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Prügelstrafe in EU weiter sozial akzeptiert

Publicerat onsdag 16 november 2005 kl 16.13

In vielen Bereichen strebt die Europäische Union nach einer Angleichung von Gesetzen. Bei einem Gesetz, das europaweit die elterliche Misshandlung von Kindern verbietet, scheint dem jedoch nicht so zu sein. Die Arbeit an einem Verbot der Prügelstrafe nämlich geht nur zögerlich voran. Zu diesem Schluss kommt der Schwedische Kinderschutzbund „Rädda Barnen“. Schweden hat weltweit als erstes Land schon 1979 ein Gesetz gegen die Prügelstrafe erlassen. Somit machen sich auch Väter und Mütter strafbar, wenn sie ihr Kind schlagen. Der weitaus grösste Teil der 25 europäischen Mitgliedstaaten jedoch hat sich noch kein Beispiel an Schwedens Kinderschutz genommen.  

Züchtigung um der gelungenen Erziehung willen oder öfter mal ordentlich zulangen, wenn das Kind nicht so will wie die Eltern – diese Form von häuslicher Gewalt hat schwer wiegende Konsequenzen für die Zukunft des jungen Menschen, erklärt Mali Nilsson vom Kinderschutzbund: 

„Gewalt schafft Gewalt. Eltern, die ihre Kinder schlagen, sind als Kinder selbst auch geschlagen worden.“

Maues Interesse an gesetzlichem Verbot

Dennoch haben von den 25 Mitgliedern der Europäischen Union bislang nur acht ein Gesetz, das die elterliche Misshandlung von Kindern verbietet. Auf den Vorreiter Schweden folgten Deutschland, Österreich, Finnland, Dänemark, Lettland, Ungarn und Zypern. Die Niederlande wollen zum Jahreswechsel ein entsprechendes Gesetz einführen. Allerdings ist bei Versprechungen dieser Art Vorsicht geboten: In Italien und Portugal etwa hat man sich schon vor zehn Jahren auf eine neue Gesetzgebung geeinigt – in Kraft getreten ist das Gesetz noch nicht.

Schutz der Eltern geht vor

In nicht weniger als neun europäischen Ländern hat der schwedische Kinderschutzbund einen extremen Widerstand gegenüber einem Gesetz gegen die Prügelstrafe festgestellt. Zu den Gegnern gehören unter anderem die grossen Länder wie Frankreich, Grossbritannien und Spanien. Das häufigste Argument gegen ein Gesetz ist laut Mali Nilsson vom Kinderschutzbund, dass man die Eltern nicht kriminalisieren wolle.

„Tragischerweise ist das nach wie vor ein sehr empfindliches Thema. Das geht soweit, dass sogar die Politiker der verschiedenen Läner einander keine Ratschläge geben wollen. Dass Züchtigung keine Form von Gewalt sei, ist ein weit verbreiteter Gedanke. Die Prügelstrafe ist sowohl sozial als auch gesetzlich akzeptiert.“

Zahl der Anzeigen steigt

In Schweden räumt das Gesetz Kindern seit nunmehr 26 Jahren das Recht ein, eine prügelfreie Kindheit zu geniessen. Dabei sind die Kinder jedoch auf die Mithilfe anderer Erwachsener wie zum Beispiel von Erziehern und Lehrkräften angewiesen, die im Notfall Anzeige erstatten. Davon machen in Schweden auch immer mehr Menschen Gebrauch. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes gegen die Prügelstrafe steigt die Zahl der Anzeigen jährlich.

Liv Heidbüchel

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