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Drogenabhängige nach Riga

Publicerat måndag 21 november 2005 kl 19.43

Ein Therapieplatz für Drogenabhängige in Stockholm ist teuer und nicht leicht zu bekommen. Die zuständigen Behörden haben sich deshalb für einen ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Sie wollen Therapieplätze ins Ausland verlagern, genauer gesagt nach Riga in Lettland. Dort soll ein neues Zentrum für Drogenabhängige entstehen.

Was in der Wirtschaft Gang und Gäbe ist, soll nun auch im Sozialbereich gelten: die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Die Stadt Stockholm will durch den Bau eines Zentrums für Drogenabhängige in Lettland primär eines erreichen: die Halbierung der Kosten für einen Therapieplatz. Die Rechnung ist einfach: Im Zentrum soll schwedisches und lettisches Fachpersonal arbeiten. Alle anderen Dienste, wie Essenszubereitung oder Transport, erledigt ausschliesslich lettisches Personal. Das ist billiger und die Gesamtkosten können erheblich reduziert werden.

Kritik von Gewerkschaft

Elisabeth Hammarstedt von der Angestelltengewerkschaft Kommunal in Stockholm, sieht das sehr skeptisch:

”Unsere Auffassung ist, dass man kein Lohndumping betreiben soll, egal aus welchem Land man kommt. In diesem Fall haben wir einen schwedischen Betrieb in Lettland. Menschen hier in Stockholm bekommen den gleichen Lohn, egal ob sie aus Schweden oder Lettland kommen. Man kann also keine unterschiedlichen Löhne je nach Nationalität auszahlen. So wie ich das verstehe, kosten die lettischen Angestellten aber nur die Hälfte und, das ist Lohndumping.”

”Gemeinsam etwas abbauen”

Diese Ansicht teilt Justus Bergsten von der Stockholmer Sozialbehörde nicht. Für ihn entsteht das Therapiezentrum in Riga aus völlig anderen Beweggründen.

”Hier geht es um Zusammenarbeit in der EU und in der Ostseeregion. Wir wollen gemeinsam etwas aufbauen und kein Lohndumping betreiben.”

Ob nun Lohndumping oder nicht: Die lettischen Behörden stehen dem Projekt äusserst aufgeschlossen gegenüber. Durch den Bau des Therapiezentrums würden nicht nur Arbeitsplätze entstehen. Die Hälfte der Therapieplätze würde an lettische Drogenabhängige gehen. Bisher wurden die an psychiatrische Kliniken verwiesen, in denen eine optimale Behandlung nicht garantiert werden konnte.

Doch bis es soweit ist müssen erstmal einige Unklarheiten beseitigt werden. Justus Bergsten von der Stockholmer Sozialbehörde: ”Wir werden uns an Juristen wenden und das Ganze im Kommunalgesetz überprüfen, ob wir das Projekt so überhaupt durchführen können.”

Auch die Frage der Zuständigkeit ist noch nicht geklärt. Elisabeth Hammarstedt von der Gewerkschaft: ”Die Frage ist, ob eine Kommune ein Therapiezentrum in einem anderen Land bauen und betreiben kann. Also ich bezweifele, dass man das ohne eine Änderung im Kommunalgesetz durchsetzen kann.”

Vorbereitungen laufen

In der Zwischenzeit schreiten die Pläne aber ungehindert voran. Justus Bergsten fährt diese Woche bereits zum dritten Mal nach Riga, um mit Experten an Ort und Stelle zu sprechen. Momentan sucht man nach einem geeigneten Baugrund. Wenn alle Zweifel ausgeräumt sind, soll das Projekt Anfang 2007 starten.

Karsten Schmid

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