann nehme ich die Scheren ab. Und hier im Schwanz ist das beste Fleisch.”

Genuss mit Vorsicht

Aber, Achtung! Das leckere Fleisch aus dem Schwanz, auch Krebsherz genannt, sollte erst gereinigt werden. „Das in der Mitte muss man wegnehmen,”, sagt Olga. „Was ist das nochmal? Der Darm? Ein Darmkanal?” „Ja, wenn man es so fein ausdrücken will”, scherzt Barbara Barton.

So, nun will ich es auch probieren. Hoppla, nun weiβ ich, warum manche Krebs-Esser eine bunte, groβe Papierserviette umtun. Olga pult den ersten Krebs für mich. Und so komme ich auch endlich mein erstes Krebsherz heran. Doch stopp! Genau an dieser Stelle wird traditionell der erste Schnaps getrunken und vor dem ersten Schnaps kommt das erste Lied.

Die Gastgeberin schlägt das Lied „Schöner Schluck” vor, und so geht es: Schöner Schluck, willkommen, nun in meinem Mund und weiter? „Ach, wir haben lange nicht gesungen, meint Barbara, komm wir nehmen erstmal nen Schluck, dann geht’s besser.”

Schnaps gehört dazu

Nach dem ersten Schluck geht’s auch für mich besser: Kopf und Scheren abdrehen, den Darmkanal aus dem Krebsherz rausnehmen, dazu geröstetes Brot. Das Wichtigste am Krebs-Essen ist eigentlich der Schnaps dazu. Und es wird viel davon getrunken, vor jedem Krebsherzen halt. Daher ist das Krebs-Essen im August eigentlich so beliebt.

„Die Schweden sind ja sehr schüchtern.”, erklärt Barbara. „Sie brauchen einen Anlass, um zu trinken. Deshalb gibt es das Krebs-Essen. Die Krebse sind eigentlich überhaupt nicht wichtig.” „Genau.”, stimmt Olga zu. „Krebs-Essen ist der Anlass, sich zu betrinken, ohne sich dafür schämen zu müssen.”

Warum die Tradition, vor jedem Krebsherz ein Schnaps überhaupt entstand? Das liegt lange zurück. Im August 1922 sollte das schwedische Volk über ein Alkoholverbot abstimmen. Mitten in der Krebssaison! Viele Künstler argumentierten gegen das Verbot. Maler Albert Engström schuf ein Plakat, das einen erbosten Mann darstellt, der auf eine Flasche Schnaps zeigt. Darunter prangen die Lettern: Krebse fordern diese Getränke. Folglich wurde das Alkoholverbot abgelehnt. Seitdem gilt oft die Regel: ein Krebs, ein Schnaps, ein Lied.

Unsere Krebsgesellschaft hat die Regel etwas variiert: zwei Krebse, ein halber Schnaps. Dann schafft man mehr Krebse und mehr Leider, wie diese schwedische Variante von „einer geht noch”…

Katja Güth

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